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28.09.2015

15:14 Uhr

Gesundheitsstudie der ILO

300 Millionen ältere Menschen sind schlecht versorgt

Ein Großteil der Menschen über 65 Jahren weltweit ist medizinisch nicht ausreichend versorgt. Das geht aus einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO hervor. Deutschland gilt dabei als positive Ausnahme.

Um die medizinische Versorgung von Älteren steht es weltweit schlecht. Positive Ausnahme sei auch Deutschland, heißt es in einer Studie. dpa

Ältere Patientin im Krankenhaus

Um die medizinische Versorgung von Älteren steht es weltweit schlecht. Positive Ausnahme sei auch Deutschland, heißt es in einer Studie.

GenfDie Gesundheitsversorgung für einen Großteil der Menschen über 65 Jahren ist weltweit mangelhaft. Mehr als 300 Millionen Menschen dieser Altersgruppe hätten keinen Zugang zu einer angemessenen Langzeitbetreuung und -pflege (long term care, LTC), heißt es in einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die am Montag in Genf vorgestellt wurde.

Weniger als ein Prozent der Wirtschaftsleistung werde weltweit für diesen Bereich aufgewandt, beklagte die Autorin der Studie, Xenia Scheil-Adlung.

Als positive Ausnahmen zitiert die Studie vor allem Deutschland und Japan. Nur 5,6 Prozent der Weltbevölkerung aber komme wie in diesen beiden Ländern in den Genuss einer umfassenden Langzeitbetreuung und -pflege. Dagegen sei dies etwa in Afrika für mehr als 90 Prozent der Menschen über 65 Jahre nicht der Fall.

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„Diskriminierung und negative Einstellungen gegenüber älteren Menschen“ seien weit verbreitet, bemängelte die ILO. Bisweilen werde die Benachteiligung sogar schriftlich reguliert, etwa bei der Festlegung der Konditionen zum Abschluss von Versicherungsverträgen oder bei der Verweigerung bestimmter Leistungen.

Die Internationale Arbeitsorganisation plädierte dafür, die Versorgung älterer Menschen nicht länger als zu kostspielig zu betrachten oder der Sorge von zumeist weiblichen Angehörigen zu überlassen, sondern in neue Arbeitsplätze zu investieren. In diesem Bereich würden weltweit 13,6 Millionen zusätzliche Pflegekräfte gebraucht.

Von

afp

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