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11.08.2012

03:23 Uhr

Geheimdienste

Experten warnen vor Terroranschlägen in Europa

Bundesnachrichtendienst-Chef Schindler warnt, dass Al-Kaida-Terroristen „den Heiligen Krieg auch nach Europa tragen“ wollen. Die USA unterdessen warnen vor Anschlägen der Hisbollah; sie stünden unmittelbar bevor.

Fast zwei Dutzend Menschen starben bei der Attacke auf Menschen in der Londoner Underground im Sommer 2005. AFP

Fast zwei Dutzend Menschen starben bei der Attacke auf Menschen in der Londoner Underground im Sommer 2005.

Berlin / WashingtonBND-Chef Gerhard Schindler warnt vor Selbstmordanschlägen islamistischer Einzeltäter in Europa aus dem Umfeld von Al-Kaida. „Eine Bedrohung sind vor allem Al-Kaida-Strukturen aus dem Jemen. Sie wollen den Heiligen Krieg auch nach Europa tragen“, sagte Schindler der Zeitung „Die Welt“.

Dazu gehöre nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) das Modell des Einzelgängers („lone wolf“), der aus dem Land des Anschlagsziels komme und im Ausland auf Attentate vorbereitet werde. „Wir wissen, dass diese Strategie aktuell auf der Agenda von Al-Kaida steht und sind entsprechend aufmerksam“, sagte Schindler. In Afghanistan habe der BND dank guter Vernetzung in dem Land bereits seit Januar 2011 19 Anschläge auf Bundeswehrsoldaten vereiteln können.

Auch die USA warnen vor Terror in Europa. Anschläge der libanesischen Hisbollah-Miliz stünden unmittelbar bevor. „Wir denken, dass die Hisbollah jederzeit und ohne irgendeine Art Vorwarnung Anschläge in Europa und anderswo begehen könnte“, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums in Washington am Freitag.

Die radikalislamische Hisbollah und der Iran würden „intensive terroristische Aktivitäten“ in der nahen Zukunft beibehalten. Die von Scheich Hassan Nasrallah geführte schiitische Hisbollah-Bewegung, die auch an der derzeitigen libanesischen Regierung beteiligt ist, wird traditionell vom Iran unterstützt.

Laut US-Außenministerium arbeitet die Hisbollah derzeit an einer „Intensivierung ihres Terror-Feldzugs“ auf der ganzen Welt. Während die Hisbollah in Europa präsent sei, gebe es keine Hinweise auf „operationelle Aktivitäten“ der Gruppe in den USA. Auch gebe es keine Informationen zu geplanten Anschlägen in den USA. Dagegen sei die Hisbollah beispielsweise an Anschlägen in Thailand „interessiert“, wo ein Anschlagsversuch bereits Anfang 2012 gescheitert sei.

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Die Hisbollah wird von den USA und Israel als Terrororganisation eingestuft, von der EU dagegen nicht. Dem US-Außenministerium zufolge könnte die Gruppe auch deshalb verstärkt Anschläge planen, weil ihre Hauptverbündeten im Iran und in Syrien international verstärkt unter Druck stehen.

Während gegen den Iran wegen seines umstrittenen Atomprogramms internationale Sanktionen in Kraft gesetzt wurden, sieht sich die syrische Führung seit mehr als einem Jahr mit einem landesweiten Volksaufstand konfrontiert, den sie blutig niederschlagen lässt.

Kommentare (10)

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Popp

11.08.2012, 03:57 Uhr

Vieleicht sollten die westlichen Geheimdienste einfach nur aufhören, diese Terrorgefahren zu schüren. Die Lösungen der gesamten Probleme ergeben sich aus dem Plan B der Wissensmanufaktur.net. Wie lange sollen die Menschen dieser Welt noch der Propaganda der Massenmedien glauben? In hundert Jahren wird man unsere Nachfahren fragen: "Die Menschen haben nichts davon gewußt?" Es wiederholt sich offenbar alles. Andreas Popp

Account gelöscht!

11.08.2012, 04:37 Uhr

Die meisten Terroristen vom 11.9 kamen aus Saudi-Arabien, da sollten wir mal aufräumen.

KFR

11.08.2012, 07:31 Uhr

ist der Tatbestand der Volks-Verhetzung, Anstiftung und Vorbereitungzu/von Angriffskriegen in diesem Land eigentlich noch strafbar ?

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