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20.07.2015

17:22 Uhr

Gewalt gegen Kinder

Human Rights Watch kritisiert Israel

„Unnötige Gewalt“: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert Israel schwer. Der Staat wende bei Festnahme von Palästinenser-Kindern Gewalt an, bestätigt ein Bericht. Diese Praxis sei „unangemessen“.

Palästinenser-Junge mit Holzgewehr: Israels Militär wendet systematisch Gewalt gegen palästinensische Kinder an. dpa

Ziel des israelischen Militärs?

Palästinenser-Junge mit Holzgewehr: Israels Militär wendet systematisch Gewalt gegen palästinensische Kinder an.

JerusalemDie Organisation Human Rights Watch (HRW) hat nach eigenen Angaben eine Reihe von Fällen dokumentiert, in denen israelische Sicherheitskräfte gegen palästinensische Kinder Gewalt und andere repressive Maßnahmen einsetzten. In sechs konkreten Fällen hätten Sicherheitskräfte bei der Gefangennahme von Kindern „unnötig Gewalt“ eingesetzt, hieß es in einer am Montag veröffentlichen Erklärung.

Die HRW-Nahost-Direktorin Sarah Leah Whitson rief die US-Regierung auf, sie solle Israel als Verbündeten auffordern, solche „unangemessenen“ Praktiken einzustellen. Der elfjährige Raschid aus Ost-Jerusalem sagte, israelische Sicherheitskräfte hätten ihn bei seiner Festnahme im November getreten und beschimpft, zudem hätten sie ihm eine Tasche über den Kopf gestülpt.

Die 14-jährige Malak al-Chatib aus dem Westjordanland wurde nach Angaben ihrer Mutter von vier Soldaten geschlagen und getreten, als diese wegen mutmaßlicher Steinwürfe auf eine von Siedlern befahrene Straße einschritten.

In den von HRW dokumentierten Fällen wurden die Kinder verhört, bevor die Eltern über ihre Festnahme informiert worden waren. Einige von ihnen sagten, sie hätten Geständnisse in Hebräisch unterschreiben müssen, obwohl sie die Sprache nicht beherrschten.

Das Justizministerium und das Militär erklärten laut HRW zu den Vorwürfen, die Sicherheitskräfte hielten sich „in allen Fällen“ an die Gesetze und informierten Kinder über ihre Rechte. Laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef ist Israel das einzige Land der Welt, in dem Kinder schon ab zwölf Jahren von einem Militärgericht verurteilt werden können.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Trantow

22.07.2015, 10:28 Uhr

Wann werden endlich einmal die Islamgläubigen kritisiert! Täglich töten Sie mit Hilfe unserer Unterstützung Israelis. Dies ist wohl richtig, da jede Kritik bzw. Verbot der Ermordung. nicht erfolgen. Wann wird der Islam (Fatwa, Töter Andersgläubige) verboten bzw. wenigstens massiv bekämpft? Dass Christen wie Gauck und Merkel für den Islam sind, verstehe ich nicht!

Herr Peter Schaak

23.07.2015, 15:55 Uhr

Auch Gauck und Merkel wissen, wo Anschläge auf christliche Einrichtungen grundsätzlich unverfolgt bleiben. Vor allem aber wissen sie, dass spätestens seit 1967 der Siedlerkolonialismus auch sittlich-ethisch nicht mehr zu rechtfertigen ist. Leider vergessen sie das aber nur allzu gern, weil sie sich durch die Geschichte daran gehindert sehen, für Menschenrechte in aller Welt einzutreten. Die Deutsche Geschichte wird dadurch natürlich auch nicht besser. Im Gegenteil, sie wird durch die Beteiligung an weiteren Verbrechen konsequent fortgeführt.
In vielen islamischen Staaten gibt es gravierende Probleme. Doch der Islam umfasst heute bereits ein viertel der Menschheit und hat allein dadurch den Beweis erbracht, zur Völkerverständigung viel beitragen zu können. Bei anderen Religionen, die zum Teil deutlich mehr Zeit dazu hatten, ist das nicht der Fall. Was erwarten Sie da?
Hinzu kommt: Das Christentum ist in ganz Europa im Zerfall begriffen, besonders in Deutschland. Die Menschen hier sind ja deshalb nicht weniger spirituell veranlagt. Was meinen Sie, welche Religion das Vakuum ausfüllen könnte?
Ihre Klagen bleiben deshalb unverständlich.

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