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04.10.2013

12:29 Uhr

Gesunkenes Schiff vor Lampedusa

Politiker fordern Umdenken nach Flüchtlingsdrama

Auch am Tag nach der Tragödie mit mehr als 100 toten Flüchtlingen ist Italien geschockt. Es herrscht Staatstrauer, Politiker fordern Konsequenzen. Vor der Insel Lampedusa werden weitere Leichen geborgen.

Italiens Innenminister Angelino Alfano: „Das ist ein europäisches Drama.“ ap

Italiens Innenminister Angelino Alfano: „Das ist ein europäisches Drama.“

Rom/LampedusaNach dem tödlichen Flüchtlingsdrama vor der Insel Lampedusa haben italienische Politiker ein Umdenken in der Einwanderungspolitik verlangt. „Wir werden laut unsere Stimme in Europa erheben, um die Regeln zu ändern, die die ganze Last der illegalen Einwanderung auf die Länder des ersten Eintritts abwälzen“, sagte Innenminister und Vize-Regierungschef Angelino Alfano am Freitag dem TV-Sender Canale 5.

Staatspräsident Napolitano hatte bereits am Donnerstag eine Änderung der Gesetze gefordert. Eine schnelle Überprüfung von Normen, die eine Aufnahmepolitik verhinderten, sei nun notwendig, sagte er in einem Interview von Radio Vatikan. „Es ist auch eine Frage von Mitteln, eine Frage des Eingreifens, eine Frage von Verantwortung und eine Diskussion, die absolut nicht nur italienisch sein kann.“ Napolitano bezeichnete das Flüchtlingsdrama als „Schande und Horror“.

Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, forderte politische Konsequenzen. „Nach diesen Toten erwarten wir, dass sich etwas ändert. Die Dinge können so nicht weitergehen“, sagte die Bürgermeisterin der Insel von nur 6.000 Einwohnern.

Viele italienische Politiker forderten am Freitag mehr Unterstützung aus der EU. „Dieses Meer bildet die Grenze zwischen Afrika und Europa und nicht zwischen Afrika und Sizilien und deshalb muss sie mit Schiffen und Flugzeugen effektiver gesichert werden, als das momentan der Fall ist. So sinkt auch das Risiko von Toten“, sagte Innenminister Alfano. „Das ist ein europäisches Drama.“ Er kündigte an, in Brüssel mit der EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström über das Thema zu sprechen.

Kommentare (14)

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tragisch

04.10.2013, 12:42 Uhr

bislang 111 Leichen = 111 Weiterreise-VISA weniger von Italien ausgestellt um das Problem der Flüchtlinge italienisch-selbstverständlich-vertragsbrechend auf Deutschland abzuwälzen.

angela-Wendehals

04.10.2013, 12:43 Uhr

Es wird langsam Zeit, dass Europa aktiv wird.

Es kann ja wohl nicht angehen, dass wir nur immer die Afikaner aufnehmen udn nichts tun, um die Not in den verursachenden Ländern beseitigen.

Ursache hierfür ist IMMER, dass die Oberhäuptlinge in den afrikanischen Staaten tun und lassen können, was sie wollen. Wann endlich greift Europa aktib dort ein, wo diese Oberhäuptlinge das Problem verursachen ?

vandale

04.10.2013, 12:56 Uhr

Solange man die erfolgreich gelandeten Menschen aufnimmt, werden immer (mehr) weitere Menschen sich auf den Weg machen. Ein Teil der Boote schafft die Ueberfahrt nicht und so wird es immer weitere Zwischenfälle geben.

Es gilt die Linken "Gutmenschen" für ihr Verhalten zu kriminalisieren.

Vandale

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