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09.04.2012

12:29 Uhr

Gewalt in Syrien

Moskau rechnet mit Regierungsrückzug

Moskau erwartet weiterhin, dass das syrische Regime den Waffenstillstand einhalten wird. Die Türkei schickte scharfe Warnungen nach Syrien. Bei Konflikten an der Grenze sollen auch türkische Bürger verletzt worden sein.

Syrische Demonstranten. Der UN-Friedensplan sieht vor, dass sich die Regierungstruppen bis zum 10. April aus den Protesthochburgen zurückziehen. dapd

Syrische Demonstranten. Der UN-Friedensplan sieht vor, dass sich die Regierungstruppen bis zum 10. April aus den Protesthochburgen zurückziehen.

Trotz zusätzlicher Forderungen der syrischen Führung für einen Waffenstillstand geht Russland von einem Rückzug der Regierungstruppen aus den Protesthochburgen an diesem Dienstag aus. Nach russischen Agenturberichten „erinnerte“ Vize-Außenminister Gennadi Gatilow daran, dass die Soldaten am 10. April aus den Städten abgezogen werden müssten und beide Seiten die Gewalt bis zum 12. April einzustellen hätten. „Danach werden wir sehen, in welche Richtung sich die Situation entwickelt“, sagte Gatilow am Montag.

An diesem Dienstag wird der syrische Außenminister Walid al-Muallim zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau erwartet. Die UN-Vetomacht Russland spielt als enger Partner Syriens eine Schlüsselrolle in dem Konflikt.
Moskau arbeite „aktiv“ mit Damaskus zusammen, um so bald wie möglich eine Beilegung der Krise zu erreichen, sagte Gatilow. „Alles sollte unter Beachtung der Souveränität Syriens ablaufen, und die Gewalt muss eingestellt werden.“

Zwischenzeitlich verstärkten sich die Konflikte an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei. Wie türkische Fernsehsender berichteten, wurden erstmals mehrere Menschen auf türkischem Staatsgebiet von Schüssen verletzt, die von syrischen Truppen über die Grenze hinweg abgefeuert wurden. Zudem seien auf syrischer Seite mindestens zwei Menschen getötet und insgesamt elf weitere verletzt worden.

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Auf der syrischen Seite der Grenze war es zu Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen der oppositionellen Freien Syrischen Armee gekommen. Bewohner eines in der türkischen Provinz Kilis unmittelbar an der Grenze gelegenen Flüchtlingslagers hätten den Rebellen am Morgen zur Hilfe kommen wollen, als diese unter Feuer gerieten.

Unter den Verletzten sei auch ein türkischer Staatsbürger, der auf türkischem Gebiet getroffen worden sei, teilten die Behörden mit. Er habe in dem Flüchtlingslager als Übersetzer gearbeitet. In der Türkei halten sich insgesamt fast 24 700 syrische Flüchtlinge auf, wie das Außenministerium in Ankara am Montag mitteilte.

Ankara richtete eine scharfe Warnung an das syrische Regime. Die Angriffe müssten umgehend gestoppt werden. Der Zwischenfall schlage ein neues Kapitel in dem Konflikt auf, zitierte das türkische Staatsfernsehen TRT einen Sprecher des Außenministeriums in Ankara. Die Türkei verstärkte ihren Truppen in dem Gebiet.

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

09.04.2012, 13:01 Uhr

Ah, Unbewaffnete wollten den Verfolgten zu Hilfe kommen? Sehr edelmütig - und unglaubwürdig. Übrigens: unter den Grenzschutzkräften soll es sechs Tote gegeben haben. Davon ab fliegen Geschosse nun einmal recht weit und machen an einer Grenze nicht halt. Das gilt übrigens auch für türkische Kugeln im türkisch-irakischen Grenzgebiet, wobei sich da die Türkei nicht einmal um die Grenze schert.

Kensersky

09.04.2012, 13:33 Uhr

Die Türkei hat nun eine rechtliche Grundlage und sollte so langsam aber sicher nach Syrien einmaschieren um den Diktator Assad zu stoppen. Zumindest ist eine Pufferzone auf syrischem Boden zwingend, damit sich die Flüchtlinge dorthin begeben können. Die UN kann aufgrund des Vetos von China uns Russland nichts unternehmen. Und die arabische Liga wirkt wie betäubt. Aus USA ist derzeit ebenfalls nicht viel zu erwarten.

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