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02.05.2011

13:06 Uhr

Getöteter Al-Kaida-Chef

Bin Ladens Tod im Terrorbunker

Für Osama Bin Laden kam das Ende in seinem Nobelversteck in Pakistan aus heiterem Himmel - aus Helikoptern von Spezialkommandos. Ein wahrer Thriller: Wie CIA und US-Elitesoldaten den Topterroristen zur Strecke brachten.

Wo sich Bin Laden versteckt hielt

Video: Wo sich Bin Laden versteckt hielt

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Abbotabad/Washington/Islamabad
Jahrelang jagten ihn Spezialeinheiten, dann kam das Ende von Osama bin Laden in einer Blitzaktion, die gerade mal knapp 40 Minuten dauerte. US-Regierungsbeamte gaben in der Nacht zum Montag einen Einblick in die dramatische Operation, bei der eine Eliteeinheit den Al-Kaida-Chef mit einem Kopfschuss tötete. Was sie schildern, klingt wie ein Thriller - mit akribischer Schnüffelarbeit verschiedener US-Geheimdienste, wichtigen Tipps von Terrorgefangenen und Bin-Laden-Vertrauten, die unwissentlich die Jäger auf die richtige Fährte brachten.

Am Sonntagnachmittag Washingtoner Zeit - kurz nach Mitternacht Ortszeit in Pakistan - war es dann so weit: Nach intensiver Vorbereitung auf die „komplexe und besonders gefährliche Operation“ begann der Angriff des US-Elitekommandos Navy-Seals. Die Soldaten kamen mit zwei Hubschraubern. Bin Laden setzte sich zur Wehr. Bei dem Feuergefecht wurden drei weitere Männer getötet. Darunter sind nach Vermutungen der US-Stellen Bin Ladens erwachsener Sohn und zwei Brüder, die als Kuriere gearbeitet hatten und eine wichtige Spur zu dem Terror-Chef waren.

Auch mehrere Kinder und Frauen hielten sich auf dem Anwesen auf, eine der Frauen wurde von einem der männlichen Al-Kaida-Kämpfer als menschliches Schutzschild benutzt und starb, zwei weitere Frauen erlitten Verletzungen. Keiner der Amerikaner kam zu Schaden, aber das Kommando verlor einen ihrer Hubschrauber. Das Team flog nach der Operation gemeinsam mit einem Helikopter aus. Den zurück gebliebenen Hubschrauber zerstörten die US-Soldaten vorher.

Das Leben von Osama bin Laden

Eine Chronik des Al-Kaida-Chefs

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist in Pakistan von US-Spezialkräften getötet worden. Im Folgenden eine Chronik der wichtigsten Ereignisse aus dem Leben bin Ladens.

Früher Verlust des Vaters

Osama bin Mohammed bin Awad bin Laden wurde in Riad in Saudi-Arabien geboren als eines von mehr als 50 Kindern des millionenschweren Geschäftsmannes Mohammed bin Laden. Der genaue Geburtstag bin Ladens ist nicht klar. Bin Ladens Vater starb bei einem Flugzeugabsturz als bin Laden noch ein Kind war.

Erste Heirat mit syrischer Cousine

Im Alter von 17 Jahren erste Heirat mit einer syrischen Cousine. Er soll mindestens 23 Kinder haben von mindestens fünf Ehefrauen.

Bin Laden, der schüchterne Student

Studium von Management und Wirtschaft an der Universität in Dscheddah. Bin Laden galt als schüchtern und als durchschnittlicher Student.

Kampf gegen sowjetische Besatzer

Unter dem Eindruck des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan Ende 1979 sympathisiert bin Laden ab 1984 mit arabischen Kämpfern, die sich freiwillig zum Kampf gegen sowjetische Truppen melden. Er unterstützt ihren Einzug in Peshawar, zieht später dorthin um und importiert Waffen. Er gründet seine eigene kleine Brigade freiwilliger Kämpfer.

Gründung von Al-Kaida

Al-Kaida wird als Hort für radikale Moslems gegründet. Die Anhänger eint der Hass auf die USA, Israel und alle muslimischen Regierungen, die als Verbündete der USA gelten.

Umzug gen Sudan

Bin Laden geht in den Sudan.

Der Ausstoß aus der Familie

Bin Ladens Familie verstößt ihren Sohn und schmeißt ihn als Anteilseigner am Bau-Firmenimperium hinaus.

Entzug der saudischen Staatsbürgerschaft

Saudi-Arabien entzieht bin Laden aus Verärgerung über dessen Propaganda gegen die Führung des Landes die Staatsbürgerschaft.

Rückkehr nach Afghanistan

Bin Laden zieht sich nach Afghanistan zurück. Den Sudan muss er auf Druck der US-Regierung verlassen. Im selben Jahr erlässt er eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, nach der Mitarbeiter des US-Militärs getötet werden sollen. Ab Oktober 1996 folgen verschiedene Bombenanschläge, etwa in Saudi-Arabien oder auf US-Botschaften in Nairobi und Dar es Salaam, bei denen auch US-Bürger getötet werden. Die USA sehen bin Laden als Drahtzieher der Anschläge. US-Präsident Bill Clinton bezeichnet bin Laden als den größten Feind Amerikas. Die USA beginnen mit Luftangriffen auf vermutete Terroristen-Zentren im Sudan und in Afghanistan. Später folgt ein Al-Kaida-Angriff auf die USS Cole im Hafen von Aden im Jemen mit 17 toten US-Soldaten.

