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22.08.2015

00:44 Uhr

Gerd Müller

Entwicklungsminister verlangt EU-Milliarden für Flüchtlinge

Entwicklungsminister Gerd Müller wirft der EU mit Blick auf steigende Flüchtlingszahlen „Zögerlichkeit“ vor. Er verlangt ein Sofortprogramm in Milliardenhöhe. Indes bringt Griechenland Hunderte Flüchtlinge aufs Festland.

Tausende Flüchtlinge kommen über die Türkei ins krisengeschüttelte Griechenland. dpa

Flüchtlinge auf der griechischen Insel Kos

Tausende Flüchtlinge kommen über die Türkei ins krisengeschüttelte Griechenland.

Berlin /AthenAngesichts steigender Flüchtlingszahlen hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der EU mangelndes Engagement vorgeworfen. Die „Zögerlichkeit“ der EU sei unerträglich, sagte Müller der „Bild“-Zeitung (Samstagausgabe).

Er verlangte von der EU ein Sofortprogramm über zehn Milliarden Euro, um unter anderem Notaufnahmezentren in EU-Staaten mit EU-Außengrenzen einzurichten. Die Europäische Union müsse Bildung, Ausbildung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Krisenländern fördern: „Die Menschen brauchen in ihren Heimatregionen eine Zukunft, aber Brüssel blockiert“, sagte der Entwicklungsminister.
Zudem sei es Aufgabe der EU-Kommission für einheitliche Standards im Umgang mit Flüchtlingen zu sorgen. Menschenwürdige Unterkünfte müssten nicht nur in Deutschland, sondern in allen EU-Ländern zur Verfügung stehen.
Griechenland hat derweil am Freitag zur Entlastung seiner Inseln Hunderte Flüchtlinge aufs Festland gebracht. In der Nacht erreichten knapp 2200 Menschen mit einer Autofähre die Hafenstadt Piräus, die von der griechischen Regierung gechartert worden war.
Es war bereits die zweite Fähre in zwei Tagen, die dort ankam. Die Behörden versuchen, durch den Abtransport zu einer Entspannung der schwierigen Lage auf den Inseln beizutragen, die in der Nähe der Türkei liegen.
Vor allem Syrer flüchten vor dem schon Jahre anhaltenden Bürgerkrieg über die Türkei nach Griechenland. In diesem Jahr sollen bereits 160.000 Flüchtlinge in dem Mittelmeerland angekommen sein, das selbst gegen den Staatsbankrott kämpft. Das sind mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr.
Wer es von den Flüchtlingen aufs Festland schafft, wird kaum von den griechischen Behörden betreut. Es gibt eine Art Aufenthaltserlaubnis für einen Zeitraum von einem bis sechs Monaten, mit der man allerdings nicht ins Ausland reisen darf.

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