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10.10.2014

14:29 Uhr

Geldgeber gesucht

Konferenz für Wiederaufbau des Gazastreifens

Der Krieg im Gazastreifen ist vorbei. Doch seine Spuren sind noch sichtbar. Auf einer Geberkonferenz in Kairo sollen jetzt die für den Wiederaufbau benötigten Milliardensummen eingeworben werden.

Die Zerstörungen, die der dritte Krieg innerhalb von sechs Jahren zwischen Israel und extremistischen Palästinensergruppen im Gazastreifen hinterließ, sind gewaltig. dpa

Die Zerstörungen, die der dritte Krieg innerhalb von sechs Jahren zwischen Israel und extremistischen Palästinensergruppen im Gazastreifen hinterließ, sind gewaltig.

KairoÄgypten und Norwegen sind Gastgeber, mindestens 50 spendenwillige Länder sind vertreten, wenn am Sonntag in Kairo die benötigten Milliardensummen für den Wiederaufbau des Gazastreifens eingeworben werden sollen. Auch 20 internationale Organisationen sitzen mit am Tisch.

Bei der zentralen politischen Veranstaltung unter dem Titel „Die Herausforderungen benennen“ werden UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Chefdiplomat John Kerry sprechen. Nicht nur sie werden auf eine nachhaltige Beilegung des israelisch-palästinensischen Konflikts dringen.

Die Zerstörungen, die der dritte Krieg innerhalb von sechs Jahren zwischen Israel und extremistischen Palästinensergruppen in dem isolierten Küstengebiet hinterließ, sind gewaltig. Die in Ramallah im Westjordanland sitzende Palästinensische Autonomiebehörde hat einen 76 Seiten umfassenden Wiederaufbauplan vorgelegt, der die Gesamtkosten auf 3,15 Milliarden Euro schätzt.

Davon entfallen 47,5 Prozent auf die Wiederherstellung von Wohnraum und Infrastruktur, 30 Prozent auf Reparaturen und Wiederankurbelung im Wirtschaftssektor, 17,5 Prozent auf den sozialen Bereich inklusive Katastrophenhilfe sowie die restlichen fünf Prozent auf die Schadensbehebung im Verwaltungssektor.

Zahlen und Fakten zum Gaza-Streifen

Größe und Bevölkerungsdichte

1,8 Millionen Menschen auf 360 Quadratkilometern

Junge Bevölkerung

43,2 Prozent der Bewohner in Gaza sind jünger als 15 Jahre (in Deutschland 14 Prozent, Quelle: statistisches Bundesamt). Nur 2,6 Prozent sind älter als 65 (in Deutschland 21 Prozent).

Arbeitslosigkeit

Laut IWF liegt die Arbeitslosigkeit im Gaza-Streifen bei 40 Prozent. Zum Vergleich: In Israel sind es 6,2 Prozent.

Legaler Übergang?

Es gibt nur einen legalen Übergang für Waren: den Grenzposten Kerem Shalom im Süden des Gaza-Streifens nach Israel.

 

Nahrungsmittelhilfe

Laut BBC erhalten 80 Prozent der Bevölkerung irgendeine Form von Nahrungsmittelhilfe, zum Beispiel durch die Uno.

Leitungswasser

Nur 5,5 Prozent des Leitungswassers genügen den Trinkwasserstandards der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Elektrizität

Es gibt nur ein Kraftwerk im Gaza-Streifen, es produziert Strom für circa ein Drittel der Bevölkerung. Mangels Kraftstoff fällt es jedoch regelmäßig aus. Bereits vor Kriegsbeginn hatten die Bewohner Gazas so nur circa acht Stunden Strom pro Tag. Seit den Angriffen auf das Kraftwerk am 29. Juli sind es, wenn überhaupt, noch zwei Stunden Strom pro Tag.

Abwasser

Durch die mangelnde Stromversorgung kann das Abwasser nicht ausreichend behandelt werden. Laut BBC werden daher pro Tag etwa 90 Millionen unbehandeltes Wasser ins Mittelmeer gepumpt.

Ein großer Teil der Hilfsmittel soll über internationale Organisationen eingesetzt werden, vor allem das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA). Unter günstigen und friedlichen Voraussetzungen könnten die nötigen Baumaßnahmen in rund drei Jahren abgeschlossen sein, schätzt die palästinensische Regierung.

Von

dpa

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