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28.06.2011

13:48 Uhr

Gedenkstätte

Auschwitz-Diebstahl aus "Sentimentalität"

Ein Israeli, der wegen Diebstahls in der Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz verurteilt worden ist, hat Bedauern über seine Tat geäußert. Er erklärt den Diebstahl mit Sentimentalität

Ein junger Jude besucht eine Gedenkstätte. Quelle: dpa

Ein junger Jude besucht eine Gedenkstätte.

Tel AvivDer 60-jährige Motti Posluschny gab israelischen Medien am Dienstag seine Identität preis und erklärte, er habe sein Amt als Vize-Generaldirektor in der Stadtverwaltung von Herzlija niedergelegt. Herzlija ist ein Nobelvorort von Tel Aviv.

Posluschny und seine Frau Dominique (57) waren in Polen zu Haftstrafen von jeweils eineinhalb Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Bei der Kontrolle vor dem Abflug auf dem Flughafen Balice in Krakau hatten die polnischen Zollbeamten am Freitag in einer Tüte des Ehepaares neun persönliche Gegenstände von Auschwitz-Häftlingen gefunden.

Darunter befanden sich eine Schere, mehrere Messer sowie Korken aus Porzellan. Die Touristen wollten nach eigenen Angaben die auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers gefundenen Souvenirs nach Israel mitnehmen. Der Vorfall hatte Empörung in Israel und antisemitische Reaktionen in Polen ausgelöst.

Posluschny, nach Medienberichten Sohn eines Holocaust-Überlebenden, erklärte dem israelischen Rundfunk, er sei kein Dieb. „Wir wollten eine Erinnerung an diesen Ort mitnehmen, der uns sehr bewegt, etwas auf der sentimentalen Ebene“, sagte er. Es handele sich nicht um teures Silbergeschirr, sondern um rostige Metallgegenstände. Sie hätten sie in einem Teil des Lagers, in denen früher Häftlingsbaracken standen, im Schlamm gefunden.

Es sei falsch gewesen, die Gegenstände mitzunehmen, gab Posluschni zu. „Ich brauche jetzt ein bisschen Zeit für mich, um mich von dieser Affäre zu erholen, und meinen Ruf als der „Auschwitz-Dieb“ abzuschütteln, was eine schreckliche Sache ist.

Von

dpa

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