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11.07.2012

06:52 Uhr

Geldbedarf in Italien

Monti schließt weitere Finanzhilfen nicht aus

Mario Monti will nicht ausschließen, dass Italien doch noch Geld aus dem Rettungsfonds ESM beantragen wird. Aktuell bestehe zwar kein Bedarf, aber es sei schwer zu sagen, dass „Italien niemals Hilfe benötigen wird“.

Mario Monti will sich noch nicht festlegen, ob Italien Geld aus dem ESM beantragen wird oder nicht. dpa

Mario Monti will sich noch nicht festlegen, ob Italien Geld aus dem ESM beantragen wird oder nicht.

Brüssel/RomItaliens Ministerpräsident Mario Monti hat nicht ausgeschlossen, dass sein Land eines Tages Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds benötigt. "Es ist sehr schwer zu sagen, dass Italien niemals Hilfe aus dem einen oder anderen Fonds benötigen wird, und Umsicht bringt mich dazu, nicht über solche Dinge zu sprechen", sagte Monti am Dienstag nach einem zweitägigen Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Zugleich betonte er, dass die italienische Regierung derzeit keine Hilfen anfordern müsse.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte derweil, dass die italienische Wirtschaft trotz der "ambitionierten Bemühungen" Montis in der Eurokrise "verletzlich" bleibe. Sollte Italien von der Krise in der Eurozone angesteckt werden, drohten zugleich regionale und globale Auswirkungen, erklärte der IWF in einem Jahresbericht. Zwar seien die italienischen Banken "solide", aber noch immer in hohem Maße von der Europäischen Zentralbank abhängig. Für dieses Jahr rechnet der IWF mit einem Anstieg der Staatsverschuldung in Italien von 125,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Italien muss derzeit am Markt hohe Zinsen für seine Schuldscheine zahlen. Beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel hatte Monti Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Zustimmung abgerungen, dem neuen Rettungsfonds ESM auch den Aufkauf von Staatsanleihen zu erlauben, um so die Zinsen für angeschlagene Länder wie Italien oder Spanien zu senken und damit möglicherweise internationale Finanzhilfen abzuwenden.

Von

afp

Kommentare (7)

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Scratchpatch

11.07.2012, 07:11 Uhr

Und wer soll das sein, von dem Italien Hilfe will, wenn sie denn attraktiv genug ist und den italienischen Ansprüchen genügt? Frankreich muss selbst sparen und Deutschland wird demnächst unter dem weltweiten Konjunktureinbruch zurückstecken müssen. Außerdem müssen alle europäischen Länder erst mal ihre eigenen Schulden abbauen, auch Deutschland.
Da sollte sich die italienische Regierung doch erst mal an die vielen vermögenden Italiener wenden, da ist mehr zu holen.

Euroklopapierentsorger

11.07.2012, 07:14 Uhr

Ich würde Deutschland, Österreich und Finnland auch raten, Hilfen aus den Rettungsfond zu beantragen. Das scheint zur Zeit in Mode zu sein. Da würde die Südschiene gleich aufschreien. Wenn es die Pleiteländer am Mittelmeer durch führen, darf der deutsche Michel nicht aufmucken und nur zahlen. Viel Spaß in der Schuldenunion.

Rene

11.07.2012, 07:41 Uhr

Wenn Italien Hilfe braucht, soll er sich mal an sein Volk wenden, so wie der Deutsche Steuerzahler auch kräftig zur Kasse gebeten wird.

@Euroklopapierentsorger: Dem kann ich mich anschließen. Gerade die Kosten für HRE, Commerzbank,, HSH und WestLB ließen sich gut mit Italien, Spanien und Frankreich "solidarisieren". Oder die Mehrkosten, wenn in Dtl. die 20 h Woche und die Rente mit 40 eingeführt wird.

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