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17.09.2013

16:12 Uhr

Gewaltspiele und Realität

Aus Spiel wird Ernst?

VonMaike Freund

In den USA sterben Menschen bei einem Amoklauf in der Realität. Gleichzeitig fiebern Millionen „Grand Theft Auto V“ entgegen, um in der Computerwelt zu töten. Das ist zwar geschmacklos, aber keine Ursache für Attentate.

Bereit zur Gewalt: Das neue „Grand Theft Auto V“ spart nicht daran. ap

Bereit zur Gewalt: Das neue „Grand Theft Auto V“ spart nicht daran.

Massenmord, Folter, Geballer: Millionen haben der Fortsetzung des Zum-Teil-Shooter-Spiels „Grand Theft Auto“ entgegengefiebert. Heute ist es soweit. Das Computerspiel kommt auf den Markt: noch härter, noch brutaler, noch kaputter als die vorigen Teile – und wird vermutlich Milliarden einspielen, ganz wie seine Vorgänger.

Der Inhalt des Spiels ist das klassische Gangster-Epos. Der Spieler wird zum Kriminellen, der im Milieu versinkt. Nun hat der Spieler nicht nur die Wahl zwischen Maschinenpistole und Granate, sondern kann sich dem Belieben nach ganz von der Handlung lösen und sich in einer Welt verlieren, die zwar wunderschön anzusehen ist, in der jedoch Korruption, Dekadenz und Gewalt herrschen.

Gleichzeitig läuft die Meldung über den Nachrichten-Ticker: „Mann richtet Blutbad in Österreich an.“ Die Hintergründe sind zunächst unklar. Später stellt sich heraus: Ein Wilderer erschoss zwei Polizisten und den Fahrer eines Rettungswagens. Auch in Washington gab es eine neue Bluttat. Zwölf Menschen sterben bei einem Amoklauf. Klar ist mittlerweile: Der Täter war in psychologischer Behandlung.

Nun hängen die drei Ereignisse nicht zusammen, es ist ein dummer Zufall, dass das Spiel an einem Tag auf den Markt kommt, an dem die Gewalt (mal wieder) in der Realität geschieht. Auch wenn keiner in diesen beiden Fällen Shooter-Spiele als Erklärung bemüht, drängt sich die Frage auf: Wann wird aus Spiel Realität? Wann schlägt Gewalt in den Medien in wirkliche Gewalt um?

„Gewalt in Medien, egal ob am Computer oder im Fernsehen, leistet allenfalls einen geringfügigen Beitrag zur Auslösung oder Verstärkung von Aggressionen", sagt Astrid Zipfel. Die Expertin forscht an der Universität Düsseldorf zum Thema Medien und Gewalt. Viel entscheidender seien andere Risikofaktoren bei der Frage, was Aggressionen auslöst. Zum Beispiel das soziale Umfeld, die persönliche Situation oder das Alter des Spielenden.

Auch die Frage, in welchem Zusammenhang Gewalt im Computerspiel gezeigt werde, sei wichtig, so Zipfel. Dabei seien viele Faktoren relevant. „Nur weil das Blut in Strömen fließt, heißt das nicht, dass dieses Spiel besonders gewaltfördernd ist.“ Andere Formen seien da folgenreicher, weil sie Gewalt verharmlosen würden, zum Beispiel, wenn sie in Zusammenhang mit Humor auftrete oder belohnt würde. Zu der umgekehrten Variante, dass gewaltverherrlichende Computerspiele Aggressionen sogar abbaue, gebe es keine wissenschaftlichen Belege, sagt Zipfel.

Bleibt die Frage, warum so viele von Gewaltspielen fasziniert sind. „Darauf gibt es nicht eine Antwort“, sagt Zipfel. Gründe seien beispielsweise Kontrolle einer Situation, Faszination für Gewalt, Sensationslust, aber auch der direkte Wettbewerb mit anderen. „Bei Gewaltspielen ist die Rückmeldung über Erfolg oder Misserfolg des Wettbewerbs in Form von Toten sehr direkt.“ Außerdem sei das bei Jugendlichen das Ausprobieren von sozial nicht akzeptieren Rollen als Grund denkbar.

Kommentare (2)

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Mia

17.09.2013, 17:11 Uhr

Echt schlecht der Artikel!!
Versuchen Sie wirklich einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen herzustellen, oder werden Sie von dem Spiele Entwickler dafür bezahlt, [...]?
Und seit wann, beschäftigt sich eine Politik Journalistin mit zusammenhängen von Ballerspielen und Amokläufen, meinen Sie nicht, es gibt im Moment bessere Themen worüber Sie schreiben können? z.B. Bundestagswahl!?

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Balkanism

17.09.2013, 18:31 Uhr

Jetzt halten Sie mal den Ball flach! Wenn Sie verfolgt hätten, was Frau Freund in der letzten Zeit auf HB Online veröffentlicht hat, dann hätten Sie schnell gemerkt, dass darunter Porträts von Kandidaten für den Bundestag oder eine Sonder-Rubrik zur Bayern-Wahl gewesen sind.

Nutzen Sie das Internet und vor allem diese Seite bitte nicht, um ihre persönlichen Aggressionen auszuleben. Machen Sie lieber Taekwondo oder gehen Sie ab und zu joggen.

Vielen Dank.

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