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13.04.2011

14:55 Uhr

Geldpolitik

Fed-Banker nehmen Bernanke unter Beschuss

US-Notenbanker warnen vor den Gefahren einer allzu lockeren Geldpolitik. Der Fed-Präsident aus Dallas etwa sieht das Risiko, dass die Inflation nicht unter Kontrolle gehalten werden kann.

Fed-Chef Ben Bernanke. Quelle: dpa

Fed-Chef Ben Bernanke.

Louis Führende Vertreter der US-Notenbank haben vor wachsenden Gefahren durch die lockere Geldpolitik gewarnt. "Ich sehe das Risiko, dass wir es nicht schaffen, die Inflation unter Kontrolle zu halten", schrieb der Präsident der Federal Reserve in Dallas, Richard Fisher, in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Die US-Firmen hätten bereits genügend "finanziellen Treibstoff im Tank", um zu wachsen und Arbeitsplätze zu schaffen: "Wir hören von Unternehmen in den USA und in anderen Ländern, dass sie versuchen, den Preisauftrieb bei Rohstoffen und anderen Materialien aus dem Ausland an ihre Kunden weiterzugeben."

Auch Fishers Kollege James Bullard schlägt in die gleiche Kerbe: "Die Frage, wie wir aus der überaus lockeren Geldpolitik herauskommen, stellt sich jetzt wieder", sagte der Gouverneur der Fed von St. Louis Reuters-Insider TV. Bullard geht davon aus, dass die Fed ihr konjunkturstimulierendes Ankaufprogramm für Staatsanleihen im Volumen von 600 Milliarden Dollar wie geplant Ende Juni auslaufen lässt. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung müsse aber darüber gesprochen werden, wie schnell und wie kräftig die massive Konjunkturhilfe danach abgebaut werden könne, fügte Bullard hinzu.

Dabei gehe es sowohl um höhere Zinsen als auch um den Verkauf eines Teils der von der Fed erworbenen Bonds: Der Notenbanker, der dieses Jahr anders als Fisher kein Stimmrecht im Zinsausschuss der Fed hat, möchte zunächst einen Teil der Anleihen abstoßen und erst danach die derzeit rekordniedrigen Zinsen von null bis 0,25 Prozent anheben. Allerdings sei nach dem Abschluss des Ankaufprogramms zunächst damit zu rechnen, dass die Fed einige Monate abwarten werde, bevor sie bei der Geldpolitik eine straffere Gangart einschlage, sagte Bullard.

In der Notenbank gibt es unterschiedliche Ansichten über den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. Einige Mitglieder hatten für eine Straffung noch vor Jahresende plädiert, wie aus dem Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses vom 15. März hervorgeht. Allerdings ist Fed-Chef Ben Bernanke öffentlich dem Eindruck entgegen getreten, die Notenbank überdenke wegen drohender Inflationsgefahren ihre lockere Geldpolitik. Eine Abkehr von der seit Dezember 2008 geltenden Nullzinspolitik noch in diesem Jahr scheint Experten daher eher unwahrscheinlich.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Bernakeluegner

13.04.2011, 15:58 Uhr

Sollte sich bei einigen Bankstern ein Funke von Gewissen zeigen ???
Sie können ja schlieslich nicht alle Familienangehörigen und Freunde WISSENTLICH mit ins Unglück stürzen.
Aber es ist eh zu spät !!!
Bei einer Zinserhöhung crasht der ganze Laden auch !!!!
Aber dieser CRASH ist bewusst geplant !!!! Auf die eine oder andere Art wird es geschehen.....sehr bald !!!!!

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