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20.04.2013

10:08 Uhr

Gespräche mit USA

Für Nordkorea sind Atomwaffen nicht verhandelbar

Die nordkoreanische Führung zeigt sich grundsätzlich gesprächsbereit und folgt damit der Aufforderung zu Sechs-Parteien-Gespräche. An eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel sei aber nicht im Traum zu denken.

Gibt sich im Konflikt nur minimal einsichtig: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. dpa

Gibt sich im Konflikt nur minimal einsichtig: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

SeoulDas kommunistische Norkorea ist grundsätzlich zu Abrüstungsverhandlungen mit den USA bereit, aber seine Atomwaffen sind dabei tabu. Es könne Gespräche mit Washington über Abrüstung geben, schrieb die führende nordkoreanische Zeitung „Rodong Sinmun“ (Samstag). An eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel sei aber im Traum nicht zu denken.

Nordkorea und seine Rakete

Was deutet auf einen bevorstehenden Test hin?

Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat Geheimdienstberichte bestätigt, wonach Nordkorea mindestens eine Mittelstreckenrakete mit dem Zug an die Ostküste des Landes transportiert habe. Die Rakete wurde demnach bereits auf eine mobile Abschussvorrichtung montiert. Südkoreanische Medien berichteten, dass zwei Raketen an die Küste gebracht wurden.

Um was für Raketen handelt es sich?

Dazu äußerte sich das südkoreanische Verteidigungsministerium nicht genau. Es sprach lediglich von einer Mittelstreckenrakete mit "erheblicher Reichweite". Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Militär- und Regierungsvertreter, es handele sich um Raketen des Typs Mudusan.

Was ist über die Mudusan-Rakete bekannt?

Dieser Raketentyp wurde erstmals im Oktober 2010 bei einer Militärparade in Pjöngjang präsentiert. Die Sicherheitsberatungsfirma IHS Jane's ist der Ansicht, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete mit einem einzelnen Sprengkopf handelt, die auf der Straße transportiert werden kann und mit flüssigem Treibstoff betrieben wird. Sie basiere auf der russischen R-27 und nutze auch Technik von Raketen des Typs Scud.

Welche Reichweite und Tragfähigkeit hat die Rakete?

Den Sicherheitsexperten zufolge kann die Rakete 2500 bis 4000 Kilometer weit fliegen. Damit könnte sie von Nordkorea aus mindestens Südkorea und Japan erreichen, möglicherweise aber auch US-Militärstützpunkte auf der Pazifikinsel Guam.

Kann die Rakete Nuklearsprengköpfe transportieren?

Das ist theoretisch möglich. Die meisten Experten sind allerdings der Ansicht, dass Nordkorea bislang nicht über die nötige Technologie verfügt, um Nuklearsprengköpfe auf Raketen zu montieren.

Gibt es Experten, die diesen Beschreibungen widersprechen?

Ja, und zwar zwei deutsche Experten. Markus Schiller und Robert Schmucker aus München sind der Ansicht, dass es die Mudusan-Rakete gar nicht gibt. Das im Oktober 2012 vorgeführte Modell sei lediglich eine Attrappe gewesen. Zwar sei ein Raketentest durchaus vorstellbar, meinen die beiden Experten. Doch dann würde höchstwahrscheinlich ein ausländisches Modell verwendet und kein in Nordkorea hergestelltes.

Die USA, China und Japan forderten Nordkorea eindringlich auf, die Sechs-Parteien-Gespräche über ein Ende seines Atomprogramms wieder aufzunehmen. Nordkorea hatte die Gespräche mit den USA, China, Südkorea, Japan und Russland 2009 aufgekündigt.

Die Lage in der Region ist seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar extrem gespannt. Angesichts der Ausweitung der UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanischer Militärübungen hatte Nordkorea unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt und den USA einen präventiven Atomschlag angedroht.

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dpa

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