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08.01.2014

12:42 Uhr

Gewalt bei Protest

Mursi-Prozess fällt aus

In Ägypten gehen Anhänger der Muslimbrüderschaft und die Polizei aufeinander los. Die zweite Sitzung im Prozess gegen Ägyptens Ex-Präsident Mursi fällt indes aus. Die Begründung: schlechtes Wetter.

Demonstranten in Ägypten haben ein Auto in Brand gesetzt. Reuters

Demonstranten in Ägypten haben ein Auto in Brand gesetzt.

KairoIm Prozess gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ist die zweite Sitzung am Mittwoch ausgefallen. Zur Begründung hieß es, Mursi könne wegen schlechten Wetters nicht mit einem Helikopter zum Gerichtssaal in Kairo gebracht werden. Der Prozess werde am 1. Februar fortgesetzt, meldete die Website der ägyptischen Zeitung „Al-Dostour al-Asly“ weiter.

Der islamistische Politiker ist wegen der Tötung von Demonstranten im Dezember 2012 vor dem Präsidentenpalast angeklagt. Die Armee hatte den ersten freigewählten Präsidenten des Landes im Juli 2013 nach Massenprotesten abgesetzt.

Der Aufstieg und Fall von Mohammed Mursi

4. November

In Kairo beginnt der Strafprozess gegen Mursi. Anhänger haben im Vorfeld zu Protesten aufgerufen.

28. und 29. Oktober

Mursi lehnt eine Woche vor Beginn des Prozesses gegen ihn die Rechtmäßigkeit des Gerichts ab. Einen Tag später platzt ein Prozess gegen die Führungsriege der Muslimbrüder wegen Anstiftung zum Mord. Die Richter erklären sich für befangen.

4. Oktober

Muslimbrüder beginnen dreitägige Proteste gegen Mursis Entmachtung, in Ägypten werden dabei mehr als 50 Menschen getötet.

23. September

Ein Gericht in Kairo erklärt die Muslimbruderschaft und alle Ableger der Organisation für illegal.

19. August

Die Staatsanwaltschaft leitet gegen Mursi Ermittlungen wegen Verantwortung für die Tötung von Demonstranten im Dezember 2012 ein. Später folgt eine Anklage wegen Beleidigung der Justiz.

14. August

Bei der Räumung von Protestlagern mit Tausenden Mursi- Anhängern gibt es nach Regierungsangeben mehr als 600 Tote. Eine Verhaftungswelle hochrangiger Muslimbrüder setzt ein.

8. August

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan fordern Zehntausende Islamisten die Wiedereinsetzung Mursis.

3. August

Die Muslimbrüder bestehen darauf, dass Mursi wieder als Präsident eingesetzt wird.

26. und 27. Juli

Mursi wird des Landesverrats beschuldigt und kommt in Untersuchungshaft.

3. und 4. Juli

Nach den Massenprotesten setzt das Militär Mursi ab und stellt ihn unter Arrest. Der oberste Verfassungsrichter Adli Mansur wird Übergangspräsident. Mursi-Anhänger beginnen einen Dauerprotest.

30. Juni

Eine Unterschriftenkampagne der Initiative „Tamarud“ (Rebellion), mit der Mursi zum Rücktritt gezwungen werden soll, gipfelt in Massenprotesten Hunderttausender.

2. Juni

Das oberste Verfassungsgericht verkündet, dass die von Mursi durchgeboxte Verfassung unter nicht gesetzeskonformen Umständen zustande gekommen ist.

29. November 2012

Im Eilverfahren peitscht das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee Mursis Entwurf einer neuen Verfassung durch. In Massenprotesten demonstriert die Opposition gegen eine schleichende Islamisierung.

24. Juni 2012

Die Wahlkommission erklärt den Kandidaten der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, zum Sieger der Präsidentenwahl. Quelle: dpa

Der Prozess gegen den 63-Jährigen und 14 weitere Islamisten hatte im November begonnen. Damals war es im Gerichtssaal zu lauten Tumulten gekommen. Mursi hatte erklärt, er sei immer noch der legitime Präsident Ägyptens.

Nach Informationen der Website „youm7“ kam es im Kairoer Stadtteil Nasr-City am Mittwoch zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Anhängern der Muslimbruderschaft und der Polizei. Die Polizei setzte demnach Tränengas ein, die Demonstranten warfen Flaschen und Steine. Die Muslimbrüder fordern die Rückkehr von Mursi an die Macht.

Von

dpa

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