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23.12.2014

08:32 Uhr

George W. und Jeb

Das Comeback der Bushs

VonAxel Postinett

Kann man mit Folter eine Wahl gewinnen? Jeb Bush, Bruder von US-Ex-Präsident George W. Bush, will es wissen. Die Popularitätswerte des Bush-Clans steigen trotz CIA-Folter-Reports. „W“ hat selbst seine Partei wieder lieb.

Ex-US-Präsident George W. Bush erlebt ein Revival. Reuters

Ex-US-Präsident George W. Bush erlebt ein Revival.

New YorkJa, es ist noch zu haben, das leuchtend blaue T-Shirt mit der Aufschrift „I miss W.“ – „Ich vermisse W.“. „W.“, das ist George W. Bush, 43. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und verantwortlich für Folterexzesse an vermutlichen Terroristen, die ein Senatsbericht vor zwei Wochen offengelegt hat. Doch das hat ihm nicht geschadet. George W. verteidigte die folternden CIA-Mitarbeiter sogar als „Patrioten“, die ausgezeichnet statt beschimpft werden sollten.

Dick Cheney, damals Vizepräsident unter Bush bezeichnete den Bericht kernig als „voller Sch…e“ und bekräftigt, er würde alles „jederzeit wieder so machen“. Von der ersten Garde der Republikaner sprach sich einzig Arizonas Senator John McCain offen gegen Folter aus. Er weiß, wovon er redet. Anders als etwa Bush oder Cheney war McCain im Vietnamkrieg, dort gefangengenommen und selbst gefoltert worden.

„I miss W.“. Für 27 Dollar gibt es dieses Stück Merchandising zu kaufen. Screenshot

„I miss W.“. Für 27 Dollar gibt es dieses Stück Merchandising zu kaufen.

Doch die Reaktion in weiten Teilen der Bevölkerung bestärkt die Hardliner unter den Republikanern in ihrer Gangart: Starke 51 Prozent der US-Bürger halten laut einer Umfrage des Forschungsinstituts PEW die damals eingesetzten „erweiterten Verhörmethoden“ für gerechtfertigt. Das ist Ermutigung genug für Jeb Bush, seine Chancen für eine Präsidentschaftskandidatur „aktiv auszuloten“, wie er am Dienstag verlauten ließ. Bislang galt das toxische politische Vermächtnis von Bruder und Vater George H. W. Bush als unüberwindlicher Prellbock für alle Ambitionen eines weiteren „Bush“ im Weißen Haus.

Die Foltermethoden der CIA

1. Schläge in den Unterleib

Zweck dieser Methode war es, Angst und Hoffnungslosigkeit bei den Häftlingen auszulösen, die Gefangenen zu erniedrigen und zu beleidigen, heißt es in einer Beschreibung in Regierungsdokumenten. Der Vernehmungsbeamte steht dabei knapp 30 Zentimeter vor dem Bauch des Inhaftierten und schlägt mit dem Handrücken zu. Die Peiniger wurden angewiesen, die Hand bei den Schlägen in den Unterleib ausgestreckt und die Finger zusammen zu halten. Die CIA nutzte diese Technik vor 2004 mit Genehmigung des US-Justizministeriums.

2. Aufmerksamkeit erzwingen

Der Befrager greift den Gefangenen dabei mit beiden Händen am Kragen und zieht ihn zu sich heran, wie der frühere CIA-Mitarbeiter John Rizzo berichtet. Diese Technik wurde Rizzo zufolge etwa bei dem Al-Kaida-Mitglied Abu Subajdah angewendet.

3.Einsperren in engen Boxen

Der Vernehmer sperrt den Häftling für bis zu 18 Stunden in eine Box, in der ein ausgewachsener Mensch in der Regel stehen kann - oder aber er wählt eine Box, die gerade einmal groß genug ist, um eingerollt darin auszuharren. Hierin verbrachten Häftlinge bis zu zwei Stunden, wie Rizzo in seinem Buch „Company Man“ schreibt. Der zugewiesene Beamte hatte demnach darüber hinaus die Möglichkeit, ein „harmloses“ Insekt in die kleinere der Boxen zu stecken. Dies sei zum Beispiel bei Subajdah gemacht worden, weil dieser Käfer gehasst habe, sagte Rizzo.

4. Nahrungsmittelmanipulation

Diese Maßnahme beinhaltete, von fester Nahrung auf flüssige umzusteigen. Subajdah wurde im August 2002 nach Angaben des Senatsberichts in eine Diät mit Flüssignahrung versetzt, die aus einem Nahrungsergänzungsmittel und Wasser bestand.

5. Haltegriff ums Gesicht

Der Vernehmungsbeamte hält den Kopf des Gefangenen so, dass er nicht bewegt werden kann. Er legt jeweils eine Hand auf beide Seiten des Gesichts und hält die Fingerspitzen laut Rizzo in Sichtweise weg von den Augen des Häftlings.

6. Der Schlag ins Gesicht

Mit gespreizten Fingern wird dem Häftling mitten ins Gesicht zwischen Kinn und Ohrläppchen geschlagen, wie Rizzo in seinem Buch beschreibt. Auch hiermit sollte das Opfer gedemütigt werden. Damit sollte der Gefangene „von der irrtümlichen Vorstellung befreit werden, dass er nicht körperlich verletzt würde“.

7. Nacktheit

Diese Technik wurde kombiniert mit anderen Methoden genutzt. Der Häftling wurde gezwungen, lange Zeit nackt zu stehen.

