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10.12.2013

15:30 Uhr

Gedenken an Mandela

In Trauer vereint

Barack Obama und Raúl Castro: Zum ersten Mal seit 50 Jahren reichen sich ein US-Präsident und sein kubanischer Amtskollege die Hand. Die Trauerfeier für Nelson Mandela bringt erbitterte Gegner zusammen.

Getty Images

JohannesburgDie Szene dauerte nur ein paar Sekunden. Aber das genügte den beiden Staatsmännern, um Geschichte zu schreiben. US-Präsident Barack Obama war auf dem Weg zum Rednerpult, um den verstorbenen südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela zu würdigen, als er kurz bei Raúl Castro hielt und dessen Hand schüttelte. Castro, Präsident des seit Jahrzehnten verfeindeten Inselstaates Kuba, nahm lächelnd an. Die USA halten seit mehr als 50 Jahren eine Wirtschaftsblockade gegen Kuba aufrecht.

Der historische Moment auf der Trauerfeier für den für den südafrikanischen Ex-Präsidenten Mandela zeigt: Der Friedensnobelpreisträger und Versöhner, der am Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren verstorben war, vermag auch nach seinem Tod Gegner zusammenzubringen. Das Spektakel in einem Fußballstadion nahe Johannesburg, zu dem mehr als 80 amtierende und ehemalige Staatschefs, Adelige, Prominente sowie bis zu 90.000 Zuschauer erwartet wurden, ließ lange gepflegte Feindschaften.  

So erschienen etwa Frankreichs Präsident Francois Hollande und sein Vorgänger Nicholas Sarkozy gemeinsam in Südafrika, auch wenn deren Verhältnis als zerrüttet gilt. Auch Großbritanniens konservativer Premierminister David Cameron wurde gemeinsam mit Ex-Herausforderer Gordon Brown erwartet. Amtsvorgänger Tony Blair war ebenso dabei wie John Major, den Blair 1997 als Premier ablöste. US-Präsident Obama nahm seinen Vorgänger George W. Bush gleich in der Air Force One mit auf die Reise, zu den Zuhörern seiner Rede in dem Fußballstadion in Soveto gehört auch Obamas schärfster innenpolitischer Gegner, der texanische Senator und Tea-Party-Held Ted Cruz.

Auch außenpolitisch bringt die Trauerfeier Gegner zusammen. So waren sowohl Obama als auch Kubas Castro im offiziellen Programm als Redner aufgelistet. Zudem befand sich mit Venezuelas Präsident Nicolás Maduro, nicht eben ein Freund Amerikas, unter den Gästen.

Überhaupt ist es höchst selten für Obama, Cameron oder die deutsche Delegation um Bundespräsident Joachim Gauck, sich gleichzeitig Top-Politikern aus China, Iran oder den Palästinensergebieten auf ein und derselben Veranstaltung wiederzufinden. Ob und welche der Staatsmänner und -frauen sich in Südafrika persönlich treffen wollen, ist nicht offiziell bekannt.  

Kommentare (4)

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nani

10.12.2013, 16:08 Uhr

manchmal frage ich mich wer hier diese Artikel verfasst und das dann auch noch auf der Titelseite steht und keiner merkt, dass da "die trauerfeuer" steht....
geschweige denn die Kommasetzung....Indiens Präsident Pranab Mukherjee sagte, in seinem, Land werde Mandela als ein „Visionär“ tief bewundert.
und wenn man den Satz hier gelesen hätte, würde man auch mal merken, dass da vielleicht ein Verb fehlt....
Chinas Vizepräsident Li Yuanchao hob hervor, Mandela sein ganzes Leben der Entwicklung und dem Fortschritt in Afrika gewidmet

kuac

10.12.2013, 16:19 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

10.12.2013, 17:32 Uhr

So enttäuscht ich von den Ergebnissen von Obamas Amtszeit bin,habe ich immer noch die Hoffnung,dass Obama,wenn er könnte,wie er eigentlich will,dass er viel zum Guten wenden würde.Diejenigen,die ihren Hass kultivieren und ihn weitergeben und daran prima verdienen,denn darum geht es den meisten von diesen Menschen ausschließlich,sind nicht zu unterschätzen,aber sie werden allzu gerne vergessen,weil sie offiziell nicht in Erscheinung treten.Die Mlliardäre,die Öl-und Rüstungskonzerne,die Banken.Ohne sie läuft nichts,da kann einer noch so gute Absichten haben,sie sind zum Scheitern verurteilt.

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