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10.08.2011

11:15 Uhr

Gewalt in England

Einwohner verteidigen ihr Viertel mit Schwertern

VonMatthias Thibaut

Die Gewaltexplosionen in England dauern an. Ein Großaufgebot der Polizei sorgt in London für Ruhe, doch in anderen Städten brennt es. Bürger nehmen ihre Sicherheit selbst in die Hand. In Birmingham gib es drei Tote.

Krawalle in Großbritannien dauern vierte Nacht in Folge an

Video: Krawalle in Großbritannien dauern vierte Nacht in Folge an

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LondonGroßbritannien kommt nicht zur Ruhe. Auch in der vierten Nacht nacheinander kam es zu massiver Gewalt. Während allerdings in London 16.000 Polizisten im Einsatz waren und eine gespenstische Ruhe herrschte, kam es diesmal in Einkaufsvierteln in Manchester, Salford, Birmingham und anderen Städten zu Randale. In Nottingham wurden Brandbomben in eine Polizeiwache geworfen. Der Polizeichef von Manchester, Garry Shewan, sprach von einem „außergewöhnlichem Ausmaß an Gewalt“. Nach Hunderten von Verhaftungen im ganzen Land – 700 allein in London – sind viele Polizeizellen im Land überfüllt.

In Birmingham forderten die Krawalle drei weitere Todesopfer. Drei Männer, die aus einer Moschee kamen und offenbar ihr Viertel beschützen wollten, wurden in der Nacht zum Mittwoch von einem Autofahrer buchstäblich „niedergemäht“. „Das Auto hat einen Schlenker direkt auf sie zu gemacht. Es war eiskalter Mord“, sagte ein Augenzeuge. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Mordes eingeleitet und eine Person verhaftet. Am Dienstag war in London ein 26-jähriger gestorben, der während eines Krawalls einen Kopfschuss erhalten hatte.

Überall im Land nehmen Bürgergruppen nun die Sicherheit selbst in die Hand – wie die drei Männer in Birmingham. In Southall in London gruppierten sich gestern Abend 700 Sihkhs, bewaffnet mit Hockeyschlägern und ihren rituellen Schwertern, um Wohnungen und Ladenstraßen zu schützen. „Die Polizei ist überarbeitet. Wir unterstützen sie. Warum sollen wir unsere Häuser, unsere Geschäfte und unsere Gotteshäuser nicht gegen diese Terroristen verteidigen“, sagte einer der Organisatoren.

Flug über London nach Krawallen

Video: Flug über London nach Krawallen

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Geschäftsviertel hatten sich auf weitere Gewalt vorbereitet und am Dienstag Abend frühzeitig geschlossen. Pubs, Eckläden, Shopping Zentren ließen die Rollläden herunter. „Wegen des bevorstehenden Zusammenbruchs der öffentlichen Ordnung schließen wir heute früher“, schrieb ein Ladenbesitzer auf einen Zettel.

Eine Debatte um die Jugend und ihre Kultur hat begonnen. Gesellschaftliche Strukturen und Selbstwert bedeuteten ihnen weniger als die durch die Gruppe oder „Gang“ gefundene Identität, sagen Psychologen. Polizeichef Shewan unterstrich, in seiner Stadt Manchester habe die Jugend keinerlei Grund zum Protest. „Hier gibt es kein Gefühl von Ungerechtigkeit. Hier gab es keinen Funken, der dies hätte herbeiführen können. Dies ist sinnlose Gewalt und pure Kriminalität in einem Ausmaß, wie ich es noch nie in meiner Laufbahn gesehen habe.“

Die Gewalttäter schlugen Schaufensterscheiben ein und plünderten Läden. Ein Geschäft wurde in Brand gesetzt. In Salford bei Manchester schleuderten Randalierer Ziegelsteine auf Polizisten und steckten Gebäude an. Auch ein BBC-Kameramann wurde angegriffen. Fernsehbilder zeigten, wie Flammen aus Häusern und Autos schlugen. Über den Straßen bildete sich dichter Rauch.

In Manchester und Salford wurden 113 Menschen festgenommen. In Liverpool nahm die Polizei 50 Leute fest. Im Problembezirk Toxteth setzten Randalierer Fahrzeuge der Feuerwehr in Brand. Rund 200 Jugendliche zogen plündernd und randalierend durch die Straßen. Auch in der zentralenglischen Stadt Wolverhampton wurden Geschäfte ausgeraubt, in West Bromwich Autos angezündet. Aus Leicester, Milton Keynes und Gloucester gab es ebenfalls Berichte über Unruhen.

(Mit Reuters-Material)

Cameron: Krawalle sind Kriminalität in ihrer reinsten Form

Video: Cameron: Krawalle sind Kriminalität in ihrer reinsten Form

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Kommentare (19)

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Gegenwehr

10.08.2011, 11:39 Uhr

Ich sage nur: Herrliches Multi-Kulti. Das soll ein Vorbild für Deutschland sein? Es wird nicht mehr lange dauern, dann hat Deutschland dieselben Probleme mit Migranten, vor allem aus Afrika und islamistischen Ländern, wie England jetzt. Im übrigen ist die Polizei viel zu lasch. Das sieht man schon bei Fußballspielen. Was sich dort im Umfeld für ein Mob herumtreibt, einfach nur furchtbar. Solange Richter einem Kindermörder noch Schadensersatz zusprechen, kann man von Gerichten auch nichts Gutes erwarten. Die Zeiten werden krimineller.

crash

10.08.2011, 12:19 Uhr

Hoffentlich wirft unsere sog. "politische Elite" einen Blick auf England. Dort können Sie hautnah erleben, was passiert, wenn der Mob los ist. Es wird sicher lange dauern bis etwas derartiges in Deutschland passiert, aber es wird passieren, wenn unsere Politik und Justiz so weiter machen wie bisher.

xolie

10.08.2011, 12:32 Uhr

An anonymer Benutzer: Ihre Aeusserungen und Verallgemeinerungen zu Migranten und Fussballfans sind schlimm und hier volllkommen unangebracht! Sie zeugen von geringem geistigen Horizont und kultullemen Niveau.

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