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28.01.2015

13:59 Uhr

Geiseln

Jordanien ist zu Austausch mit IS bereit

Jordanien ist offenbar bereit, eine zum Tode verurteilte Terroristin gegen den von IS festgehaltenen Militärpiloten auszutauschen. Was mit dem Japaner Kenji Goto passieren soll, bleibt dagegen unklar.

IS-Terror

Japan kämpft um Freilassung von IS-Geisel

IS-Terror: Japan kämpft um Freilassung von IS-Geisel

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AmmanJordanien ist bereit, eine inhaftierte Islamistin auf Wunsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Tausch für einen jordanischen Piloten freizulassen. Die Extremistin Sadschida al-Rischawi solle freikommen, sobald der IS bereit sei, einen als Geisel gehaltenen jordanischen Piloten zu entlassen, sagte der jordanische Informationsminister Mohammed al-Mumani am Mittwoch im Staatsfernsehen. Keine Angaben machte al-Mumani über das weitere Schicksal einer japanischen Geisel in den Händen der Dschihadisten.

Der IS hatte vor einer Woche mit der Tötung der beiden japanischen Geiseln Kenji Goto und Haruna Yukawa gedroht. Zunächst forderten die Dschihadisten 200 Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 170 Millionen Euro, Lösegeld, später verlangten sie die Freilassung Al-Rischawis. In einem am Wochenende veröffentlichten Video war dann die angebliche Tötung Yukawas bekanntgegeben worden, für Goto stellten sie später ein neues Ultimatum bis Mittwoch. Dabei drohten die IS-Kämpfer auch mit der Ermordung des jordanischen Piloten Muas al-Kasasba.

Seine Mutter zeigt ein Foto des jordanischen Militäpiloten, der sich in Gewalt der Dschihadistengruppe IS befindet. ap

Seine Mutter zeigt ein Foto des jordanischen Militäpiloten, der sich in Gewalt der Dschihadistengruppe IS befindet.

Al-Kasasba war Mitte Dezember über dem nordsyrischen Al-Rakka abgestürzt und von den Dschihadisten gefangen genommen worden. Er hatte im Auftrag der internationalen Koalition Angriffe auf Stellungen des IS geflogen.

Die Sicherheit Al-Kasasbas habe höchste Priorität, sagte Informationsminister Al-Mumani im Staatsfernsehen. Details wie Ablauf und Zeitpunkt des Gefangenenaustausches nannte er jedoch nicht. Der IS hatte ursprünglich Mittwochabend als Ultimatum für die Freilassung Al-Ridschawis genannt.

Japans stellvertretender Außenminister Yasuhide Nakayama, der in Amman die Bemühungen um eine Geiselfreilassung koordiniert, äußerte sich nicht zum Stand der Verhandlungen. Die USA lehnen Verhandlungen mit dem IS ab.

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Die Irakerin war 2005 an einer schweren Anschlagserie in der jordanischen Hauptstadt Amman beteiligt. Für den IS hat sie großen Wert: Sie soll mit einem der Topterroristen aus der Gründungszeit der Terrormiliz verwandt sein.

Sollte der IS die Freilassung einer Al-Kaida-Terroristin erzwingen, wäre das nach Meinung von Beobachtern ein großer Propagandaerfolg für die Terrormiliz.

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