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03.12.2014

10:29 Uhr

Gefechte in der Ostukraine

Kämpfe am zerstörten Flughafen von Donezk

Von einem tatsächlichen Waffenstillstand ist die Ostukraine weit entfernt. Erneut werden Gefechte aus dem Raum Donezk gemeldet. Die Separatisten bezichtigen die Armee, am Flughafen Stellungen unter Feuer zu nehmen.

Prorussische Separatisten berichten von weiteren Kämpfen in der Ostukraine. dpa

Prorussische Separatisten berichten von weiteren Kämpfen in der Ostukraine.

DonezkIn der umkämpften Ostukraine ist es am geschlossenen Flughafen der Separatistenhochburg Donezk erneut zu Gefechten gekommen. Die Armee habe mit Artillerie massiv Stellungen unter Feuer genommen, teilten die prorussischen Aufständischen am Mittwoch mit. Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Die Separatisten hatten am Dienstag behauptet, sich mit dem Militär auf eine neue Feuerpause am zerstörten Flughafen geeinigt zu haben. Dies bestätigte aber die prowestliche Führung in Kiew nicht. Auch für eine geplante Waffenruhe im Separatistengebiet Lugansk gab es zunächst keinen Beleg. In Kiew bestätigte der Sprecher der „Anti-Terror-Operation“, Alexej Dmitraschkowski, Kämpfe in Donezk. Er warf den Separatisten vor, Armee-Einheiten angegriffen zu haben.

Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe

Petro-Poroschenko-Block

Die Parlamentswahl soll der krisengeschüttelten Ukraine an diesem Sonntag eine stabile Regierung bringen. Wegen der Gefechte im Osten werden aber vorerst nur 424 der 450 Sitze in der Obersten Rada in Kiew vergeben, es gilt die Fünfprozenthürde. Um 225 Sitze bewerben sich 29 Parteien mit mehr als 3000 Kandidaten, die restlichen 199 Mandate werden per Direktwahl bestimmt. Stimmberechtigt sind gut 36 Millionen Bürger. Die aussichtsreichsten Parteien im Überblick.

PETRO-POROSCHENKO-BLOCK: „Zeit für Einigkeit“ ist der Slogan der neu gebildeten Partei von Präsident und Namensgeber Petro Poroschenko. Sie liegt in Umfragen weit vorne. Spitzenkandidat ist der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko, der einen Wechsel vom Rathaus ins Parlament bisher kategorisch ausschließt. Vizeregierungschef Wladimir Groisman auf Listenplatz Vier gilt als Vertrauter von Poroschenko und wird als dessen Favorit für das Ministerpräsidentenamt gehandelt.

Oppositionsblock Silnaja Ukraina

Vertreter der bis zum Machtwechsel im Februar regierenden Partei der Regionen treten getrennt an. Ex-Vizeministerpräsident Juri Boiko muss mit dem Oppositionsblock um den Einzug bangen. Sicher im Parlament dürfte dagegen der ehemalige Sozialminister und Vizeregierungschef Sergej Tigipko mit seiner wiederbelebten Kraft Silnaja Ukraine (Starke Ukraine) sein.

 

Swoboda

Den Rechtsradikalen um Parteiführer Oleg Tjagnibok werden in Umfragen nur geringe Chancen für einen Wiedereinzug gegeben.

Vaterlandspartei

Die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat sich nach dem Weggang „altgedienter Kader“ verjüngt. Listenplatz Eins trat Timoschenko demonstrativ an die Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko ab, die in Russland wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzt. Kiew wirft Moskau politische Motive in dem Fall vor.

Radikale Partei

Frontmann ist der Abgeordnete Oleg Ljaschko. Sein Markenzeichen ist eine Heugabel, mit der er Kiew „ausmisten“ will.

Narodny Front

Ganz auf Regierungschef Arseni Jazenjuk zugeschnitten ist der Wahlkampf der neugegründeten Volksfront. Auf ihrer Liste stehen viele Kabinettsmitglieder, etwa Innenminister Arsen Awakow. Auch Parlamentspräsident Alexander Turtschinow und der frühere Sicherheitsratschef Andrej Parubij sowie Journalisten und Frontkämpfer stehen Jazenjuk zur Seite. Viele Spitzenkandidaten arbeiteten früher in der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko.


Der regierungsnahe Militärexperte Dmitri Tymtschuk sagte, die Konfliktparteien hätten sich nur auf den Abtransport von Toten und Verletzten am Flughafen geeinigt - nicht aber auf eine umfassende Feuerpause. Bei Gefechten seien in den vergangenen Tagen in der Region auch vier Russen aufseiten der Aufständischen getötet worden, sagte er. Moskau bestreitet, dass russische Soldaten an Gefechten beteiligt sind. Dem Sicherheitsrat in Kiew zufolge wird auch an weiteren Orten im Donbass gekämpft. Mindestens fünf Zivilisten seien verletzt worden.

Der Ukraine-Konflikt steht auch im Mittelpunkt der Jahrestagung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Dazu kommen am Donnerstag und Freitag in Basel Außenminister und andere Vertreter der 57 OSZE-Mitgliedsstaaten zusammen.

Kommentare (3)

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G. Nampf

03.12.2014, 10:59 Uhr

"Die Separatisten bezichtigen die Armee, am Flughafen Stellungen unter Feuer zu nehmen."

Na, und? Hauptsache, die Separat-(Terror)isten werden aus dem Land geworfen. Sollen sie doch Putin in Rußland in den Allerwertesten kriechen.

Account gelöscht!

03.12.2014, 12:02 Uhr

@G. Nampf
"Na, und? Hauptsache, die Separat-(Terror)isten werden aus dem Land geworfen. Sollen sie doch Putin in Rußland in den Allerwertesten kriechen."

Na, und?! Hauptsache es kommen immer mehr Freiwillige und modernste Waffen aus Russland und sie zerquetschen die "demokratischen" Faschisten aus Kiew. Sollen sie doch ihrem Lieblings-Schwarzen Obama und der Brüsseler Feudalkruste in den Allerwertesten kriechen!

Der westliche Zusammenbruch kommt, ist nur eine Frage der Zeit, dann geht es den feudalen Näpfen hierzulande genauso an den Kragen.

Account gelöscht!

03.12.2014, 12:16 Uhr

Atomunfall in der Ukraine
Im Südosten der Ukraine soll es zu einem Atomunfall gekommen sein. Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazeniuk habe den Energieminister demnach angewiesen, dazu eine Pressekonferenz einzuberufen. Wann diese stattfindet, ist bislang nicht bekannt.
Nach Angaben der russischen Agentur Interfax soll es sich um das AKW Saporischschja handeln. Diese Anlage gilt als leistungsstärkstes Atomkraftwerk Europas.

Hier kann es jeder sehen wohin es mit dem kaputten Land Ukraine hingehen wird. Kiew braucht keine ernsthaften Gegner, die erledigen sich fast von selbst und maßlose Hilfe aus dem Westen wird das nicht ändern, es macht das Desaster am Ende nur fulminanter. Die Menschen in der EU werden für die ukrainischen Oligarchen von ihrer eigenen oligarchischen Feudalkruste in Haftung genommen, es wird noch extrem teuer für uns. Wer sich dagegen nicht wehrt, muss die Konsequenzen ebenso klaglos hinnehmen!

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