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08.04.2011

01:02 Uhr

Gewalt in Gaza

Palästinenser beschließen Waffenruhe

Nach einer Periode relativer Ruhe hat Israel am Donnerstag den Gazastreifen bombardiert. Zuvor hatte eine Hamas-Rakete einen israelischen Schulbus getroffen. Die Palästinenser ziehen nun Konsequenzen.

Israelische Soldaten vor dem beschossenen Schulbus. Quelle: dpa

Israelische Soldaten vor dem beschossenen Schulbus.

GazaAls Reaktion auf massive Angriffe des israelischen Militärs auf Ziele im Gazastreifen haben die radikal-islamische Hamas und andere Palästinensergruppen am Donnerstagabend eine sofortige Waffenruhe beschlossen. Dem Beschluss waren Gespräche mit arabischen und türkischen Vermittlern vorangegangen, sagte Talal Abu Zerifa von der Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas (DFLP). Aus Israel gab es dazu vorerst keine offizielle Reaktion.

Nach dem Beschuss eines israelischen Schulbusses durch radikale Palästinenser hat Israel am Donnerstag den Gazastreifen bombardiert. Kampfjets, Hubschrauber und Panzer beschossen verschiedene Orte in dem Küstengebiet.

Nach Angaben palästinensischer Sanitäter wurden dabei fünf Menschen getötet und mindestens 30 weitere verletzt. Ein 50-jähriger Mann starb im Osten des Gazastreifens, vier weitere Palästinenser wurden im Süden nahe der Grenze zu Ägypten getötet.

Zuvor hatte eine Rakete aus dem Gazastreifen einen Schulbus in Südisrael getroffen. Dabei wurden der Busfahrer und ein Teenager verwundet. Der Jugendliche erlitt schwere Verletzungen. Die islamistische Hamas bekannte sich zu diesem Angriff.

Ein israelischer F-16-Kampfjet bombardierte einen wichtigen Sicherheitskomplex der Hamas, die den Gazastreifen regiert. Die dicht besiedelte Stadt Gaza wurde von einer heftigen Explosion erschüttert. Erstmals seit dem Krieg im Januar 2009 feuerte auch ein israelischer Kampfhubschrauber mit Maschinengewehr und Raketen auf Ziele in Gaza.

Aus Palästinenserkreisen hieß es, militante Bewohner der Enklave hätten das Feuer mit einem schweren Maschinengewehr erwidert. Binnen drei Stunden seien 45 Raketen und Mörsergranaten vom Gazastreifen aus auf Israel abgeschossen worden, erklärte das israelische Militär. Dies sei der heftigste Beschuss seit zwei Wochen.

Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte, nach dem Beschuss des Schulbusses habe er dem Militär den Befehl erteilt, rasch zurückzuschlagen. Israel mache die Hamas verantwortlich für alles, was sich im Gazastreifen abspiele. Die Hamas erklärte, der Beschuss des Busses sei die Vergeltung für israelische Luftangriffe, bei denen am Samstag drei Palästinenser getötet wurden.

Der Raketenangriff folgte auf eine Periode relativer Ruhe. Zuvor waren im März die grenzüberschreitenden Angriffe eskaliert, mindestens 16 Palästinenser kamen ums Leben.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas forderte den Westen zum Eingreifen auf. Die Weltmächte müssten „diese Aggression stoppen“, sagte Abbas der amtlichen Nachrichtenagentur Wafa zufolge.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte vor Journalisten in Prag, er hoffe, die Lage bleibe unter Kontrolle. Seine Regierung scheue aber nicht vor notwendigen Maßnahmen - offensive oder defensive - zurück, um das Land und die Bevölkerung zu schützen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt unterdessen auf rasche Fortschritte in den Nahost-Friedensgesprächen. „Bis zum September 2011 sollten wichtige Fortschritte erzielt werden“, sagte sie nach einem Treffen mit Netanjahu in Berlin. Hintergrund ist die Drohung der Palästinenser, ansonsten in der UN-Vollversammlung den Antrag zu stellen, einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 anzuerkennen.

Kommentare (2)

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EuroTanic

08.04.2011, 17:23 Uhr

Das ändert nichts an der Tatsache, dass 1,5 Millionen Palästinenser von Israel wie in einem Freiluftgefängsnis "gehalten" werden. Auch die weiter voranschreitende Inbesitznahme von palästinensischem Territorium durch israelischen illegalem Siedlungsbau wird weiter fortgeführt und seitens der UNO gedultet. Warum wird hier nicht gegen Israel interveniert?

Account gelöscht!

09.04.2011, 09:31 Uhr

Die Grenze zu Ägypten ist offen !
Von dort werden Waffen nach Gaza geliefert , warum sollten Personen dann nicht auch von Gaza nach Ägypten reisen können ?

Ihr Text klingt fast wie eine Rechtfertigung des zunehmenden Kindermordes !
Nachdem Ein Anschlag auf Schulkinder in einem Schulbus der sicher als solcher zu erkennen war getätigt wurde , hat Israel mit recht zurückgeschlagen .
Gegen Erwachsene Menschen die im Stande sind Panzerbrechende Waffen , Marschflugkörper,Lenkraketen , Maschinengewehre,Panzer und Kanonen zu bedienen ( wie u a. hier zu lesen ).
Radikal Islamische Terroristen schrecken auch vor Säuglingen nicht zurück und schneiden ihnen brutal die Kehle auf .
Im Anschluss wird diese Bluttat unter den Palästinensern als Heldentat gefeiert !!!

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