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27.08.2012

12:36 Uhr

Geldspritze

Spanien will 60 Milliarden an Hilfsgeldern abgreifen

100 Milliarden Euro an Hilfsgeldern stehen von der EU für den angeschlagenen Bankensektor zur Verfügung. 60 Milliarden davon will die Regierung einsetzen. Weitere Unterstützung verspricht sich Spanien von der EZB.

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos: Milliarden für den Bankensektor. Reuters

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos: Milliarden für den Bankensektor.

MadridSpanien will bis zu etwa 60 Milliarden Euro an Hilfsgeldern in die Banken-Rettung stecken. Diese Einschätzung äußerte Wirtschaftsminister Luis de Guindos in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der „International Herald Tribune“, das bereits am Donnerstag geführt worden war. Um die Notlage der spanischen Banken zu mildern, steht ein europäisches Hilfspaket für den Sektor von bis zu 100 Milliarden Euro bereit.

Einen vollständigen Antrag auf EU-Hilfen hat das Land nicht gestellt. Es musste zuletzt immer wieder steigende Kapitalkosten an den Finanzmärkten in Kauf nehmen. Zwei von der Regierung in Auftrag gegebene Studien hatten den Finanzbedarf des Bankensektors im Juni auf 62 Milliarden Euro beziffert. Madrid wartet nun noch auf Berichte der Banken.

Der Minister sagte außerdem, er gehe davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mit Käufen spanischer Anleihen beginnen werde, um die finanziellen Nöte des Landes abzumildern. Dies heiße aber nicht, dass das Land seine Ziele für die Haushaltssanierung aus den Augen verliere. Ein Anleihekauf durch die EZB ist heftig umstritten. Vor allem Deutschland ist gegen eine solche Finanzierung von Staatsschulden durch die Zentralbank.

Bei den Banken setzt die Regierung auf eine strenger staatliche Kontrolle. Wie vorige Woche berichtet wurde, bereitet die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy eine neue Bankenreform vor. Dazu gehört nach einer Ankündigung von de Guindos die Einführung einer sogenannten „Bad Bank“, in der die faulen Immobilienkredite der Geldhäuser zusammengefasst werden sollen. Zuvor sollen allerdings noch Gespräche mit EU-Experten geführt werden.

Neben den Problemen im Bankensektor kämpft Spanien mit einer Rezession. Die Arbeitslosenrate liegt bei knapp 25 Prozent. Das spanische Statistikamt berichtigte am Montag zudem vorherige Angaben zum Wirtschaftswachstum des Landes. Demnach stieg das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um lediglich 0,4 Prozent und nicht um 0,7 Prozent wie zunächst angegeben. 2010 schrumpfte die Wirtschaft demnach um 0,3 Prozent und nicht um 0,1 Prozent.

Um das Vertrauen von Investoren zurückzugewinnen, hatte die Regierung in Madrid weitreichende Ausgabenkürzungen beschlossen. Angesichts der hohen Zinsen für spanische Staatsanleihen glauben Analysten jedoch zunehmend, dass Spanien einen Antrag auf Staatshilfen stellen muss. De Guindos sagte, diese Frage sei "noch völlig offen".

Kommentare (4)

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claus

27.08.2012, 11:42 Uhr

Nicht für die Menschen und Arbeitsplätze sonder wieder nur für die Banken. Ändern können es nur Sie!
www.dpp-partei.de

Account gelöscht!

27.08.2012, 11:58 Uhr

Kann man genau so gut in den Schredder werfen weil das die nächste Griechenlandgeschichte wird, bevor Italien und Frankreich folgen werden.

Euroaus

27.08.2012, 12:00 Uhr

Gilt in Spanien eigentlich auch eine Gehaltsobergrenze für Bankversager, oder werden mit diesen 60 Mrd. noch ein paar Manager-Gehälter erhöht?

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