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21.06.2013

17:31 Uhr

Gemeinsamer Ausstellungsbesuch

Merkel und Putin umschiffen Eklat

VonMathias Brüggmann

Zum Schluss waren es nur Terminprobleme, erklärt Russlands Präsident. Doch die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau sind belastet. Putins Besuch mit der Kanzlerin in der Beutekunst-Ausstellung kann das nicht verdecken.

Es kriselt zwischen Russland und Deutschland

Video: Es kriselt zwischen Russland und Deutschland

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St. PetersburgEiszeit ist nicht, aber deutlich unterkühlt ist die Stimmung zwischen Wladimir Putin und Angela Merkel, als der russische Präsident und die deutsche Kanzlerin nach ihrem Auftritt  auf dem Petersburger Wirtschaftsforum vor die Presse treten. Mit finsterer Miene liest der Kremlchef vom Blatt ab: "Wir hatten konstruktive Gespräche."

Vorbei sind auch die Zeiten, wo man sich mit Vornamen ansprach. Beharrlich nennt Putin die angereiste Merkel „Frau Bundeskanzlerin“ und sie spricht einmal von „lieber Wladimir Putin“, sonst immer nur von „der russische Präsident“.

Immerhin der deutschen Wirtschaft ist Putin dankbar: sie zähle zu den führenden Investoren in seinem Land, Siemens baue die Schnellzüge für das Riesenreich und VW helfe beim Umbau der russischen Autoindustrie: Deutsche Technologie wird gebraucht für die Modernisierung unser Wirtschaft", lädt der russische Präsident zu mehr deutschem Engagement in seiner Heimat ein.

Die Kanzlerin spricht davon, dass sie viele Mittelständler kenne, die nach Russland wollten und dass der deutsch-russische Handel von derzeit 80 auf 100 Milliarden Euro jährlich gesteigert werden solle. Auch über den Öl- und Gassektor hinaus sollten sich ihrerseits auch russische Firmen verstärkt in Deutschland engagieren, sagt Merkel: "Wir unterstützen eine diversifiziertere Handelsstruktur und bauen russischen Firmen keine Hürden."

Belastet war das Treffen Merkels und Putins wieder einmal vom Streit um die sogenannte Beutekunst. Zwischenzeitlich sollte eine gemeinsame Ausstellungseröffnung in der berühmten Petersburger Eremitage abgesagt werden. Dort sollte Merkel nach dem Gang durch die Ausstellung von Objekten aus der Bronzezeit nicht sprechen. Sie habe auch das Thema Beutekunst ansprechen wollen, von Kunstwerken, die die Rote Armee während des Zweiten Weltkriegs aus Deutschland in die Sowjetunion gebracht hatte und von der viele Stücke in den Lagern der Eremitage, des ehemaligen Zarenschlosses an der Newa, lagern.

Sie habe Putin in einem persönlichen Gespräch überzeugt, doch gemeinsam hinzugehen und danach noch einmal kurz vor die Presse zu gehen, erklärt Merkel. Sie lächelt demonstrativ, er wirkt wächsern und versteinert. Bis Putin am Ende der Pressekonferenz dann doch noch mit einem Geschenk aufwartet: Eine alte Lithographie zu einem deutsch-russischen Handelsvertrag von 1894.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

21.06.2013, 17:51 Uhr

Frau Merkel verwundert mich. Mit Beutekunst kennt sie sich aus, aber vom Internet (und den damit verbundenen und gar genutzten Spionagemoeglichkeiten) hat sie keine Ahnung, obwohl sie im Gegensatz zur Beutekunst letztlich jeden deutschen Buerger, jedes deutsche Unternehmen, jede deutsche Organisation,...betrifft.

Eigentlich haette sie vor dem Obama Besuch nur die Zeitungen lesen muessen - oder? Also bitte Medien, schickt ihr doch eine gratis Printausagabe, wenn sie schon das Internet nicht kennt ;-)

pool

21.06.2013, 19:01 Uhr

Die Einladung war eine kalkulierte Frechheit von Putin. Eine Retourkutsche für Georgien und die antirussische Propaganda einerseits, andererseits die Bühne für eine Ein-Mann-Show, bei der er Brüssel an die Leine legt.
Das mögen die Russen, wenn ihr Präsident den Macho raushängen lässt.





Account gelöscht!

21.06.2013, 19:27 Uhr

@pool

"Die Einladung war eine kalkulierte Frechheit von Putin."

Kann ich nicht nachvollziehen. Nehmen wir mal an es waere so (was ich nicht so sehe), dann lag es an Frau Merkel/unserer Regierung diese Einladung anzunehmen oder nicht.

Der gigantische Verwaltungsapparat Bruessel hat UNS - inklusive Frau Merkel - an die Leine gelegt, wofuer wir auch ordentlich bezahlen. Nicht nachvollziehbar, was ein Putin oder gar Russland damit zu tun hat.

Vielleicht sind die Erdgaslieferungen bedrohlich - oder was? Es liegt an uns diese anzunehmen oder nicht - nicht an Russland.

Putin hat es geschafft ein Land vom totalen Kommunismus in eine modernere Gesellschaft zu verwandeln. Die Ergebnisse sind nicht perfekt, aber das System laeuft und Putin lebt immer noch. Dies alleine ist fuer mich schon bewundernswert ;-)

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