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15.05.2013

19:06 Uhr

Geberkonferenz in Brüssel

Mehr als drei Milliarden Euro für Mali

Die Geberkonferenz für Mali war ein großer Erfolg: Insgesamt 3,2 Milliarden Euro wurden für das vom Krieg zerrüttete Land gesammelt. Doch die Auszahlung hängt davon ab, dass Mali schnell zur Demokratie zurückfindet.

Malis Präsident Dioncounda Traore hat allen Grund sich bei Hollande und Barroso zu bedanken. Die Geberkonferenz sammelte über drei Millionen Euro für seinen Staat. ap

Malis Präsident Dioncounda Traore hat allen Grund sich bei Hollande und Barroso zu bedanken. Die Geberkonferenz sammelte über drei Millionen Euro für seinen Staat.

BrüsselDie Geberkonferenz für Mali hat mit über drei Milliarden Euro an Hilfsgeldern für das vom Krieg zerrüttete Land alle Erwartungen übertroffen. Insgesamt sei ein Betrag von 3,2 Milliarden Euro zusammengekommen, sagte der französische Präsident François Hollande am Mittwoch in Brüssel. Die internationale Gemeinschaft machte die Auszahlung der Hilfen aber davon abhängig, dass das westafrikanische Land rasch zur Demokratie zurückfindet.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sagte, dass die Zusagen rund eine Milliarden Euro über der zuvor erwarteten Summe lägen. Die ursprünglich angestrebte Summe von zwei Milliarden Euro sollte knapp die Hälfte des benötigten Geldes abdecken, das im Rahmen eines Wiederaufbauplans der malischen Regierung in diesem und im kommenden Jahr benötigt wird. Deutschland sagte auf der Konferenz 100 Millionen Euro zu.

„Wir sind an einem historischen Punkt in der Geschichte Malis“, sagte der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré. „Das malische Volk ist der Westafrikanischen Gemeinschaft, der Afrikanischen Union und der Europäischen Union zutiefst dankbar.“ An der Konferenz „Gemeinsam für die Erneuerung Malis“ nahmen internationale Organisationen wie UNO und Weltbank sowie rund hundert Staatenvertreter teil. Sie wurde auf Initiative der EU und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich hin einberufen.

Was in Mali auf dem Spiel steht

Wieso schreitet die alte Kolonialmacht Frankreich erst jetzt ein?

Frankreich hat in den vergangenen Monaten wiederholt die USA und die UN zum Eingreifen im Norden Malis bewegen wollen, allerdings mit wenig Erfolg. Bei allen Handlungen muss Paris auch immer das Schicksal der französischen Geiseln in der Hand von Islamisten in Afrika berücksichtigen. Es geht auch um Wirtschaftsinteressen. Der Vormarsch der Islamisten auf die strategisch wichtige Stadt Mopti zwang Paris zum Handeln. Seit langem sieht Frankreich seinen Einfluss in der Sahelzone, drei Flugstunden südlich von Europa, in Gefahr. Der Terror dort könnte auf Frankreich selbst übergreifen, weil viele der Gotteskrieger französisch sprechen und Verwandte im Land haben.

Aus welchen Kräften setzt sich die Dreier-Allianz der islamistischen Rebellen im Norden Malis zusammen?

Die Kämpfer der Terrororganisation Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQM) gelten als Anführer. Sie sollen durch Drogenschmuggel und Lösegelder für entführte Ausländer über Dutzende Millionen Dollar verfügen. Geheimdiensten zufolge haben die Islamisten insgesamt 6000 ausgebildete Kämpfer in Nordmali, darunter Dschihadisten aus Ägypten, dem Sudan und anderen Staaten. In den Reihen der Islamisten kämpfen auch Männer des nordmalischen Volks der Tuareg. Sie nennen sich Ansar Dine. An ihrer Seite steht die „Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika“ (MUJAO), die ebenfalls die Scharia durchzusetzen will.

Wieso droht ausgerechnet Mali zum „zweiten Afghanistan“ werden?

Mali galt lange als einer der wenigen demokratischen Musterstaaten Afrikas. Nach einem Militärputsch in der im Süden gelegenen Hauptstadt Bamako im März 2012 eroberten Tuareg-Kämpfer gemeinsam mit Islamistengruppen den Norden Malis. In Timbuktu, wo Moscheen, Mausoleen und Friedhöfe zum Weltkulturerbe gehören, ließen die Islamisten mehrere historische Heiligtümer zerstören. Experten fürchten, dass der riesige Norden Malis ohne staatliche Kontrolle ebenso wie Afghanistan unter den Taliban zu einer Brutstätte für islamistische Terrornetzwerke wird. Auch in Afghanistan wurde die Weltöffentlichkeit erst durch die Zerstörung von Kulturgütern auf den Konflikt aufmerksam.

