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24.09.2013

02:50 Uhr

Geheimnisverrat

FBI-Agent muss hinter Gitter

Ein ehemaliger Agent hat Informationen über einen gescheiterten Terroranschlag in Jemen weiter gegeben. Das gefiel dem US-Justizministerium überhaupt nicht. Jetzt muss er dafür büßen.

Das US-Ministerium bestraft Donald Sachtleben, einen ehemaligen Agenten des FBI, für die Weitergabe von Informationen an die Presse. ap

Das US-Ministerium bestraft Donald Sachtleben, einen ehemaligen Agenten des FBI, für die Weitergabe von Informationen an die Presse.

WashingtonEin ehemaliger FBI-Agent muss für die Weitergabe von Geheiminformationen an die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ins Gefängnis. Donald Sachtleben habe sich in einem gerichtlichen Vergleich schuldig bekannt, einem AP-Reporter gesetzeswidrig über einen vereitelten Terroranschlag Auskunft gegeben zu haben, teilte das Justizministerium am Montag in Washington mit.

Er sei die Quelle für einen exklusiven Bericht der Agentur im Mai 2012 gewesen, der Details über eine Aktion des US-Geheimdienstes CIA im Jemen genannt hatte. Der lokale Ableger der Terrororganisation Al-Kaida soll damals versucht haben, eine Bombe in einem Flugzeug zu zünden. Der 55-Jährige habe zugestimmt, für die Weitergabe der Informationen 43 Monate lang ins Gefängnis zu gehen.

Die Folgen der Wikileaks-Enthüllungen

Disziplinarstrafen

Nicht nur gegen Manning wurde ermittelt. Insgesamt verhängte das Militär Disziplinarstrafen gegen 15 weitere Soldaten. Namen sind nicht bekannt und auch bei den geahndeten Vergehen selbst und den Strafen halten sich die Streitkräfte bedeckt. Ein Sprecher begründet dies mit den strengen Vorschriften zu den Persönlichkeitsrechten des Personals.

Augenzeugenberichte und Gerichtsunterlagen lassen jedoch einige Mutmaßungen zu, gegen wen Strafen verhängt worden sein könnten. So geht aus Dokumenten beispielsweise hervor, dass Mannings Vorgesetzte dessen Verhaltensauffälligkeiten ignoriert haben sollen. Unter anderem schickte ihnen Manning offenbar ein Foto von sich selbst in Frauenkleidung. Mannings Einsatz im Irak hätte vor diesem Hintergrund niemals stattfinden dürfen, argumentiert die Verteidigung.

Strengere Computersicherheit

Das US-Verteidigungsministerium arbeitet an einer Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen im EDV-System. Inzwischen ist es für Einzelne schwieriger, als geheim eingestufte Daten allein auf mobile Datenträger zu überspielen. Die Verwendung von mobilen Speichermedien und CDs muss nun von Abteilungsleitern genehmigt werden. Manning hatte damals eine wiederbeschreibbare CD mit der Aufschrift „Lady Gaga“ zur Speicherung der Daten verwendet, die er anschließend an Wikileaks weiter gab.

Zugang zu Websites limitieren

Derzeit arbeitet das Ministerium daran, Aktionen einzelner Nutzer leichter zurückverfolgen zu können. Außerdem soll mit einer Chipkarte der Zugang zu Webseiten mit heiklen Informationen limitiert werden.

Angst um nationale Sicherheit

Zwar hat die Veröffentlichung von diplomatischen Depeschen und Videos die USA und ihre Verbündeten zutiefst blamiert, doch darüber hinaus gibt es keine Anzeichen für eine konkrete Gefährdung der häufig beschworenen nationalen Sicherheit. Unmittelbar nach den Enthüllungen durch Wikileaks vor drei Jahren hatten die US-Behörden vor schlimmen Folgen gewarnt.

Tatsächlicher Schaden

Eine Prüfung durch das Pentagon im August 2010 ergab jedoch, dass keine Quellen oder Praktiken des Geheimdienstes bekannt geworden sind. Seither wurde keine weitere Beurteilung der Folgen veröffentlicht.

Der Fall hatte im vergangenen Mai für Aufsehen gesorgt, weil das Justizministerium sich für die Aufklärung des Falls heimlich massenhaft Telefondaten des Medienunternehmens verschafft haben soll.

Nach Angaben von AP handelte es sich dabei um die Anruflisten von 20 Anschlüssen. Mehr als 100 Journalisten seien ausspioniert worden. Einer davon sei der Reporter gewesen, mit dem Sachtleben Kontakt hatte, heißt es in einem Papier der Anklage.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

24.09.2013, 08:20 Uhr

Was für ein Terrorstaat. Mit anderen Worten: Die Welt hätte also nicht davon erfahren von dem Anschlag, und weil Sie es erfahren hat muss der Mann der geplaudert hat für 4 Jahre hinter Gitter. Die Telefonüberwachung bei AP zeigt doch auch das die ihre Befugnisse ganz schön überdehnen. Es zeigt einmal mehr: Die Sozis und Linken sind das schlimmste was der Welt passieren kann. Unter Bush war nicht alles perfekt und auch ich dachte ein Wechsel täte mal ganz gut, aber unter Obama ist das Land zu einem absoluten Überwachungsstaat vorher unbekannten Ausmaßes geworden. Linksradikale haben auf diesem Planeten schlimmer gewütet als jede andere Gruppe, egal ob Pol Pot, Stalin oder Mao, dagegen waren die Nazis Weisenknaben was die Todeszahlen und die Brutalität angeht. Diese Linke Gedankengut kennt außerdem kein Unrechtsbewusstsein, die Obamaregierung meint ja absolut im Recht zu sein und das sei schon alles 100% richtig so was die machen.

Account gelöscht!

24.09.2013, 08:54 Uhr

Schlimm, wie die USA mit Menschen umgehen, die nur die Öffentlichkeit informieren.

Rainer_J

24.09.2013, 09:30 Uhr

"Nazis" (Nationalsozialisten) sind ebenfalls Linke. Ansonsten haben Sie recht. Linke wollen ähnlich wie Piraten das Geld der anderen und gehen dafür auch über Leichen. Weltweit sind Linke für 240 Millionen Tote verantwortlich.

Linke sind nichts anderes als staatlich anerkannte Mafia.
In der UdSSR war der Begriff "Nationalsozialisten" verboten, damit niemand merkt, dass es Linke waren.

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