Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.12.2015

09:31 Uhr

Gegen den IS

Saudi-Arabien kündigt muslimische Antiterror-Allianz an

34 muslimische Länder haben sich auf die Bildung einer neuen militärischen Allianz im Kampf gegen den Terror geeinigt. Saudi-Arabien soll die Führung übernehmen, sein wichtigster Rivale fehlt in der Koalition.

Unter saudi-arabischer Führung

Muslimische Länder schalten sich bei der Anti-Terrorbekämpfung ein

Unter saudi-arabischer Führung: Muslimische Länder schalten sich bei der Anti-Terrorbekämpfung ein

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

RiadSaudi-Arabien will zusammen mit Dutzenden muslimischen Staaten eine Militärallianz zur Bekämpfung des Terrorismus bilden. Insgesamt würden dem Bündnis 34 Nationen angehören, teilte das Königreich in einer über die staatliche Nachrichtenagentur SPA verbreiteten Erklärung am Dienstag mit.

Das sunnitische Saudi-Arabien werde die Führung der Allianz übernehmen. In der saudischen Hauptstadt Riad soll ein gemeinsames Zentrum zur Koordinierung und Unterstützung von Militäreinsätzen eingerichtet werden.

Der Islam verbiete „Korruption und Zerstörung in der Welt“, hieß es in der Erklärung weiter. Terrorismus stelle eine ernsthafte Verletzung der menschlichen Würde und Rechte dar, vor allem der Rechte auf Leben und auf Sicherheit.

Saudi-Arabien und der Terror: Falsche Freunde

Saudi-Arabien und der Terror

Falsche Freunde

Saudi-Arabien predigt und exportiert einen radikalen Islam ähnlich dem der Terrormiliz IS. Dabei ist der Westen im Kampf gegen den IS auf Riad angewiesen. Besonders ein Mitglied der saudischen Königsfamilie macht Sorgen.

In der Allianz verbünden sich muslimische Länder mehrerer Kontinente, etwa westafrikanische Mali, das südostasiatische Malaysia, der Libanon, Ägypten und benachbarte Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Nationen mit großen Militärapparaten wie Pakistan oder die Türkei sind ebenso dabei wie Krisenländer wie Libyen und der Jemen und kleine Staaten wie die Malediven und Bahrain. Vom afrikanischen Kontinent gehören neben Mali auch der Tschad, Somalia und Nigeria dem Bündnis an.

Saudi-Arabiens regionaler Rivale, der schiitisch geprägte Iran, ist dagegen ebenso wie der Irak und Syrien nicht Teil der Koalition. Die beiden Länder stehen bei den Konflikten in Syrien und im Jemen auf unterschiedlichen Seiten.

Saudi-Arabien führt zurzeit die Militärkoalition gegen die schiitischen – und vom Iran unterstützen – Huthi-Rebellen im Jemen an. Das Königreich beteiligt sich außerdem am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien.

Auf einer Pressekonferenz sagte der stellvertretende saudiarabische Kronprinz und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman, die Bemühungen der Militärallianz beschränkten sich nicht nur auf den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. „Zurzeit kämpft jedes muslimische Land auf individuelle Weise gegen Terrorismus“, sagte er. „Eine Koordinierung der Bemühungen ist sehr wichtig.“

Die USA haben wiederholt ein stärkeres Engagement der Golfstaaten bei der Bekämpfung der radikalen IS-Miliz in Syrien und im Irak gefordert. Der IS nutzt verstärkt auch im Jemen das Machtvakuum aus, um sich auszubreiten. Dort kündigte die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz für Dienstag eine Waffenruhe an, die zunächst sieben Tage gelten solle.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×