Afrika-Kenner schreiben, der Konflikt in Mali sei eine späte Rache des ermordeten libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi. Wie hängt das zusammen?

Der libysche Diktator hatte kampferprobte Tuareg-Männer aus dem benachbarten Nordmali für seine Streitkräfte rekrutiert. Nach Gaddafis Sturz kehrten viele mit modernen Waffen in die Heimat zurück. Dort verschafften sie den Aufständischen die entscheidende Schlagkraft im Kampf gegen die Zentralregierung im Süden.

Hat die internationale Staatengemeinschaft zu lange die Entwicklungen in Mali ignoriert?

Die dramatische Entwicklung ist eine Katastrophe mit Ankündigung. Über Monate warnten Frankreich, die USA und auch die Vereinten Nationen wechselseitig vor den Gotteskriegern aus Nordmali. Doch aus Sicht der Interimsregierung passierte viel zu wenig. Alarmiert von den jüngsten Vorstößen der Islamisten rief der Weltsicherheitsrat am Freitag dazu auf, die afrikanisch geführte Unterstützungsmission Afisma müsse schneller in Gang gesetzt werden. Dabei war die Entsendung schon Wochen vorher beschlossen worden. Ein Hindernis war bislang, dass es in Mali Vorbehalte gegen den Einmarsch von Soldaten aus Nachbarstaaten gab. Zudem wurde befürchtet, dass der Konflikt sich auch auf andere Länder der Region ausweiten könnte.

Kann es sein, dass deutsche Soldaten bald Seite an Seite mit den Franzosen in Mali kämpfen werden?

Deutschland schließt einen Kampfeinsatz der Bundeswehr in dem westafrikanischen Krisenstaat derzeit aus. Die Europäische Union plant seit längerem, etwa 200 Militärberater zu entsenden. Sie sollen malische Soldaten auf den Kampf gegen Rebellen vorbereiten. Auch Bundeswehrsoldaten dürften bei der Ausbildung mit dabei sein. Bisher war geplant, die Ausbilder innerhalb der ersten drei Monate dieses Jahres nach Mali zu schicken. Nach den jüngsten Entwicklungen hat die EU angekündigt, die Militärausbilder schneller zu entsenden. Quelle: dpa

Die französische Armee unterstützt Mali seit rund vier Monaten im Kampf gegen Islamisten, die den Norden des westafrikanischen Landes erobert hatten. Die Staatengemeinschaft befürchtet, dass ein Zerfall Malis und anhaltende politische Unsicherheit in dem Staat zu einer Destabilisierung der gesamten Sahel-Region führen könnten. Hollande mahnte: "Die Terroristen sind aus dem Sahel nicht verschwunden." Von Juli an soll eine 12.600 Mann starke UN-Truppe in Mali für Sicherheit sorgen, bis das Land dazu wieder selbst in der Lage ist.

„Ich halte die Konferenz für sehr erfolgreich“, sagte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) in Brüssel. „Die Wahlen, die glaubwürdig im ganzen Staatsgebiet durchgeführt werden sollen, sind eine wichtige Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten großen Tranche.“

Traoré hat für den 28. Juli Neuwahlen angekündigt. Eine demokratisch gewählte Regierung in Bamako gilt als entscheidend dafür, dass sich das Land wieder stabilisieren kann. Den Unruhen im Norden war ein Sturz der gewählten Machthaber vorausgegangen. Neben der Finanzierung von Neuwahlen sollen die Hilfsgelder vor allem der Wiederherstellung der im Krieg zerstörten Infrastruktur dienen, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Von

afp

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

15.05.2013, 19:43 Uhr

Da wird sich der Nürnberger Oberbürgermeister aber freuen.

Nuernberger

15.05.2013, 19:57 Uhr

Ulrich Maly - mit y ;-)

mon_yburns@central.banktunnel.eu

15.05.2013, 21:31 Uhr

(siehe auch http://sch-einesystem.tumblr.com)

Werden Bewegungen von Bankierslimousinen möglicherweise online beobachtet? Werden Sprengaldungen künftig bequem aus dem Internetcafe in Afghanstan aus per Internet fernausgelöst? Wer spioniete Herrhausens Route aus?

Eine gehackte Internet-CAM ist die “Herrhausen-Lichtschranke” des Terroristen der mit der Zeit geht! Fotos der Schranke an der Ostseite des Theatretunnels an der EZB, Frankfurt a.M., gestern 14. 05.2013 um 15:14 Uhr, die der Westseite hevon heute, 15.05.2013 um 13:41 Uhr!

http://central.banktunnel.eu720130515-1341-ecb-tunnel-lichtschranke-20130514-1514.jpg
http://img211.imageshack.us/img211/5793/201305151341ecbtunnelli.jpg

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