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09.04.2016

11:45 Uhr

Generalamnestie

Myanmar entlässt mehr als 100 politische Gefangene

Die neue Regierung um Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat 113 politische Gefangene in Myanmar entlassen. Sie fallen unter eine Generalamnestie vor dem traditionellen Neujahrsfest.

Bereits am Freitag wurden 60 Studenten in der Stadt Tharrawaddy aus dem Gefängnis entlassen, die vor einem Jahr bei Protesten gegen eine Bildungsreform verhaftet worden waren. Reuters

A student protester and his family member cry after he was released by the new government's general amnesty at Tharrawaddy court, Tharrawaddy, Bago division

Bereits am Freitag wurden 60 Studenten in der Stadt Tharrawaddy aus dem Gefängnis entlassen, die vor einem Jahr bei Protesten gegen eine Bildungsreform verhaftet worden waren.

Rangun113 politische Gefangene in Myanmar hat die neue Regierung um Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi entlassen. Das berichtete die staatliche Zeitung „Global New Light of Myanmar“ am Samstag unter Berufung auf Polizeiangaben. Sie fallen unter eine Generalamnestie vor dem traditionellen Neujahrsfest. Medien hatten bereits am Freitag über die Entlassung von 60 Studenten in der Stadt Tharrawaddy berichtet, die vor einem Jahr bei Protesten gegen eine Bildungsreform verhaftet worden waren.

Menschenrechtsgruppen lobten die Freilassung. Laura Haigh von Amnesty International sagte, diese bedeute einen großen Schritt Richtung Achtung der Menschenrechte in Myanmar. Die Entlassung der Gefangenen sende eine starke Botschaft über die Absicht der neuen Regierung, den Kreislauf von politischen Verhaftungen zu beenden. Lob kam auch aus den USA. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, die USA seien bereit, das Land auch bei weiteren demokratischen Reformen zu unterstützen.

Allerdings gab es auch einen Wermutstropfen: Zwei Friedensaktivisten wurden am Freitag zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Sie sollen in Kontakt mit einer bewaffneten ethnischen Gruppe gestanden haben, die gegen die Zentralregierung kämpfte.

Die neue Regierung hatte die Freilassung der Gefangenen, die unter der vom Militär dominierten Vorgängerregierung in Haft kamen, als eine ihrer ersten Amtshandlungen angekündigt. Zudem gibt es rund 400 Menschen, die mit einem Prozess wegen politischer Vorwürfe rechnen müssen. Jetzt werden die Anschuldigungen womöglich fallen gelassen.

Suu Kyi hatte als Oppositionsführerin während der Militärdiktatur zwischen 1962 und 2011 rund 15 Jahre in Haft und Hausarrest verbracht. Vergangene Woche hatte ihre Partei Nationale Liga für Demokratie nach einem Wahlsieg im November die Regierung übernommen.

Von

ap

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