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30.01.2013

19:01 Uhr

Geberkonferenz

Eine Milliarde für Syriens Flüchtlinge

Die Geberkonferenz in Kuwait hat ihr selbstgestecktes Ziel erreicht: Gut eine Milliarde Euro ist für syrische Flüchtlinge zusammengekommen. Nun muss das Geld aber auch die Menschen erreichen.

Bei einer Geberkonferenz in Kuwait sammelten Vertreter aus 59 Staaten Geld für die etwa vier Millionen Opfer des syrischen Bürgerkrieges. dapd

Bei einer Geberkonferenz in Kuwait sammelten Vertreter aus 59 Staaten Geld für die etwa vier Millionen Opfer des syrischen Bürgerkrieges.

Istanbul/KairoMit gut einer Milliarde Euro will die internationale Staatengemeinschaft die verheerende Lage der syrischen Flüchtlinge verbessern. Bei einer Geberkonferenz in Kuwait sammelten Vertreter aus 59 Staaten Geld für die etwa vier Millionen Opfer des syrischen Bürgerkrieges. Geplant ist, dass ein Drittel der gesammelten Gelder den Menschen in Syrien selbst zugutekommt, der Rest den inzwischen fast 700.000 Flüchtlingen in den Nachbarländern. Aus der Opposition kommt indes überraschend ein Gesprächsangebot an Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Der UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten, John Ging, der Syrien in der vergangenen Woche besucht hatte, wies am Dienstag (Ortszeit) in New York darauf hin, dass Helfer in dem Bürgerkriegsland oft gar nicht erst zu den Hilfsbedürftigen gelangten. Es müsse dringend eine Vereinbarung geben, so dass die internationalen Organisationen Grenzen ungehindert überqueren könnten, unabhängig davon, wer sie kontrolliere, forderte er.

Die Opposition hatte den Vereinten Nationen vorgeworfen, das politische Überleben des Assad-Regimes zu verlängern, indem sie es mit der Verteilung von Hilfsgütern betraue. Ging versicherte, es gehe kein Geld direkt an die syrische Regierung. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte jedoch, dass die von der Regierung kontrollierten Gebiete den Großteil der Hilfeleistungen erhielten. Auf die von der Opposition gehaltenen Gebiete entfalle nur ein minimaler Anteil.

Der Vorsitzende der oppositionellen Nationalen Syrischen Allianz, Moas al-Chatib, erklärte derweil überraschend seine Bereitschaft zu direkten Gesprächen mit Vertretern des Regimes, „in Kairo oder Tunis oder Istanbul.“ Bislang hatten die Oppositionellen im Ausland das stets abgelehnt. Der Chef der wichtigsten Plattform der Regime-Gegner nannte dabei aber zwei Bedingungen für Gespräche: die Freilassung von 160 000 Gefangenen sowie die Verlängerung der abgelaufenen Pässe der Exil-Syrer durch die syrischen Konsulate. Das Assad-Regime hatte seinerseits ebenfalls zu einem Dialog mit der Opposition aufgerufen, allerdings in Damaskus und ohne vorher auf Forderungen der Regimegegner einzugehen.

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