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13.09.2012

07:49 Uhr

Gewalt gegen USA

Romney verheddert sich in Libyen

VonNils Rüdel

Schwach sei der Präsident, feige, und er entschuldige sich ständig für Amerika: Mitt Romney wollte die Gewalt gegen US-Botschaften zu einer Breitseite auf Barack Obama nutzen. Doch seine Kritik ging nach hinten los.

Reaktionen auf Gewalt in Libyen

Video: Reaktionen auf Gewalt in Libyen

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New YorkJobs, Wirtschaft, die hohen Staatsschulden – das sind die Themen, über die Mitt Romney gerne spricht. Die gefährliche weite Welt da draußen aber, Iran, Afghanistan, der Arabische Frühling – bei diesen Fragen bleibt der Präsidentschaftskandidat auffallend stumm. Und wenn der Außenpolitik-Novize doch einmal darauf angesprochen wird, bleibt er konsequent vage.

Bis zum Dienstag. Als an diesem und am folgenden Tag an den US-Vertretungen in Bengasi und in Kairo eine Gewaltwelle losbrach, die den Tod des Botschafters J. Christopher Stevens und dreier weiterer Angestellter zur Folge hatte, musste Romney irgendwie reagieren. Es galt, als möglicher nächster Präsident der USA die richtigen Worte zu finden und zu zeigen, wie er in Krisensituationen reagiert.

Allein, er machte keine gute Figur. Während die Nation am Mittwoch entsetzt die Entwicklungen in Libyen und Ägypten verfolgte, stand Romney als Nörgler da, der, ohne jedes Gespür für Timing, die schockierenden Nachrichten für den Wahlkampf ausschlachten wolle. All das auch noch um die Gedenkfeiern an den 11. September 2001 herum, bei denen Politiker beider Parteien Einigkeit zeigten. Selbst aus dem eigenen Lager musste sich der Republikaner deshalb Kritik anhören.

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Was war passiert? Romney war am Dienstagabend mit einer Mitteilung hervorgeprescht, in der er Obama scharf für dessen Außenpolitik kritisierte. Der Präsident „sympathisiere“ mit den Angreifern, behauptete Romney, und lade durch seine ständigen „Entschuldigungen für Amerika“ in der islamischen Welt geradezu zu Gewaltaktionen gegen die USA ein.

Romney bezog sich mit seiner Kritik auf eine harmlose Mitteilung der US-Botschaft in Kairo, die diese am Dienstagmittag offenbar unabgestimmt mit Washington herausgegeben hatte – noch bevor die Gewaltwelle ausgebrochen war. Darin verurteilten die US-Diplomaten jenen islamkritischen Hass-Film, der als Auslöser für die Unruhen gilt, und betonten, dass der „Respekt vor dem Glauben ein Grundpfeiler der amerikanischen Demokratie“ sei.

Dem Obama-Herausforderer ging diese Erklärung jedoch viel zu weit. Es sei „schändlich“, teilte Romney am Dienstagabend mit, dass dies die „erste Reaktion“ der Obama-Regierung auf die Vorfälle gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt hatten Demonstranten zwar bereits in den Vertretungen randaliert, doch es gab noch keine Meldungen zu Toten in Bengasi.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

13.09.2012, 09:20 Uhr

"Darin verurteilten die US-Diplomaten jenen islamkritischen Hass-Film, der als Auslöser für die Unruhen gilt, und betonten, dass der „Respekt vor dem Glauben ein Grundpfeiler der amerikanischen Demokratie“ sei."

Und das war auch richtig so.
Ich bin entsetzt wie man ein solches Video drehen kann.
Das hätten die Muslime auch machen können, als rauskam das manche der christlichen Priester der Jugend besonders "zugetan" zu sein scheinen, z. B.
Diese Reaktionen darauf hätte ich dann hier mal hören wollen.

goldeneye

13.09.2012, 09:45 Uhr

Man weiss doch in den westlichen Ländern, dass man damit die Muslime grundsätzlich auf die Palme bringt. Warum ist es denn nicht möglich, dass diese Dummheiten, egal in welchen westlichen Ländern, endlich aufhören - nur dann herrscht Frieden!!!!! Im Grunde genommen müsste man den Filmemacher hart bestrafen!!!!

HarSCH

13.09.2012, 09:58 Uhr

Trotz Presse- und Meinungsfreiheit sollten solle Videos bzw. Karrikaturen über Mohammed usw. verboten werden. Sind diese doch ursachlich dafür verantwortlich, dass sich die islamische Kultur dadurch provoziert fühlt und die breite Masse der Bevölkerung zu Gewaltaktionen aufpushen lassen.
Was nützen alle möglichen diplomatischen Bemühungen, wenn irgendwo in einem amerikanischen Kaff ein "verwirrter" Prediger meint, den Koran öffentlich verbrennen zu müssen? Die daraus resultierenden Reaktionen aus der islamischen Welt, mit Toten und Verletzten sollten zur Anklage eben dieser Personen führen.

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