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24.04.2015

16:30 Uhr

Genfood

Grüne kritisieren Einfuhrerlaubnis für Genpflanzen

19 Gentechnisch veränderte Pflanzen und Früchte sind von der EU für unbedenklich erklärt und zur Einfuhr frei gegeben worden. Die Grünen sowie Umweltverbände kritisierten die Entscheidung als „zynisch“.

Die EU-Kommission hat die Einfuhr von 19 gentechnisch veränderten Pflanzen und Früchten nach Europa erlaubt. dpa

Heftige Kritik

Die EU-Kommission hat die Einfuhr von 19 gentechnisch veränderten Pflanzen und Früchten nach Europa erlaubt.

BrüsselDie EU-Kommission erlaubt die Einfuhr von 19 gentechnisch veränderten Pflanzen und Früchten nach Europa. Es geht um Mais, Sojabohnen, Raps und Baumwolle zur Verwendung in Lebens- und Futtermitteln sowie um zwei Nelkensorten. Zehn davon wurden neu zugelassen, für den Rest wurden am Freitag geltende Genehmigungen erneuert.

Die Zulassungen gelten für zehn Jahre und nur für die Vermarktung, aber nicht für den Anbau der Pflanzen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte die genveränderten Pflanzen zuvor für unbedenklich erklärt. Die EU-Kommission gab grünes Licht, nachdem unter den EU-Ländern keine ausreichenden Mehrheiten dafür oder dagegen zustande gekommen waren.

Der belgische Grünen-Europaabgeordnete Bart Staes nannte die Entscheidung vom Freitag zynisch. „Die europäischen Bürger wollen keine genetisch veränderten Organismen. Die Kommission muss aufhören, diese Tatsache zu ignorieren.“ Die Umweltschutzorganisation Greenpeace unterstellte, die Brüsseler Behörde habe bei der Entscheidung die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen mit den USA im Hinterkopf gehabt. „Dies ist TTIP in Aktion.“

Die Brüsseler Behörde hat diese Woche vorgeschlagen, das Verfahren zu ändern und den Staaten mehr Spielraum für nationale Verbote zu geben. Landwirte, die Biotech-Branche und Umweltschützer hatten die Pläne kritisiert, weil sie aus ihrer Sicht keine Rechtssicherheit schaffen.

´Besonders die Grünen warnen vor einer Regelung auf Länderebene. Dies würde „zu massiven Mehrkosten für die Absicherung der gentechnikfreien Produktion, immenser Rechtsunsicherheit und in den Bundesländern nicht zu bewältigendem Kontrollaufwand führen“, kritisiert Fraktionschef Anton Hofreiter in einem Offenen Brief, der der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag.

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