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04.04.2014

14:35 Uhr

Gegen Europas Sparpolitik

Zehntausende demonstrieren in Brüssel

Seit Jahren verfolgen viele europäische Staaten einen eisernen Sparkurs. Das treibt Menschen auf die Straße: In Brüssel demonstrieren zehntausende Gewerkschafter. Vereinzelt kommt es zu Ausschreitungen.

Die Mehrheit der Protestierer hat sich friedlich verhalten. Einige Hafenarbeiter warfen jedoch Steine in Richtung Polizei. dpa

Die Mehrheit der Protestierer hat sich friedlich verhalten. Einige Hafenarbeiter warfen jedoch Steine in Richtung Polizei.

BrüsselZehntausende Gewerkschafter aus mehreren EU-Ländern haben am Freitag in Brüssel gegen die europäische Krisenpolitik demonstriert. Die Brüsseler Polizei sagte, 25 550 Menschen hätten teilgenommen. Der Deutschen Gewerkschaftsbund schrieb in einer Mitteilung von 50.000 Demonstranten. Die mehrstündigen Proteste richteten sich gegen Sparpolitik und Sozialabbau. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei gab es mindestens einen Verletzten aufseiten der Demonstranten.

Die Mehrheit der Protestierer habe sich friedlich verhalten, sagte Ilse Van de Keere, Sprecherin der Brüsseler Polizei. Einige Hafenarbeiter hätten jedoch „alles, was sie finden konnten“ auf die Ordnungskräfte geworfen, etwa Steine oder Teile der Absperrungen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Ein Demonstrant verletzte sich nach Polizeiangaben, als er versuchte, einen Stein zu werfen.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Manche Demonstranten seien vermummt gewesen, berichteten Augenzeugen. Polizisten vor Ort hätten von etwa hundert gewalttätigen Protestierern gesprochen.

Auch aus Deutschland waren Teilnehmer angereist. Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutsche Gewerkschaftsbundes (DGB) erklärte in einer Mitteilung: „Die elementaren Eingriffe in die Tarifautonomie und in Arbeitnehmerrechte, die Lohn- und Sozialkürzungen und die neoliberale Sparpolitik haben die Finanzkrise nicht gelöst, sondern zu einer schwerwiegenden sozialen Krise gemacht.“ Insbesondere die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Staaten Europas stelle eine Hypothek für die Zukunft dar.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

04.04.2014, 15:22 Uhr

Euro- und EU-Diktatur machen Europa kaputt. Dieser Aufmarsch in Brüssel dürfte nicht der letzte gewesen sein. Jetzt gilt es im Mai den nicht legitimierten Brüsselkraten die rote Karte zu zeigen. Ja, liebe Bürger, es gibt gute Alternativen, die den Murks der Blockparteien aus der Vergangenheit abschaffen wollen. Wer diktatorisches Verhalten wählt, wer die Schuldenvergemeinschaftung wählt, wer den Rettungswahnsinn wählt, wer Parteien die Recht brechen wählt (GG und Maastrichtvertrag), wer höchste Jugendarbeitslosigkeit wählt, wer den Abbau der Sozialsysteme wählt, wer den Rentenbetrug wählt, wer unbezahlbare Energie wählt, wer sich somit selbst schädigen will, der kann die Altparteien wählen. Wer jedoch Souveränität Deutschlands will, wer bessere Demokratie und Mitbestimmung vor Ort will, wer staatlich gesicherte Sozialsysteme will und keine garantielose Privatisierung will etc., der sollte die Stimme einer Alternativen geben. Es gibt sie, auch in unserem Land! Die Gier, der Größenwahnsinn der EU und die Einmischung in fremde Länder müssen beendet werden. Wir müssen es nur wollen.

Account gelöscht!

04.04.2014, 15:26 Uhr

Die EU so wie sei heute instaliiert ist, ist am Ende und das wissen die EU-Kraten mit ihren Kommissaren.
Diese Leute haben die Ideen von de Gaulle und Adenauer mit Füßen getreten, sie waren ja so schlau.
Europa kann nur funktionieren, wenn es ein Europa der Vaterländer gibt wie es die beiden Politiker damals gewollt haben!
Ansonsten gibt es Bürgerkrieg in Europa, wie es das auf dem Balkan schon gegeben hat.
Mit pausenlos gedruckten Geld sind die Ungerechtigkeiten gegenüber der EU-Bevölkerung nicht mehr zu zu kleistern.
Jetzt kommt das nächste Größenwahnprojekt dazu, eine USA-Freihandelszone, damit wird die EU ein Teil der USA!

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