8. Druckbelastung

Zweck dieser Technik ist es laut einem Regierungsdokument, dem Häftling mit Hilfe von ausgedehntem Muskelgebrauch Unbehagen zuzufügen. Eine Position war, mit nach vorn ausgestreckten Beinen zu sitzen, während die Hände über dem Kopf gehalten wurden. Eine andere war laut Rizzo, auf dem Boden zu knien und sich dabei in einem 45-Grad-Winkel zurückzulehnen.

9. Tagelanger Schlafentzug

Häftlinge wurden bis zu 180 Stunden lang wach gehalten, meistens, indem sie eine aufrechte oder unangenehme Stellung einnehmen mussten. Manchmal wurden dabei gar die Hände der Gefangenen über dem Kopf festgebunden. Wegen dieser Technik hatten mindestens fünf Opfer „verstörende Halluzinationen“, wie es in dem Bericht heißt - in zwei Fällen setzte die CIA die Praxis dennoch fort. Ein Inhaftierter, Arsala Khan, halluzinierte im Oktober 2003 nach 56 Stunden Schlafentzug im Stehen. Anschließend kam der Auslandsgeheimdienst zu dem Schluss, dass der Mann offenbar nicht in geplante Aktivitäten gegen die USA verwickelt ist. Statt ihn wie anschließend von der CIA geplant freizulassen, wurde Khan in militärische Einrichtungen gebracht, wo er für vier weitere Jahre inhaftiert war.

11. Walling

Dies war eine der brutalsten Methoden. Die Vernehmungsbeamten schleudern den Häftling dabei gegen eine Wand. Laut Senatsbericht war dies eine der unzähligen Techniken, die bei Subajdah angewendet wurden. Auch der Al-Kaida-Anführer Chalid Scheich Mohammed war am 22. März 2003 „intensiven“ Befragungen und Walling ausgesetzt. Als das nichts brachte, nutzten die Vernehmenden eine noch härtere Methode, das Waterboarding.

12. Waterboarding

Nach einer Stunde des Waterboardings war der besagte Al-Kaida-Mann „bereit zu reden“, wie es bei der CIA hieß. Bei dieser wohl berüchtigsten CIA-Technik wurde der Häftling an einem Tisch oder einer Bank festgeschnallt. Anschließend wurde Wasser über das Gesicht des Gepeinigten gegossen, was ihm das Gefühl gab, zu ertrinken. Laut dem Senatsbericht sorgte diese Methode für Erbrechen, unmittelbare Aufnahme der Flüssigkeit und unfreiwillige Krampfzustände in Bein, Brust oder Arm. Abu Subajdah wurde demnach „vollkommen unempfänglich, mit Blasen, die aus seinem offenen, vollen Mund hochkamen“. Er sei anschließend „hysterisch“ und unfähig zum Kommunizieren gewesen. Chalid Scheich Mohammed wurde zwischen dem Nachmittag des 12. März 2003 und dem darauffolgenden Morgen insgesamt 65 Mal der Prozedur des Waterboardings ausgesetzt.

13. Eisbäder

Nackte Häftlinge wurden dem Senatsbericht zufolge auf einer Plane festgehalten. Die Plane wurde daraufhin an seinen Enden hochgezogen, so dass sich eine Art Badewanne bildete. Eiskaltes Wasser wurde anschließend über den Gefangenen gekippt. Manchmal wurden die Opfer dabei zudem stundenlangem Schlafentzug ausgesetzt.

Das ist jetzt vorbei. Für den geringen Obolus von 27 Dollar können Verehrer von George W. im parteieigenen Onlineshop das leuchtend blaue T-Shirt ordern, um ihre Unterstützung für ihn und seine Art der Politik zu zeigen: „George W. Bush hat unsere Nation durch einige der schwersten Zeiten geführt“, heißt es auf der Webseite und „Wir vermissen ihn und seine Führerschaft.“

Kommentare (14)

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Herr Albert Romanum

23.12.2014, 09:11 Uhr

G.W. Bush ist ein Jahrhundertbetrüger, der seine Wahl zum US Präsidenten im Jahre 2000 mit Hochstaplermethoden erschummelt hatte:
http://www.heise.de/tp/artikel/9/9105/1.html

Auch seine Wiederwahl im Jahre 2004 war von vielen unregelmäßigkeiten überschattet, welche damals nicht aufgearbeitet wurde:
http://www.heise.de/tp/news/Neue-Dokumente-zur-gefakten-Wiederwahl-von-Bush-freigegeben-2006751.html

DIe Wahklzettel von unliebsamen Wählern wurde schnell zerstört oder diese Stimme wurden einfach kurzerhand dem Riesenbtrüger G.W. Bush zugerechnet
http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article803095/Behielt-Bush-durch-Wahlbetrug-die-Macht.html

Herr M. M.

23.12.2014, 09:20 Uhr

Mein Gott,wie wird mir übel,wenn ich diese beiden Flachpfeifen sehe!Wenn uns das als Zukunft blüht,dann brauchen wir uns keinerlei Hoffnungen mehr zu machen,dann wird uns der IS noch als weit kleineres Übel,eines Tages, erscheinen.

Herr Egon Olsen

23.12.2014, 09:56 Uhr

Wir sollten uns schon mal, mit Automatikwaffen, Handgranaten, ein paar Stingern und was man sonst noch so zum Leben braucht, eindecken.

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