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03.01.2009

11:10 Uhr

Gazastreifen

Israelische Bomben töten Hamas-Führer

Die israelische Luftwaffe setzt ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Dabei sei auch ein ranghohes Mitglied der militanten Al-Kassam-Brigaden getötet worden.

Israelische Soldaten beobachten einen Angriff auf den Gazastreifen. Foto: Reuters Reuters

Israelische Soldaten beobachten einen Angriff auf den Gazastreifen. Foto: Reuters

HB GAZA/TEL AVIV. Mindestens 25 Einsätze hat die Luftwaffe nach Angaben eines Armeesprechers geflogen. Die Hamas bestätigte den Tod von Abu Sakaria al-Dschamal. Er war einer der Stellvertreter von Ahmed Dschabari, dem Kommandeur des militanten Flügels der Hamas. Militante Palästinenser feuerten am Samstag Morgen fünf Raketen und Mörsergranaten auf Israel ab.

Bereits am Donnerstag war bei einem israelischen Angriff ein führender Hamas-Politiker getötet worden. Hamas-Politbürochef Chaled Maschaal kündigte ungeachtet der hohen Opferzahlen an, dass die Hamas nicht zerbrechen, nicht aufgeben und vor Israel nicht kapitulieren werde.

Israel bombardiert seit einer Woche Ziele im Gazastreifen. Als Folge des Beschusses sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza bislang 437 Menschen getötet worden. Weitere 2300 hätten Verletzungen davongetragen. 400 Menschen schwebten in Lebensgefahr. Nach UN-Angaben sind unter den Getöteten mindestes 40 Kinder.

Israel hat die Angriffe mit dem seit Monaten anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Küstenstreifen begründet, dem in den vergangenen Tagen vier Israelis zum Opfer fielen. Beide Seiten haben einen bedingungslosen Waffenstillstand abgelehnt. Die Hamas hatte vor mehr als einem Jahr die Macht im Gazastreifen an sich gerissen.

Der bewaffnete Arm der Hamas hat unterdessen nach eigenen Angaben eine israelische Spezialeinheit am Eindringen in den Gazastreifen gehindert. Kämpfer der Essedin-el-Kassam-Brigaden hätten am Samstag kurz nach Mitternacht eine israelische Einheit beim Versuch beobachtet, über die Grenze bei Schijaijah im Osten des Gazastreifens in das Küstengebiet zu gelangen, sagte ein Sprecher der Gruppierung der Nachrichtenagentur AFP. Daraufhin seien sechs Mörser auf die Israelis abgefeuert worden. Diese hätten das Feuer erwidert und sich dann zurückgezogen.

Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, er habe keine Kenntnis von dem Vorfall. Seit Beginn der Militäroffensive gegen die Hamas vor einer Woche habe kein israelischer Soldat die Grenze zum Gazastreifen überschritten. Israel greift Ziele der Hamas aus der Luft und vom Meer aus an. Bodentruppen sind nach Armeeangaben seit mehreren Tagen zu einem möglichen Einsatz bereit. Ein Einmarsch blieb bisher aus.

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