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17.11.2013

15:10 Uhr

Geheimdienste

Britische Agenten überwachen Diplomatenhotels

Neu Erkenntnisse zum britischen Geheimdient lassen kühnsten Agententräume wahr werden. Die Agenten überwachen offenbar die Reservierungssysteme von weltweit mehr als 350 Hotels.

Whistleblower Edward Snowden: Neue Details über die Überwachungspraxis von Hotels. Reuters

Whistleblower Edward Snowden: Neue Details über die Überwachungspraxis von Hotels.

Der britische Geheimdienst GCHQ überwacht einem Bericht des Hamburger Magazins "Der Spiegel" zufolge gezielt die Reservierungssysteme von weltweit mehr als 350 Hotels, die häufig von Diplomaten und Regierungsdelegationen gebucht werden. Durch das als streng geheim eingestufte Programm Royal Concierge ("Königlicher Portier") werden die GCHQ-Analysten demnach tagesaktuell über Hotelreservierungen und damit über Reisepläne von Diplomaten und Delegationen informiert.

Wie "Der Spiegel" am Sonntag unter Berufung auf Unterlagen des US-Geheimdienstenthüllers Edward Snowden weiter berichtet, gleicht das Programm die Buchungen automatisiert mit E-Mail-Adressen ab und durchsucht sie gezielt nach bekannten Regierungsadressen, etwa mit den Endungen gov.xx. Die Vorabinformation über die Hotelaufenthalte ermögliche den "technischen Abteilungen" des britischen Dienstes, entsprechende Vorbereitungen. Den Unterlagen zufolge können dazu das Abschöpfen des Zimmertelefons und der dort eingesetzten Computer gehören.

Die Ergebnisse von Royal Concierge könnten auch die Voraussetzungen für Humint-Operationen sein, heißt es in den Dokumenten. Die Abkürzung steht im Geheimdienstjargon für Human Intelligence, also den Einsatz menschlicher Spione. Das GCHQ wollte den Vorgang auf "Spiegel"-Anfrage "weder bestätigen noch dementieren".

Von

afp

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