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29.07.2015

20:44 Uhr

Gegen den globalen Trend

Wachsende Menschheit, schrumpfendes Deutschland

Wir werden immer mehr – international gesehen. National hingegen sieht der Trend anders aus: Während gerade in Afrika und Asien die Bevölkerung wächst und wächst, schrumpft und schrumpft sie in Deutschland.

Die Menschheit wächst immer weiter – doch Deutsche gibt es immer weniger. dpa

Auf der Erde wird es enger

Die Menschheit wächst immer weiter – doch Deutsche gibt es immer weniger.

New YorkDie Menschheit wächst schneller als angenommen. Aus den derzeit 7,3 Milliarden Menschen werden in 15 Jahren 8,5 Milliarden geworden sein, wie der Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen am Mittwoch in New York mitteilte. Im Jahre 2050 sollen es dann 9,7 Milliarden sein - etwa 0,2 Milliarden mehr als bislang geschätzt. Im Jahr 2100 könnten 11,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben. In Deutschland schrumpft hingegen die Bevölkerung.

Derzeit sind für Deutschland 82,56 Millionen Einwohner angegeben, Nummer 15 in der Welt. Im Jahr 2050 werden nach Berechnungen der Wissenschaftler nur noch 72,6 Millionen Menschen in Deutschland leben und 2100 gar nur noch 56,9 Millionen - selbst unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren es fast zehn Millionen mehr. Von den größeren Ländern gibt es nur neun, deren Fruchtbarkeitsrate so gering ist, dass die Einwohnerzahl sinkt. Deutschland gehört dazu. Nach Japan ist es auch das älteste Land.

Die Forscher haben ihre weltweiten Zahlen korrigiert, weil die Fruchtbarkeitsraten langsamer als erwartet sinken. Das stärkste Wachstum gibt es vor allem in den Regionen, die heute zur Dritten Welt gehören. So soll die Hälfte des Wachstums in den nächsten 35 Jahren - also mit 1,2 Milliarden etwa so viele Menschen, wie heute in China leben - auf nur neun Länder entfallen: Indien, Nigeria, Pakistan, Kongo, Äthiopien, Tansania, USA, Indonesien und Uganda.

Indien soll China schon in sieben Jahren als bevölkerungsreichstes Land ablösen. Am schnellsten wächst aber Nigeria: Derzeit mit 174 Millionen das siebtgrößte Land, soll es bis 2050 an den USA vorbeiziehen und dann das drittgrößte gemessen an den Einwohnern sein. Zu dem Zeitpunkt soll es sechs Länder mit mindestens 300 Millionen Einwohnern geben: China, Indien und die USA, für die das heute schon zutrifft, und zusätzlich Indonesien, Nigeria und Pakistan.

Am schnellsten wächst aber Afrika. Bis 2050 sollen gleich 28 Länder des Kontinents ihre Einwohnerzahl verdoppeln. Für zehn Länder erwarten die Prognostiker, dass sie bis zum Jahr 2100 die Zahl ihrer Bürger mindestens verfünffachen. Dieses Wachstum gerade in der ärmsten Region der Erde sei die große Herausforderung der nächsten Jahrzehnte, hieß es.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Peter Noack

30.07.2015, 09:34 Uhr

Woher wissen die Vereinten Nationen, dass die Bevölkerung in Deutschland schrumpft?
Aktuell wächst die Zahl der in Deutschland lebenden Einwohner um mehr als eine Halbe Million jährlich. Daraus lässt sich das Schrumpfen und die Anzahl der in Deutschland Lebenden überhaupt nicht ermitteln. Will irgendjemand ernsthaft glauben, dass in einigen Jahrzehnten keiner mehr nach Deutschland will, um hier leben uns arbeiten zu können?
Heute müssen wir davon ausgehen, dass bis 2020 mehr als 85 Millionen in Deutschland leben werden. Wer kann seriös prognostizieren, dass 2030 nicht mehr als 90 Millionen hier leben werden. Bereits 2015 werden in Deutschland so viele Menschen beschäftigt sein, dass auch 86 Millionen Menschen sich hier auf sehr hohem Industriestaatenniveau versorgen können.
Die ganzen Prognosemodelle vernachlässigen die Migrationsbewegung, Zu- und Wegzüge.
Wer kann heute ermitteln, wie die Altersstruktur in Deutschland sein wird, wenn ältere Migranten in ihre Heimatländer zurückkehren und junge Migranten und Asylbewerber her kommen? Macht eine neue Bevölkerungsprognose und werft diese weg.

Herr Horst Meiller

30.07.2015, 13:48 Uhr

Da wurde ganz offensichtlich die jetzt laufende (auch beim HB endlich mal thematisierte) Völkerwanderung nach DE nicht mit einbezogen. Und selbst wenn DE schrumpfen WÜRDE: Wir haben auf einer relativ kleinen Fläche eine der höchsten Bevölkerungsdichten weltweit, in den nächsten Jahren werden durch zunehmende Automatisierung und durch Globalisierung Millionen von Arbeitsplätzen wegfallen. Also was soll dieser Unsinn?

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