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07.07.2014

08:03 Uhr

Gazastreifen

Acht Tote bei israelischen Luftangriffen

Der Schlagabtausch zwischen Israel und Palästinensern gewinnt an Schärfe. Die Gewalt nährt die Sorge vor einem Palästinenseraufstand. Im mutmaßlichen Rachemord-Fall erzielt die israelische Polizei offenbar einen Erfolg.

Zerstörte Häuser nach dem Luftangriff der Israelis. Damit hat Israel auf Dutzende Raketen reagiert, die militante Palästinenser auf israelische Ortschaften abfeuern. dpa

Zerstörte Häuser nach dem Luftangriff der Israelis. Damit hat Israel auf Dutzende Raketen reagiert, die militante Palästinenser auf israelische Ortschaften abfeuern.

Gaza/ Tel AvivBei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach Angaben von palästinensischen Ärzten acht Menschen getötet worden. Vier weitere militante Palästinenser seien verletzt worden, sagten die Mediziner. Die Luftangriffe auf Ziele in dem Küstengebiet am Mittelmeer sind eine Reaktion Israels auf Dutzende Raketen, die militante Palästinenser seit Tagen auf israelische Ortschaften abfeuern.

Auslöser für die neuen Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Religionsschülern sowie der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen. In letzterem Fall nahm die israelische Polizei am Sonntag sechs jüdische Tatverdächtige fest.

Ein für die Notfalldienste im Gazastreifen zuständiger Sprecher sagte vor Journalisten, sechs Palästinenser seien bei einem Luftschlag in der Stadt Rafah ums Leben gekommen, zwei weitere seien verletzt worden. In einem Bericht des von der radikalislamischen Hamas in dem Gebiet betriebenen Fernsehsenders Al-Aksa hieß es, die Getöteten gehörten dem bewaffneten Arm der Bewegung an, den Al-Kassam-Brigaden. Die Organisation teilte mit, die Männer seien bei einem Angriff auf einen Tunnel ums Leben gekommen. Dieser sei bereits am Sonntagmorgen erfolgt, die Leichen seien aber erst am frühen Montagmorgen entdeckt worden.

Am Sonntagabend waren zwei weitere militante Palästinenser bei Attacken von israelischen Kampfflugzeugen getötet worden. Die beiden seien am Eingang des Flüchtlingslagers Al-Bureidsch getroffen worden, berichteten palästinensische Augenzeugen und Ärzte. Die militante Palästinensergruppe Islamischer Dschihad teilte mit, es handele sich um zwei Mitglieder des bewaffneten Arms ihrer Organisation.

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„Tod den Arabern“ brüllen rechte Israelis auf der Straße, im Gaza-Streifen protestieren die Massen: „Israel wird den Preis bezahlen“. Von beiden Seiten gibt es zudem Bombardements, die den Konflikt weiter verschärfen.

Peter Lerner, Sprecher der israelischen Streitkräfte, bezeichnete den fortwährenden Beschuss aus dem Gazastreifen als inakzeptabel. Kampfflugzeuge hätten während der Nacht neun Ziele im gesamten Gazastreifen angegriffen, teilte er am frühen Montagmorgen mit. Nach palästinensischen Angaben flogen Kampfflugzeuge am Sonntag mehr als 20 Angriffe. Mehr als 40 Geschosse wurden auf Israel abgefeuert.

Nach dem Mord an dem palästinensischen Teenager bestätigte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld, die Ermittler gingen von einem „nationalistischen Motiv“ für die Tat aus. Einige der festgenommenen Verdächtigen seien dem Gericht vorgeführt worden, um die Dauer der Untersuchungshaft zu verlängern, berichtete die Zeitung „Haaretz“. Familienangehörige des ermordeten 16-Jährigen hätten erklärt, sie seien bislang nicht über die Festnahmen informiert worden, obwohl ihnen die Polizei versprochen habe, sie würden als erste über jede Entwicklung unterrichtet.

Der vergangenen Mittwoch tot aufgefundene 16-jährige Mohammed Abu Chedair war nach Palästinenserangaben bei lebendigem Leibe verbrannt worden, nachdem er einen heftigen Schlag auf den Kopf erhalten hatte. In Luftröhre und Lunge des Teenagers seien Spuren von Rauch gefunden worden, teilte der palästinensische Generalstaatsanwalt nach einem vorläufigen Autopsiebericht mit. Von israelischer Seite gab es für die Schlussfolgerungen keine Bestätigung. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine internationale Untersuchung des Mordes.

Israel

Einwohner

7,8 Millionen

Staatsform

parlamentarische Republik

Staatschef

Schimon Peres

Besonderheiten

Die gefühlte Bedrohung durch den Iran beherrscht die politische Agenda.

Die Tötung des jungen Arabers sowie vorher die der drei jüdischen Teenager hat einen der schlimmsten Gewaltausbrüche im palästinensisch-israelischen Konflikt seit Jahren ausgelöst. In mehreren Orten Israels kam es zuletzt zu Ausschreitungen wütender arabischer Bürger. Die Szenen erinnerten an gewaltsame Proteste zu Beginn des Palästinenseraufstands im Herbst 2000. Damals waren 13 israelische Araber von der Polizei getötet worden. Ägypten versucht zu vermitteln.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

09.07.2014, 19:35 Uhr

Wieder Angriff auf Israel! Wieder schweigen unsere Islamunterstützer und Politiker. Wieder ein Zeichen des Totalsversagen unserer Marine! Wo kommen die Waffen her, wo unsere fähige Marine doch eine Sperrzone errichtet hat. Warum weigern sich die Palästinenser, Häuser, Arbeitplätz usw. zu schaffen und holen sich nur Waffen mit unserer "Entwicklungshilfe"? Der Wunsch des Hr. Gauck ist voll in Erfüllung gegangen: Ausbildung der Palästinenser an Waffen zum Einsatz gegen Israel!

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