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19.05.2017

13:31 Uhr

Gewalt gegen Demonstranten

Schwere Vorwürfe gegen Erdogan

Neun Menschen wurden in Washington verletzt, als das Sicherheitsteam von Recep Tayyip Erdogan kurdische Demonstranten angriff. Jetzt gibt es schwere Vorwürfe gegen den türkischen Staatspräsidenten.

Ausschreitungen in Washington

Blutige Proteste überschatten Erdogan-Besuch

Ausschreitungen in Washington: Blutige Proteste überschatten Erdogan-Besuch

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DüsseldorfNach der Angriff von türkischen Leibwächter in Washington auf kurdische Demonstranten werden schwere Anschuldigungen gegen Recep Tayyip Erdogan laut: Der türkischen Staatspräsidenten persönlich soll den Befehl zur Attacke gegeben haben.

Der Chefredakteur der „Globe Post“, Mahir Zeynalov, postete bei Twitter ein Video des US-Magazins „The Voice of America“. Auf diesem soll zu sehen sein, wie Erdogan aus seiner Limousine heraus die Befehle erteilt. Dazu schreibt Zeynalov: „Es scheint, als wenn Erdogan (im Auto) seinen Sicherheitsleuten Befehle gibt, die Demonstranten in Washington zusammenzuschlagen.“

Tatsächlich ist auf dem Video zu sehen, wie sich ein Sicherheitsmann in die Limousine des türkischen Präsidenten beugt, um mit jemanden zu sprechen. Der Gesprächspartner in dem Wagen ist allerdings nicht zu sehen. Als sich der Sicherheitsmann wieder aufrichtet, ist zu sehen, wie er in mit seinem rechten Arm zum Micro greift. Zwei weitere Sicherheitsleute eilen daraufhin direkt zu den Demonstranten, wenige Sekunden später starten auf der Straße unterhalb der Botschaft die Handgreiflichkeiten.

Das Sicherheitsteam Erdogans war am Dienstag mit Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen, die vor der türkischen Botschaft protestierten. Zwei Leibwächter waren festgenommen worden, sie wurden jedoch am Donnerstag wieder freigelassen. Sie seien auf Basis eines Abkommens freigekommen, unter dem Staatschefs auf Besuch oder Mitglieder derer Delegation nicht festgesetzt werden dürften, hieß es aus dem Außenministerium. Zudem sei der türkische Botschafter in den USA vorgeladen worden.

Der US-Senator John McCain fand bereits deutliche Worte und verlangte die Ausweisung des türkischen Botschafters. „So etwas kann nicht ohne diplomatische Antwort bleiben“, sagte der Senator dem amerikanischen Fernseh-Sender „MSNBC“. „Wir sind nicht in der Türkei oder einem Dritte-Welt-Land.“ Die Verantwortlichen für die Übergriffe müssten vor Gericht gestellt werden.

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Die Demonstranten hätten vor der türkischen Botschaft Slogans gegen Erdogan gerufen, als der Staatschef nach einem Treffen mit Trump vorgefahren sei, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu kurz nach dem Vorfall. Weil die US-Polizei türkische Forderungen nach einem Einschreiten nicht beachtet habe, seien Erdogans Sicherheitskräfte und türkische Staatsbürger eingeschritten, um „sie zu zerstreuen“, hieß es. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie die Entourage Erdogans auf die Demonstranten einprügelte und zutrat.

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Kommentare (6)

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Herr Moritz J. Mueller

19.05.2017, 14:48 Uhr

Ich glaube dass Herr Erdogan in seinem (Grössen)Wahn ein wenig des Realitätssinn für die Grösse (Wirtschaftsgrösse, Militärgrösse), Bedeutung und Position der Türkeit in der Welt verloren hat. Nach Putin wird er wohl der Nächste sein, der sein Land, dank Sanktionen, in den Abgrund führen wird.

Herr Paul Kersey

19.05.2017, 15:40 Uhr

@Mueller
Die Sache ist ganz einfach zu erklären. Erdogan hat irgendwann mal wieder ein Geschichtsbuch in die Hand genommen und mit großem Erschrecken und tiefer Traurigkeit festgestellt, welche imposante Größe das osmanische Reich mal hatte.
Und da er unter Großmannssucht leidet, träumt er von der guten alten Zeit. In Deutschland landen solche Menschen irgendwann in einer Gummizelle.

Herr Tomas Maidan

19.05.2017, 17:31 Uhr

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