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25.01.2007

15:39 Uhr

Geberkonferenz

Deutschland gibt Millionen Euro für den Libanon

Die Staatengemeinschaft stellt für den Wiederaufbau des kriegserschütterten Libanons fast 5,84 Milliarden Euro (7,6 Milliarden Dollar) bereit. Deutschland beteiligt sich mit einer Summe in Millionenhöhe. Besonders generös zeigte sich allerdings ein anderes Land.

HB PARIS. „Die Gesamtsumme, die für den Libanon gesammelt wurde, beträgt etwas mehr als 7,6 Milliarden Doller“, verkündete der französische Präsident Jacques Chirac im Plenum aus Vertretern von mehr als 40 Staaten.

Allein Saudi-Arabien sagte 1,1 Milliarden Dollar zu, die USA kündigten 770 Millionen Dollar an und die Europäische Union knapp 400 Millionen Euro.

Für die deutsche Regierung bot Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul 103 Millionen Euro an, die vor allem für Wiederaufbauprojekte eingesetzt werden sollen. „Wir wollen den Menschen nachhaltig helfen und die politische Situation stabilisieren.“

Nach dem Krieg zwischen der Hisbollah und Israel im Sommer liegt vor allem der Süden noch in Trümmern. „Wir müssen den Menschen wieder eine Perspektive geben“, sagte Wieczorek-Zeul. Nur so bestehe eine wirkliche Chance auf Frieden in der Region.

»  Weblog: Wie es um die Zukunft des Libanon steht

Außenminister Frank-Walter Steinmeier drängte Regierung und Opposition im Libanon zur friedlichen Lösung ihrer Konflikte. „Ich bin überzeugt, dass die gegenwärtige Krise nur durch Dialog zwischen Regierung und Opposition gelöst werden kann“, sagte er der Zeitung „Al-Hajat“. Dabei mahnte er vor allem die von der Hisbollah angeführte Opposition, die demokratischen Spielregeln zu beachten. Die radikalen Schiiten sind gestärkt aus dem Krieg mit Israel hervorgegangen und verlangen eine Sperrminorität in der Regierung.

Der fünfwöchige Krieg zwischen Israel und der radikal-schiitischen Hisbollah im vergangenen Sommer hatte die Finanz- und Wirtschaftskrise des Zedernstaates drastisch verschärft. Das ehemals als „Schweiz des Nahen Ostens“ titulierte Land ächzt unter einer Schuldenlast, die sich hauptsächlich während des 15-jährigen Bürgerkriegs bis 1990 angesammelt hatte. Sie beträgt mit mehr als 30 Milliarden Euro fast den doppelten Umfang des Bruttoinlandsprodukts. Allein der Schuldendienst wird in diesem Jahr die Hälfte der öffentlichen Ausgaben verschlingen.

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