Der Anschlag

Die Al-Kaida-Angriffe mit gekaperten Flugzeugen auf das New Yorker World Trade Center sowie das Pentagon kosten fast 3000 Menschen das Leben. Bin Laden bekannte danach in einem Video, der Einsturz der Twin Towers habe die Erwartungen von Al-Kaida übertroffen.

Der meistgesuchte Terrorist

US-Präsident George W. Bush will bin Laden „tot oder lebendig“ fassen.

Der Afghanistan-Einsatz

Die USA beginnen mit Angriffen auf Afghanistan, das damals von den radikal-islamischen Taliban regiert wurde.

Lob für die Attentäter

Al-Dschasira überträgt die Stimme von bin Laden, der die Attentäter vom 11. September lobt als Männer, „die den Lauf der Geschichte verändert haben“.

Das Ende des Terrormeisters

Bin Laden wird in einer luxuriösen Wohnanlage in Abbottabad rund 60 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad von US-Spezialkräften getötet.

Die Operation des Elitekommandos war seit langem vorbereitet worden. Von dem Moment an, da Bin Laden als eine Bedrohung identifiziert worden sei, habe der Geheimdienst CIA systematisch Informationen über den inneren Zirkel um den Terroristenführer gesammelt, schilderten die Beamten, die anonym bleiben wollten, in Washington. Das dürfte also schon lange vor den Anschlägen vom 11. September 2001 gewesen sein. Gefangen genommene Terrorverdächtige in der Zeit nach dem Anschlag hätten die CIA auf Personen hingewiesen, die möglicherweise Bin Laden und dessen Vize, Aiman al-Sawahiri, nach deren Flucht nach Afghanistan direkt unterstützt hätten.

Später erweckte ein Bin-Laden-Kurier die besondere Aufmerksamkeit der Geheimdienstler. Gefangene identifizierten ihn als einen Schützling von Khalid Scheich Mohammed, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, und als einen von wenigen Al-Kaida-Kurieren, denen Bin Laden traute. Sie deuteten auch an, dass dieser Mann mit Bin Laden zusammenleben und als ein Bodyguard für ihn fungieren könnte. Und sogar einen Namen lieferten sie - aber es war leider nur ein Deckname.

So gelang es den Agenten erst vor vier Jahren, die Identität des Kuriers herauszufinden. Vor zwei Jahren machten sie nach diesen Informationen dann Gebiete in Pakistan aus, in denen der Kurier zusammen mit einem Bruder operierte. Aber wo die Beiden wohnten, blieb immer noch im Dunkeln - dank der intensiven Sicherheitsvorkehrungen des Gespanns, die die US Geheimdienstler immer stärker davon überzeugten: "Wir sind auf der richtigen Spur."

Kommentare (8)

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KriminelleMachenschaften

02.05.2011, 14:38 Uhr

Das Beste an dem ganzen Theater ist die Seebestattung in Afghanistan.

Hirnwaesche

02.05.2011, 14:46 Uhr

Habe das gefunden, schließe mich dem Kommentar an : ..........Es ist schon schlimm einen von denen lügen zu hören, aber Präsident Obama, Dickie Merkel und Herrn Westerwelle hintereinander im Halbschlaf darüber reden zu hören, dass man sie jetzt wieder lieb haben kann, weil ja endlich die größte Gefahr der Welt gebannt und Osama Bin Laden von einer Spezialeinheit der US Streitkräfte nicht nur gestern nacht getötet worden ist, sondern die auch gleich einen DNA Test dabei hatten, um den sonst unkenntlich zerschossenen Bin Laden zu identifizieren und zur Krönung des ganzen dann auch gleich, mit allen islamischen Ehren Bin Ladens Seebestattung vorgenommen haben, ließ mich, entgegen aller morgendlichen Gepflogenheiten, einen noch ungewohnteren Schreianfall bekommen.

Ich bin inzwischen ja einiges gewohnt, aber bin doch trotzdem immer wieder erstaunt in welcher Weise die Merkelbamas, ohne jede Scham, die gesamte Welt dreckig belügen und tausende unschuldige Menschenleben opfern, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Was denken sich diese Leute in ihren kranken Köpfen nur? Das Menschen gerne alles glauben, was man ihnen in den Medien präsentiert ist ja mal eine Sache, aber ich meine es ist doch nun auch nicht so, dass die komplette Menschheit vollständig verblödet ist.

Inzwischen sollte eigentlich für jeden, halbswegs denkenden, Menschen klar sein, dass das ganze Theater um Osama Bin Laden, seit Jahren nichts als eine billge Schmierenkomödie ist, um weiterhin das Al Kaida Märchen unter die Leute bringen zu können und sein Volk mit vereitelten Terroranschlägen, die niemals stattgefunden hätten in Angst zu versetzen. Und wer jetzt auch nur ein Auge halb aufmacht, wird in den nächsten Tagen die Konsequenzen erleben, die nicht nur von Ersatzlügnern im Innenministerium vollzogen werden.

omegalicht

02.05.2011, 14:53 Uhr

Das verdiente Ende eines Massenmörders.

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