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29.08.2014

09:11 Uhr

Gegen syrische Rebellen

UN-Soldaten verteidigen Stellungen auf Golan

Dutzende schwerbewaffnete Blauhelmsoldaten haben auf die Entführung von 43 UN-Soldaten am Donnerstag reagiert und sich syrischen Rebellen entgegengestellt. Schüsse sind noch nicht gefallen, die Lage ist aber angespannt.

Oberst Roberto Ancan zeigt auf einer Karte, in welchem Gebiet sich die UN-Soldaten befinden. AFP

Oberst Roberto Ancan zeigt auf einer Karte, in welchem Gebiet sich die UN-Soldaten befinden.

ManilaNach der Entführung von 43 UN-Soldaten auf den Golanhöhen haben sich dutzende schwerbewaffnete Blauhelmsoldaten am Freitag syrischen Rebellen entgegengestellt. Insgesamt 75 philippinische Soldaten verteidigten zwei belagerte Posten in der UN-Zone zwischen Syrien und Israel, sagte Oberst Roberto Ancan vor Journalisten in Manila. Die UNO hatte zunächst von 81 umzingelten Soldaten gesprochen, Ancan zufolge handelt es sich jedoch um insgesamt 75 Blauhelme in den beiden Stellungen.

Seine Truppen seien gut ausgerüstet und ausgebildet, betonte Ancan. Bislang seien zwar keine Schüsse gefallen, die UN-Soldaten seien jedoch kampfbereit. Der philippinische Präsident Benigno Aquino nannte die Situation auf dem Golan „angespannt“, bislang erscheine die Lage aber „stabil“.

UN-Friedensmissionen – von Blauhelmen und zivilen Helfern

Aufgabe

Uno-Beobachter sollen in Krisengebieten den Frieden sichern, Waffenruhen überwachen, Menschenrechtsverletzungen verhindern, Flüchtlingen helfen oder Wahlen beobachten.

Anzahl

Derzeit (Stand: 31. Mai 2014) sind rund 115 950 Soldaten, Polizisten und Zivilisten im Einsatz.

Uno-Beschluss

Gemäß der Charta der Vereinten Nationen muss jeder Mission ein Beschluss des Uno-Sicherheitsrats vorausgehen. In ihm werden Art, Dauer und Umfang des Einsatzes festgelegt.

Premiere

Der erste Friedenseinsatz wurde im Mai 1948 genehmigt. Damals bewachten Militärbeobachter den Waffenstillstand zwischen Israel und seinen Nachbarn. Seitdem gab es 69 Uno-Friedensmissionen mit mehr als einer Million Soldaten und zivilen Mitarbeitern.

Zivile und militärische Hilfe

Gegenwärtig laufen 17 friedenssichernde Einsätze. Dabei sind rund 17 200 zivile Uno-Helfer im Einsatz. Etwa 11 850 von ihnen wurden in den jeweiligen Einsatzländern rekrutiert. Zum uniformierten Personal gehören rund 85 500 Soldaten, knapp 1850 Militärbeobachter und etwa 12 400 Polizisten.

Kommando

Die Truppen werden von den Uno-Mitgliedstaaten bereitgestellt, stehen aber unter dem Kommando der Vereinten Nationen. Die Soldaten und Polizisten tragen die Uniform ihres Heimatlandes und sind an blauem Helm, Barett oder Dienstmarke als „Blauhelme“ zu erkennen.

Truppenstärkste Länder

Die größten Truppensteller unter den 123 beteiligten Staaten sind Bangladesch mit fast 8770 und Indien mit 8120 „Blauhelmen“. Deutschland stellt derzeit insgesamt 193 Mann. Die truppenstärksten Einsätze sind mit insgesamt mit mehr als 21 100 Mann im Kongo (seit 2010), mit rund 18 500 im sudanesischen Darfur (seit 2007) und fast 12 000 im Südsudan.

43 UN-Soldaten von den Fidschi-Inseln waren am Donnerstag auf der syrischen Seite der Golanhöhen gefangen genommen worden. Die USA machten die islamistische Al-Nusra-Front für die Tat verantwortlich. Die entführten Soldaten gehören der UN-Beobachtertruppe für Truppenentflechtung (Undof) an, die eine 1974 zwischen Israel und Syrien geschlossene Waffenruhe überwacht. Die 75 philippinischen Soldaten wurden von den Angreifern belagert, nachdem sie sich geweigert hatten, ihre Waffen niederzulegen.

Zu der Undof-Mission gehören derzeit rund 1200 Soldaten aus sechs Ländern – Indien, Irland, den Niederlanden, Nepal, den Philippinen und den Fidschi-Inseln. Die westlichen zwei Drittel (1200 Quadratkilometer) des Golan wurden 1967 von Israel besetzt und 1981 annektiert, was die internationale Staatengemeinschaft nicht anerkennt. Die übrigen 510 Quadratkilometer blieben unter syrischer Kontrolle.

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afp

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