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26.07.2011

16:21 Uhr

Getarnte Einrichtungen

Nato will in Libyen zivile Ziele angreifen

Die Nato will bisherige zivile Ziele in Libyen angreifen, sofern diese von den Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi militärisch genutzt werden. Lagerhäuser und Fabriken könnten künftig bombardiert werden.

Auch vormals zivile Einrichtungen in Libyen können künftig Ziel eines Bombenangriffs der Nato werden. Quelle: Reuters

Auch vormals zivile Einrichtungen in Libyen können künftig Ziel eines Bombenangriffs der Nato werden.

Brüssel„Die Gaddafi-Truppen besetzen zunehmend Einrichtungen, die einst zivilen Zwecken dienten“, sagte der Militärsprecher des Nato-Einsatzes in Libyen, der kanadische Oberst Roland Lavoie am Dienstag. Dabei handele es sich um frühere Ställe, landwirtschaftliche Einrichtungen, Lagerhäuser, Fabriken und Produktionsanlagen für Lebensmittel. „Indem es diese Einrichtungen besetzt und missbraucht hat, hat das Regime sie zu militärischen Anlagen gemacht, von denen aus es Angriffe führt und leitete“, sagte Lavoie am Dienstag in einer ins Nato-Hauptquartier in Brüssel übertragenen Video-Pressekonferenz. Damit hätten diese Einrichtungen ihren „einst geschützten Status verloren“ und seien zu „zulässigen und notwendigen militärischen Zielen der Nato geworden“. 

Die Nato veröffentlichte am Dienstag Aufklärungsfotos von einer Zementfabrik in der Nähe von Brega, zwischen deren Fabrikhallen über längere Zeit hinweg immer wieder Raketenwerfer nach deren Einsätzen versteckt worden seien. Die Fabrik sei auf diese Weise zu einer militärischen Anlage „umgewidmet“ worden. Vor allem in der Nähe von Brega und Misrata versuchten die Gaddafi-Truppen auch, den Vormarsch der Rebellen durch Beschuss aus großer Entfernung, Landminen und brennende Ölgräben in einer Weise aufzuhalten, „die nicht zwischen Zivilbevölkerung und Anti-Gaddafi-Einheiten unterscheidet“. 

Der Sprecher warf der Regierung Gaddafis eine „Kampagne der Irreführung“ gegen die Nato vor. Journalisten würden zu getürkten angeblichen Nato-Zielen geführt. Die Behauptung, die Nato greife zivile Ziele an, stimme nicht. 

Nato-Sprecherin Carmen Romero sagte am Dienstag, die an dem Einsatz beteiligten Staaten seien „absolut entschlossen, den Einsatz fortzusetzen“. Nötig sei zwar eine politische Lösung der Krise. Aber: „Gaddafi kann das nicht aussitzen. Solange er die Zivilbevölkerung angreift oder bedroht, wird unser Einsatz in Libyen fortgesetzt.“ Zur Frage, ob ein Rücktritt Gaddafis und dessen Verbleib in Libyen eine mögliche Lösung sei, sagte sie lediglich: „Es ist Sache des libyschen Volkes, über das Schicksal Gaddafis zu entscheiden.“

Von

dpa

Kommentare (5)

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kurzda

26.07.2011, 16:38 Uhr

„Es ist Sache des libyschen Volkes, über das Schicksal Gaddafis zu entscheiden.“
Genau, also was macht die Nato dann dort

Rainer_J

26.07.2011, 20:37 Uhr

Mit welchem Recht werden bewußt Zivilisten getötet, die dort arbeiten? Die beteiligten Länder sind auch nicht die NATO, sondern eine Bande von Kriegsverbrechern! Wäre dort kein Öl, würde man kein einziges Flugzeug sehen, die wie Geier ihre Kreise drehen.

Ranger

26.07.2011, 22:48 Uhr

No-Fly- Zone gilt die auch für die Rebellen? Die Gründe der Bomardierung durch die Nato werden immer unglaubwürdiger.Europa Finanziel am Ende, für diesen Wahn
der Amerikaner und Europäischen Politiker wird der Steuerzahler nochmehr bluten,bis nichts mehr geht.

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