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27.12.2013

22:22 Uhr

Gewalt im Südsudan

Nachbarstaaten fordern Friedensgespräche

Die Menschen sind zu Zehntausenden auf der Flucht vor den gewaltsamen Ausschreitungen im Südsudan. Die Staatschefs der Nachbarländer fordern jetzt Gespräche zwischen den Dinka und den Nuer noch vor Anlauf des Jahres.

Tausende von Menschen sind im Südsudan auf der Flucht vor den blutigen Kämpfen zwischen den verfeindeten Parteien. ap

Tausende von Menschen sind im Südsudan auf der Flucht vor den blutigen Kämpfen zwischen den verfeindeten Parteien.

Juba/NairobiNoch vor Ende dieses Jahres sollen die Friedensgespräche zwischen der südsudanesischen Regierung und ihren Gegnern aufgenommen werden. Das fordern die Staatschefs der regionalen Organisation nordostafrikanischer Länder IGAD in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung nach einem Gipfel in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Ein gewaltsamer Regierungswechsel werde abgelehnt. Knapp zwei Wochen nach Ausbruch der Unruhen im Südsudan sind nach Angaben der Vereinten Nationen bereits 120 000 Menschen auf der Flucht.

In dem erst vor zwei Jahren gegründeten ostafrikanischen Staat waren am 15. Dezember Kämpfe ausgebrochen. In dem Konflikt stehen sich unterschiedliche Volksgruppen gegenüber - die Dinka, denen Präsident Salva Kiir angehört, und die Nuer von Ex-Vizepräsident Riek Machar. Die Auseinandersetzungen in den ölreichen Staaten Unity und Upper Nile gefährden die Öleinnahmen der Regierung.

Der UN-Koordinator für Hilfseinsätze, Toby Lanzer, hatte Anfang der Woche gesagt, er gehe von mehr als 1000 Toten aus. Die UN-Sondergesandte Hilde Johnson sagte, man habe von Tötungen, willkürlichen Verhaftungen, groben Misshandlungen, und Massengräbern gehört. Diese Berichte und Anschuldigungen würden nun untersucht.

Die IGAD erklärte, die Regierung Südsudans habe zugestimmt, die Feindseligkeiten zu beenden. Machar, der nicht an dem Krisengipfel teilnahm, sei aufgefordert, eine ähnliche Verpflichtungserklärung abzugeben.

Der Ex-Vizepräsident sagte der britischen BBC, die Bedingungen für eine Waffenruhe seien noch nicht gegeben. Ein Waffenstillstand müsse von Delegationen beider Konfliktparteien ausgehandelt werden, sagte er per Satellitentelefon.

Machar wird von der Regierung vorgehalten, einen missglückten Putsch inszeniert zu haben. Er bestreitet das. Nach einem Treffen mit dem kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta und dem äthiopischen Regierungschef Hailemariam Desalegn am Donnerstag hatte Kiir bereits zugestimmt, die Feindseligkeiten zu beenden und mit Machar zu verhandeln. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die Führer Südsudans wiederholt aufgefordert, Gespräche zu beginnen.

Die Kämpfe waren vor rund zwei Wochen in der Hauptstadt Juba ausgebrochen und hatten anschließend das ganze Land erfasst. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Dienstag eine vorübergehende Verstärkung der Eingreiftruppe von 8000 auf 14 000 Soldaten zugesagt. Überdies sollen Kampfhubschrauber und weitere Ausrüstungsgegenstände ins Land geschickt werden.

Die notleidenden Menschen im Südsudan sind dringend auf Wasser, sanitäre Anlagen, Notunterkünfte, Lebensmittel und Medikamente angewiesen, wie das UN-Menschenrechtsbüro mitteilte. Dazu benötigten Hilfsorganisationen mindestens 166 Millionen Dollar (rund 121 Millionen Euro).

Von

ap

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