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04.09.2014

09:16 Uhr

Getöteter Journalist Sotloff

„Er wollte nur das Leid der Menschen zeigen“

Die USA trauern um den enthaupteten Journalisten Steven Sotloff. Den Gefahren in Syrien haben er sich nicht ausgesetzt, um ein Held zu sein, sagt seine Familie. Er habe hilflosen Menschen eine Stimme geben wollen.

Mahnwache für den getöteten Journalisten Steven Sotloff: Der US-Amerikaner wurde von Islamisten enthauptet. AFP

Mahnwache für den getöteten Journalisten Steven Sotloff: Der US-Amerikaner wurde von Islamisten enthauptet.

PinecrestDer von Extremisten enthauptete US-Journalist Steven Sotloff ist nach Angaben seiner Familie „kein Held“, war aber auch kein Kriegsbesessener. Er habe lediglich das Leid der Menschen in Kriegsgebieten porträtieren wollen, sagte der Sprecher der Angehörigen, Barak Barfi, am Mittwoch vor dem Haus der Familie in der Nähe von Miami. Die USA beschäftigt sich derweil weiter mit der Auswertung des Videos, in dem Sotloffs Tötung zu sehen ist.

Die Bilder von Sotloffs Enthauptung, die die US-Regierung am Mittwoch als echt eingeschätzt hatte, waren am Dienstag veröffentlicht worden. Ein ähnlicher Film über die Bluttat an dem weiteren amerikanischen Journalisten James Foley war vor zwei Wochen aufgetaucht. Die Terrorgruppe Islamischer Staat bekannte sich zu beiden Morden. Weitere US-Bürger sollen im Irak und in Syrien in der Gewalt der IS-Kämpfer sein.

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Barfi sagte weiter, Sotloff „versuchte in einer Welt der Dunkelheit das Gute zu finden“ und so den Armen und Schwachen in der arabischen Welt eine Stimme zu geben. Er sei „kein Kriegsjunkie“ gewesen, habe sich aber zu Geschichten im turbulenten Nahen Osten hingezogen gefühlt. Während die Familie um ihn trauere, dürften „uns unsere Feinde nicht als Geiseln halten mit der einzigen Waffe, die sie haben - Angst“.

Die Mutter des ersten enthaupteten US-Journalisten sagte dem Fernsehsender New England Cable News am Mittwoch, sie und ihre Angehörigen seien untröstlich für die Familie des zweiten Opfers. Zudem stellte Diane Foley fest, sie habe gehofft, dass Sotloff und andere Gefangene nach der Tötung ihres Sohnes freigelassen würden. Ihre Hoffnung liege nun darin, dass die weltweite Empörung über die Taten zu Güte und Frieden führten.

Kommentare (2)

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elly müller

04.09.2014, 12:18 Uhr

Töten, das ist das Credeo dieser aus der Zeit gefallenen Verbrecher!

Bist Du nicht für mich, dann töte ich Dich!

Wenn unschuldige Menschen, egal ob Journalisten oder Jesiden oder Schiiten oder Christen oder Juden oder alle Menschen, die sich diesem Verbrecherclan nicht anschließen möchten geköpft werden, frage ich mich warum die Arabischen Staaten hier nicht massiver eingreifen!!!!!!!!!!??????????????????

Warum kämpfen aus den hochgerüsteten Staaten wie Katar oder Saudi Arabien keine Kämpfer??????? Kann doch egal sein ob sie Suniten sind, oder?

Hier geht es um Mörder mit modernsten Waffen und sonst um nichts!

Ich wünsche mir von der Weltgemeinschaft mehr Einsatz im Kampf gegen diese Barbaren!!!

Wann erfahren wir von unserer Regierung was sie unternimmt, wenn solche Verbrecher hier nach Deutschland zurück kommen?

Warum ist es möglich in Deutschland mit diesen schwarzen Flaggen zu demonstrieren??????????????

Warum wurden diese Gruppen hier noch nicht als Terrorgruppe eingestuft???????????????????????????

Herr Kurt Küttel

05.09.2014, 11:39 Uhr

Gäbe es den nahen Osten nicht, dann wären die Welt sehr friedlich! Man sollte zu härteren Maßnahmen im Umgang mit den Islamisten greifen. Flächenbombardierungen mit B52, B1 und B2 Bombern wären ein probates Mittel um große Teile der IS in Stunden auszuradieren!

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