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29.12.2015

16:20 Uhr

Getöteter Oppositionsführer

Russische Justiz legt sich bei Auftraggeber von Nemzow-Mord fest

Im Februar wurde der russische Oppositionsführer Boris Nemzow erschossen – in Sichtweite des Kreml. Nun präsentieren die russischen Ermittler einen Auftraggeber. Die Opposition zweifelt an der offiziellen Version.

In Moskau gedenken Anhänger dem getöteten Oppositionsführer. dpa

Mordfall Boris Nemzow

In Moskau gedenken Anhänger dem getöteten Oppositionsführer.

MoskauZehn Monate nach dem Mord an dem Oppositionsführer Boris Nemzow haben sich russische Ermittler auf ihre Version der Ereignisse festgelegt. Als mutmaßlichen Auftraggeber und Organisator nannte das Ermittlungskomitee am Dienstag den tschetschenischen Polizeioffizier Ruslan Muchudinow, der sich aus Russland abgesetzt hat.

Fünf weiteren Verdächtigen in Untersuchungshaft wurde nach Moskauer Agenturberichten die endgültige Anklageschrift vorgelegt. Nemzow war am 27. Februar in Sichtweite des Kremls erschossen worden. Die Tat ausgeführt haben soll Saur Dadajew, ebenfalls Tschetschene.

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Vertreter der Opposition und auch der Anwalt von Nemzows Tochter Schanna zogen die These von Muchudinow als Auftraggeber in Zweifel. „Organisator für die niederen Ränge – ja. Aber die Auftraggeber waren hochgestellte Leute“, sagte Anwalt Wadim Prochorow. Die Justiz wolle die Aufmerksamkeit von der Umgebung des tschetschenischen Anführers Ramsan Kadyrow ablenken, vermutete er.

Der Fall Muchudinow werde abgetrennt und einzeln weiter verfolgt, sagte Wladimir Markin von der Ermittlungsbehörde. Seine Verhaftung im Ausland sei „nur noch eine Frage der Zeit“. Die Ermittlungen gegen die anderen Verdächtigen sollten im kommenden Januar abgeschlossen werden. Der Prozess könnte im Februar beginnen.

Von

dpa

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