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01.11.2012

16:23 Uhr

Gedenken an Terroropfer in Toulouse

Hollande sagt Rassismus den Kampf an

VonThomas Hanke

Frankreich gedenkt der Opfer einer islamistischen Terrorserie in Frühjahr. Ein bitterer Beigeschmack: Neue Hinweise belegen fatale Irrtümer, Schlampereien und Fehleinschätzungen des französischen Geheimdienstes.

Kampf gegen „jede Form von Rassismus“: Frankreichs Staatspräsident Hollande bei der Gedenkfeier für die Terroropfer. dapd

Kampf gegen „jede Form von Rassismus“: Frankreichs Staatspräsident Hollande bei der Gedenkfeier für die Terroropfer.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande hat in einer ebenso einfühlsamen wie kraftvollen Rede in der jüdischen Schule Ohr Torah in Toulouse der Terroropfer vom März dieses Jahres gedacht. Holland begleitete seinen Gast Benjamin Netanjahu, den israelischen Premier. Netanjahu sagte ausdrücklich, er wolle an alle Opfer erinnern, die Juden wie die Nichtjuden.

Hollande sagte, dass der Antisemitismus in jeder Form bekämpft und für den Schutz der Juden in Frankreich gesorgt werde. Der Präsident erinnerte auch an die drei Soldaten muslimischen Glaubens, die ebenfalls dem Terroristen Mohamed Mehra zum Opfer fielen. „Sie wurden getötet, weil sie die Uniform Frankreichs trugen“, sagte Hollande und fügte hinzu, dass die Republik „jede Form von Rassimus“ bekämpfen werde.

Das Gedenken findet unter besonders bitteren Umständen statt: Jüngste Veröffentlichungen der französischen Medien führen zu der Schlussfolgerung, dass zumindest die Morde in der jüdischen Schule Ozar Hathora am 19. März dieses Jahres hätten verhindert werden können. Hollande selber wies audrücklich auf „Fehler und Schwächen der Geheimdienste“ hin. Eine Untersuchung laufe bereits, es werde eine volle Aufklärung der Versäumnisse geben.

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Die örtlichen Geheimdienstler waren nahe daran, den später getöteten mutmaßlichen Täter Mohamed Mehra als Verdächtigen zu identifizieren, fanden aber bei den Leitern der Untersuchung kein Gehör. Vielleicht wäre es auch nicht zu den Morden an drei französischen Soldaten am 11. und 15. März gekommen, wenn die örtlichen Dienste sich hätten durchsetzen können. Doch ihre Vorgesetzten verhinderten eine Überwachung des jungen Kriminellen nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Pakistan.

Mehra starb am 22.März nach einer 32-stündigen Belagerung seiner Wohnung durch die Spezialeinheit RAID der französischen Polizei in einem Schusswechsel. Der damalige Staatspräsident Nicolas Sarkozy selber hatte angeordnet, dass Mehra lebend festgenommen werden solle. Nachdem er nicht bereit war, sich zu ergeben, entschied die Spezialeinheit sich aber nicht für seine Neutralisierung durch Betäubungsmittel sondern für den Angriff unter Einsatz von Schusswaffen.

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Unmittelbar nach dem Tod Mehras gab Sarkozys oberster Sicherheitsmann Bernard Squarcini die Devise aus, Mehra sei ein Einzeltäter gewesen, der sich selber im Gefängnis radikalisiert habe und den Sicherheitsbehörden vorher nicht aufgefallen war. Seitdem haben mehrere an die Presse gelangte interne Berichte wie auch die Vernehmung von Angehörigen der Geheimdienste durch die Justiz belegt, dass dies eine glatte Lüge, eine frei erfundene Schutzbehauptung war. Squarcini wurde am 30. Mai 2012 abgelöst.

Mehra, ein Kleinkrimineller aus einer zerrütteten Migrantenfamilie aus Algerien, war den für islamistischen Terror zuständigen Schlapphüten wohl bekannt und wurde mehrfach vernommen. Die örtlichen Dienste stuften ihn als potenziell gefährlich und gut vernetzt ein. Er hatte mehrere Reisen nach Afghanistan, Pakistan und in den Maghreb unternommen und dort vermutlich eine militärische Ausbildung genossen. Die höheren Ebenen des Sicherheitsapparates reagierten aber nicht auf das Drängen ihrer Experten.

Kommentare (1)

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LarsLonte

01.11.2012, 21:46 Uhr

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