Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.04.2012

11:35 Uhr

Gespräche in Istanbul

Erdogan fordert Ehrlichkeit von Iran

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Irans Regime vorgeworfen, mit der geplanten Verlegung der Atomgespräche die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung des Atomstreits zu untergraben.

Recep Tayyip Erdogan geht auf Distanz zur iranischen Führung. Reuters

Recep Tayyip Erdogan geht auf Distanz zur iranischen Führung.

IstanbulDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan geht im Atomstreit mit Iran auf Distanz zur Führung in Teheran. Mit Vorschlägen, die in Istanbul geplante Fortsetzung der Atomgespräche nach Bagdad oder Damaskus zu verlegen, untergrabe Teheran diplomatische Bemühungen, zitierten türkische Zeitungen den Regierungschef am Freitag. Er forderte Teheran auf, eine ehrliche Haltung einzunehmen.

Bei einem Besuch Ende März in Teheran hatte sich Erdogan um eine friedliche Lösung des Atomstreits bemüht. Er bot an, am 13. April Gespräche in Istanbul mit der 5+1-Gruppe - den UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland - auszurichten. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hatte am Mittwoch aber den Irak oder auch China als mögliche Tagungsorte genannt. Nach türkischen Angaben wurde auch Syrien ins Spiel gebracht.

Der Ort für das Treffen ist damit Treffen weiter unklar. Ein Sprecher des türkischen Außenministeriums hatte am Donnerstag dazu gesagt: „Wir treffen Vorbereitungen. Es ist aber noch nichts endgültig.“ Erdogan hat in den vergangen Jahren immer wieder das Recht das Iran auf ein ziviles Atomprogramm bekräftigt und die westlichen Verbündeten der Türkei mehrfach vor den Kopf gestoßen.

Der Westen verdächtigt die Islamische Republik, unter dem Deckmantel einer zivilen Forschung Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran bestreitet dies. Die letzte Runde der Gespräche des Irans mit der 5+1-Gruppe war im Januar vergangenen Jahres in Istanbul ohne Durchbruch beendet worden. Ziel der 5+1-Gruppe ist es, den Iran von einer weiteren Anreicherung von Uran abzubringen, das später auch für den Bau einer Atombombe verwendet werden könnte.

Von

dpa

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

06.04.2012, 11:49 Uhr

"Erdogan hat in den vergangen Jahren immer wieder das Recht das Iran auf ein ziviles Atomprogramm bekräftigt ..." - was allerdings dem internationalen Recht entspricht.

Holzauge

06.04.2012, 11:58 Uhr

Lieber Herr Erdogan, das kann doch nicht ihr Ernst sein.

Würden Sie ein Haus am Freitag den 13 kaufen oder sonst einen wichtigen Termin auf diesen Tag legen ?

Natürlich nicht, also verlangen Sie das bitte nicht von den Iranern.

melancholiker

06.04.2012, 12:30 Uhr

interessant das handelsbblatt ermöglicht keine kommentare zum Grass artikel honit soit......
grass ist ein schriftsteller und deutscher bürger - kein politiker. wie erklären wir uns diese in der tat hysterische und uniforme reaktion?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×