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29.01.2016

13:44 Uhr

Geheimdienste

NSA soll Drohnen ausgespäht haben

Der US-Geheimdienst NSA sorgt wieder für Schlagzeilen: Jahrelang soll er Bilder und Daten israelischer Militärdrohnen abgefangen haben, wie nun bekannt wurde. Die Enthüllungen dürften Folgen für die Bundeswehr haben.

Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden setzt der NSA durch neue Enthüllungen zu. dpa

Logo des US-Geheimdienstes NSA

Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden setzt der NSA durch neue Enthüllungen zu.

HamburgDer US-Geheimdienst NSA und der britische Geheimdienst GCHQ haben einem Medienbericht zufolge jahrelang mit großem technischen Aufwand Daten und Bilder israelischer Militärdrohnen abgefangen. Für die „Operation Anarchist“ sei eine Abhörstation auf Zypern genutzt worden, berichtete der „Spiegel“ am Freitag unter Berufung auf geheime Dokumente aus dem Bestand des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Die Enthüllung hat auch Konsequenzen für die Bundeswehr.

Die vom „Spiegel“ zitierten Dokumente liegen den Angaben des Hamburger Magazins zufolge auch der Enthüllungsplattform „The Intercept“ der israelischen Zeitung „Jediot Ahronot“ vor. Demnach gelang es den Geheimdiensten auch, Daten der israelischen Drohne Heron TP auszuwerten, weshalb die Enthüllung auch Konsequenzen für die Bundeswehr hat.

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Die Zahl von Kampf-, Transport- und Spürpanzern soll merklich wachsen: Das geht aus der Aufstellung des 130-Milliarden-Investionsprogramms für die Bundeswehr hervor. Ministerin von der Leyen nennt weitere Details.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte kürzlich entschieden, für Auslandseinsätze der Bundeswehr bis zu fünf der bewaffnungsfähigen Heron-TP-Aufklärungsdrohnen von Israel zu leasen. Die Drohnen sollen die Zeit bis zur Fertigstellung einer europäischen Drohne überbrücken, die Deutschland derzeit mit mehreren anderen EU-Staaten entwickelt.

Das Ministerium kündigte laut „Spiegel“ an, mögliche Sicherheitslücken zu schließen. „Das System Heron TP, das als Überbrückungslösung bis zur Eurodrohne genutzt werden soll, wird nicht deckungsgleich mit dem jetzigen israelischen System sein“, hieß es demnach. Die Verschlüsselung des Datenversands werde „für den deutschen Bedarf angepasst“.

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Seit Jahren steht der Bundesnachrichtendienst in der Kritik – auch wegen seiner engen Zusammenarbeit mit US-Diensten. Neue gesetzliche Regeln sollen nun neues Vertrauen schaffen. Ob das gelingt, ist offen.

Die Heron-TP-Drohnen vom israelischen Staatskonzern IAI können in einer Höhe von bis zu 13,7 Kilometern fliegen, bis zu 36 Stunden in der Luft bleiben und bis zu einer Tonne Nutzlast mitführen. Sie sind 14 Meter lang, haben eine Spannweite von 26 Metern und können über Satelliten mit der Bodenstation in Verbindung bleiben.

Von

afp

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