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03.04.2013

03:20 Uhr

Gazastreifen

Hamas und Israel brechen die Waffenruhe

Nach acht Tagen Krieg zwischen Israel und Palästina trat im November eine Waffenruhe in Kraft. Nun hat Israel offenbar erneut Luftangriffe im Gazastreifen geflogen - zuvor landete eine Rakete in Israel.

Ein weibliches Hamas-Mitglied bei einer Protestveranstaltung am 2. April. Die Hamas berichtet von israelischen Luftangriffen. dpa

Ein weibliches Hamas-Mitglied bei einer Protestveranstaltung am 2. April. Die Hamas berichtet von israelischen Luftangriffen.

Gaza-StadtDie israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Mittwoch nach palästinensischen Angaben den Gazastreifen beschossen. Es handele sich um die ersten israelischen Angriffe seit der Waffenruhe vom November, hieß es aus palästinensischen Sicherheitskreisen.

Flugzeuge hätten ein Gebiet im Norden des Küstenstreifens bombardiert, teilte das Innenministerium der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas am Dienstag mit. Die nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen insgesamt drei Angriffe trafen unbewohntes Gebiet nahe Gaza-Stadt und weiter nördlich, niemand sei verletzt worden.

Zuvor war laut der israelischen Polizei eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete im Süden Israels nahe Aschkelon eingeschlagen. Auch dabei hatte es keine Verletzten gegeben. Eine Gruppe von Salafisten bekannte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP dazu, am Dienstagabend zwei Raketen auf den Süden Israels abgefeuert zu haben.

Die israelische Armee erklärte ihrerseits, die Luftwaffe habe "zwei terroristische Ziele im Norden des Gazastreifens" angegriffen. Nach Angaben aus Militärkreisen schlugen seit dem Waffenstillstand vom vergangenen November insgesamt drei aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen auf israelischem Gebiet ein.

Der erste Raketenangriff auf den Süden Israels seit der Waffenruhe war bereits Ende Februar erfolgt. Auch damals war niemand verletzt worden. Militante Palästinenser hatten den Angriff als "Vergeltung" für den Tod eines Palästinensers in israelischer Haft bezeichnet.

Auch der neuerliche Raketenangriff aus dem Gazastreifen stand in Zusammenhang mit dem Tod eines palästinensischen Häftlings. Maisara Abu Hamdijeh, der eine lebenslange Haftstrafe in Israel verbüßte, war am Dienstag im Alter von 64 Jahren an Krebs gestorben. Hunderte Häftlinge traten daraufhin in Hungerstreik. In Hebron und Ost-Jerusalem gab es Ausschreitungen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte Israel für den Tod Hamdijehs verantwortlich. "Wir haben versucht, ihn für eine Behandlung freizubekommen, aber die israelische Regierung weigerte sich, ihn freizulassen, was zu seinem Tod führte", erklärte Abbas.

Nach Angaben der israelischen Strafvollzugsbehörden war bei Hamdijeh im Februar Krebs diagnostiziert worden, er sei behandelt worden. Nachdem vor einer Woche festgestanden habe, dass die Krankheit unheilbar sei, sei das Verfahren zur Freilassung des Häftlings eingeleitet worden. Hamdijeh war wegen eines versuchten Anschlags auf ein Café in Jerusalem 2002 verurteilt worden.

Im November hatte die israelische Armee wegen des anhaltenden Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen eine Offensive in dem Palästinensergebiet gestartet. Nach acht Tagen einigten sich beide Seiten unter Vermittlung Ägyptens am 21. November auf einen Waffenstillstand.

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