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20.01.2005

20:03 Uhr

George W. Bush für zweite Amtszeit vereidigt

Bush: "Tyrannei in der Welt beenden"

US-Präsident George W. Bush hat angekündigt, dass er nach den Kriegen in Afghanistan und im Irak auch in anderen Ländern die Demokratie verbreiten wolle.

Wird wiedervereidigt: George W. Bush. Foto: dpa

Wird wiedervereidigt: George W. Bush. Foto: dpa

HB WASHINGTON. Unter freiem Himmel auf den Stufen des Kapitols in Washington legte Bush seinen Eid vor dem obersten US-Richter William Rehnquist ab. In einer kurzen Rede erklärte Bush, das Überleben der Freiheit in den USA hänge von dem Erfolg der Freiheit in der übrigen Welt ab. Vor Bush wurde Vize-Präsident Dick Cheney vereidigt. Bushs zweite Amtszeit als 43. Präsident wird nach der amerikanischen Verfassung seine letzte sein. „So lange ganze Regionen der Welt in Verbitterung und Tyrannei brodeln ... wird die Gewalt zunehmen, ihre Vernichtungskraft sich vervielfältigen und die am besten verteidigten Grenzen überqueren und zu einer tödliche Bedrohung werden“, sagte Bush. „Das Überleben der Freiheit in unserem Land hängt zunehmend von dem Erfolg der Freiheit in anderen Ländern ab.“

Die größte Hoffnung für den Weltfrieden sei die Ausbreitung von Freiheit in der ganzen Welt. „Es ist daher die Politik der USA, das Wachstum von demokratischen Bewegungen und Institutionen in jeder Nation und Kultur zu fördern, mit dem endgültigen Ziel, die Tyrannei in unserer Welt zu beenden.“ Auf den Irak ging Bush nicht direkt an. An die Verbündeten im Ausland gerichtet sagte er: „Alle Verbündeten der USA sollen wissen: Wir ehren ihre Freundschaft, wir verlassen uns auf ihren Rat, und wir sind angewiesen auf ihre Hilfe.“

Polizei riegelte 100 Straßenblocks ab

Unter den etwa 100 000 Zuschauern waren Bushs Vater, der Ex-Präsident George Bush, der demokratische Ex-Präsident Bill Clinton mit seiner Frau, Senatorin Hillary Clinton sowie Bushs Gegner bei der Wahl, der demokratische Senator John Kerry. Die Veranstaltung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Polizei riegelte ein Gebiet von etwa 100 Straßenblocks ab. Zufahrtsstraßen wurden mit quer gestellten Bussen blockiert, Besucher wurden mit Metall-Detektoren untersucht. Viele Firmen gaben ihren Angestellten frei. In den Bussen und Bahnen der Hauptstadt waren mehr Cowboyhüte und Pelzmäntel zu sehen als die sonst üblichen dunklen Anzüge.

Parallel zur Vereidigung fanden eine Reihe von Protesten gegen die Politik Bushs statt, darunter ein Anti-Kriegsmarsch. Demonstranten wollten während der Parade zur Vereidigung den Teilnehmern den Rücken zudrehen.

Neben der Parade waren unter anderem mehrere Abendessen und neun Bälle geplant. Die Gesamtkosten der Feiern sollten bei 40 Millionen Dollar (etwa 31 Millionen Euro) liegen. Bush hat erklärt, bis auf die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen werde dieser Beitrag nicht aus Steuern bezahlt werden. Zahlreiche Firmen - darunter Öl-Konzerne wie Exxon Mobil und Chevron-Texaco, Autobauer wie Ford Motor und Banken wie Goldman Sachs - haben bereits den maximal zulässigen Einzelbetrag von 250 000 Dollar gespendet.

Externe Artikel zur Finanzierung der Veranstaltung:

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