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11.06.2015

10:21 Uhr

Geheimtreffen hinter verschlossenen Türen

Der mächtige Bilderberg

VonHans-Peter Siebenhaar

Verlagschefs, Ex-Weltbank-Präsidenten, vorbestrafte Immobilien-Tycoons: Sie alle sind Bilderberger, die gerade hinter verschlossenen Türen in Tirol zusammenkommen. Unser Autor sprach mit einem Teilnehmer.

Treffpunkt für eine sagenumwobene Gruppe: ein Hotel in Tirol. PR

Interalpen Hotel

Treffpunkt für eine sagenumwobene Gruppe: ein Hotel in Tirol.

WienWas haben Springer-CEO Mathias Döpfner, Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel, Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt und der österreichische Verleger Oscar Bronner gemeinsam? Das Quartett fährt in ein abgelegenes Luxushotel in der Tiroler Gemeinde Telfs.

Dort treffen sich in der imposanten Interalpen-Herberge Tyrol auf 1300 Meter Höhe die Einflussreichen aus Wirtschaft, Finanzen und Medien. Die vor 30 Jahren erbaute, abgeschiedene Anlage der deutschen Baumaschinen-Unternehmerfamilie Liebherr, nur rund 40 Kilometer von Schloss Elmau, ist der ideale Ort für die Bilderberg-Konferenz. Die 140 Teilnehmer betreiben dort eine Art Nachlese des G7-Treffens.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.

Der Autor

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.

Der Gastgeber Henri de Castries, im Hauptberuf Vorstandschef des französischen Versicherungskonzerns Axa, darf sich in diesem Jahr freuen. Der Einladung der Bilderberg-Gruppe sind viele Mächtige rund um den Globus gefolgt. Unter den Gästen sind der frühere Weltbank-Chef James David Wolfensohn, der vorbestrafte Immobilien-Tycoon und Karstadt-Eigner René Benko, dessen enger Berater und Österreichs Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer, der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger, Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld, Siemens-Boss Joe Kaeser, der frühere französische Premier Alain Juppé und der milliardenschwere schwedische Investor Jacob Wallenberg.

Das Besondere an der Bilderberg-Konferenz: Über die Inhalte der tagelangen Diskussionen und Vorträge soll nichts an die Öffentlichkeit dringen. „Natürlich kann sich jeder seine Notizen machen, doch es wird keine Erklärung für die Öffentlichkeit geben“, sagt ein Teilnehmer, der schon viele Male auf Bilderberg-Konferenzen war, dem Handelsblatt.

„Ich hole mir dort Anregungen und Ideen und treffe dort interessante Menschen“, begründet der Unternehmer, der ungenannt bleiben wollte, warum er an der Konferenz teilnimmt. Das ist natürlich eine Untertreibung. Denn bei dem geheimen Treffen geht es um viel mehr als um die Aneinanderreihung von Meinungen und Informationen. Ziel ist auch die Bildung eines Konsenses über die Probleme dieser Welt.

Im Mittelpunkt steht diesmal die Sicherheits- und Verteidigungspolitik neben politischen und wirtschaftlichen Dauerbrennern wie der Globalisierung. Ihr Kommen haben daher auch die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Thomas Enders, CEO des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, zugesagt. Die von der Bilderberg-Konferenz beauftragte Münchner PR-Agentur CNC verschickte dieser Tage auf Anfrage eine Themenliste mit 16 Punkten, die sich wie ein Sammelsurium der jüngsten Nachrichten liest.

Dort werden als Themen genannt: USA, Russland, Griechenland, Mittlerer Osten, Nato, Wahlen in den USA, aber auch Künstliche Intelligenz, Netzsicherheit, chemische Waffen und Terrorismus. Journalisten und Fotografen sind bei dem alpinen Bilderberg-Treffen nicht zugelassen. Nur ein PR-Manager wird anwesend sein, der nach eigener Aussage aber keine Auskünfte über die Redebeiträge geben wird.

Kommentare (15)

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Herr la ho

11.06.2015, 10:45 Uhr

"Unter Autor"....

In den letzten 3 Monaten frage ich mich mehr und mehr, ob die Autoren ihre eigenen Artikel überhaupt noch einmal selber lesen. Ich bin selber nicht besonders bewandert im Deutschen, aber mittlerweile springen einem in jedem zweiten Artikel Rechtschreibfehler und/oder grobe Vertipper ins Gesicht.

Herr C. Falk

11.06.2015, 10:49 Uhr

Selbstverständlich ist nicht jeder der von den Bilderbergern eingeladen wird schon deshalb ein Bilderberger. Der Kreis, der die jeweiligen Einladungen auspricht ist relativ klein und das sind "die" Bilderberger.

Bei dem diesjährigen Treffen fällt auf , dass nicht nur Frau von der Leyen geladen ist sondern auch deren Staatssekretärin Frau Katrin Suder, der intellektuelle und organisationsstarke Kopf hinter Frau von der Leyen.

Bei vorhergehenden Treffen fiel auf, dass zumindest die Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers immer von den Bilderbergern eingeladen wurden, die es dann auch meistens schafften, den Sessel dieses Amtes zu erklimmen, wenn auch nicht immer, wie z.B Herr Steinbrück.

Man kann davon ausgehen, Frau von der Leyen hat gute Chancen, Frau Merkel zu beerben, falls diese vorhaben sollte sich noch mehr der "globalen" Politik zu widmen als bisher.

Herr Erik Wikinger

11.06.2015, 11:02 Uhr

Bilderberger - nur ein netter Plauderverein.
Wer etwas anderes behauptet ist ein Verschwöhrungstheoriespinner ......
https://guidograndt.wordpress.com/2015/06/11/brandaktuell-zum-treffen-der-weltelite-bilderberger-das-geheime-zentrum-der-macht-1/

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