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23.02.2012

01:49 Uhr

Gewaltwelle

Uno will Druck auf Syrien erhöhen

Russland und China blockieren Sanktionen der Uno gegen die Gewalt in Syrien. Nun greift Ban Ki Moon zu anderen Mitteln: Die UN-Nothilfekoordinatorin soll nach Syrien reisen, auch ein Sondergesandter ist im Gespräch.

Syrische Rebellen in Homs (Amateurfoto). dapd

Syrische Rebellen in Homs (Amateurfoto).

New YorkUN-Generalsekretär Ban Ki Moon will seine Nothilfekoordinatorin Valerie Amos nach Syrien schicken. Die Britin solle sich ein Bild von der humanitären Lage machen, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch in New York. Zugleich solle sie die Forderung der Vereinten Nationen nach Zugang für humanitäre Hilfe erneuern. Wann Amos reisen wird, war zunächst unklar.

In einem Brief an alle Mitgliedsländer hatte sich Amos „tief besorgt“ über die Situation in Syrien gezeigt. Viele Menschen seien verzweifelt, zwischen 100.000 und 200.000 seien auf der Flucht. Die meisten seien bei Verwandten untergekommen, etwa 20.000 hätten es ins Ausland geschafft.

Gebraucht würden Nahrung, aber auch Medikamente und selbst Decken. Viele Gebiete seien für die Nothelfer aber gar nicht zugänglich. Amos wolle deshalb so schnell wie möglich nach Syrien reisen und auf Bewegungsfreiheit für die Helfer drängen.

Ban sprach am Mittwochabend in London mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, über einen möglichen Besuch Amos' in Syrien, wie ein UN-Sprecher mitteilte. Die beiden hätten auch darüber diskutiert, wie die Syrien-Resolution der UN-Vollversammlung umgesetzt werden könne. Sie hätten in dem Zusammenhang die Ernennung eines Sondergesandten für Syrien erörtert.

Den Angaben zufolge traf Ban in der britischen Hauptstadt auch den türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu. Der UN-Generalsekretär habe die Hilfe der Türkei für syrische Flüchtlinge gelobt. Zudem habe Ban seine Hoffnung geäußert, dass bei der internationalen Syrien-Konferenz am Freitag in Tunis die Dringlichkeit humanitärer Hilfe deutlich werde.

Die Lage für die syrische Bevölkerung ist vor allem in der Protesthochburg Homs, die seit Anfang Februar unter Dauerbeschuss der Regierungstruppen ist, dramatisch. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) forderte, in Homs und anderen umkämpften Gegenden eine tägliche zweistündige Kampfpause zur Versorgung der Bevölkerung einzuhalten.

Ban hatte ebenso wie Amos mehrfach die syrische Regierung aufgefordert, die Gewalt gegen das eigene Volk zu beenden und Hilfe von außen zuzulassen. Die Rufe verhallten aber ebenso ungehört wie zwei Resolutionen der UN-Vollversammlung, die mit großer Mehrheit Damaskus zu einem Ende der Gewalt aufgefordert hatte. Entschließungen des UN-Sicherheitsrates, der auch Sanktionen verhängen kann, waren zweimal am Veto Russlands und Chinas gescheitert.

Die Unruhen in Syrien halten seit fast einem Jahr an. Allein im vergangenen Jahr sollen laut Uno mehr als 5000 Menschen getötet worden sein. Seitdem kamen vermutlich Hunderte Opfer hinzu. Weil Syrien weder Journalisten noch Beobachter ins Land lässt, gibt es aber so gut wie keine unabhängigen Berichte. Zwei Journalisten, die Undercover ins Land gereist waren, sind am Mittwoch in Homs ums Leben gekommen.

Zwei westliche Journalisten in Syrien getötet

Video: Zwei westliche Journalisten in Syrien getötet

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Kommentare (5)

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Brigitte

23.02.2012, 06:29 Uhr

Anfang dieses Jahres wurde der französische Journalist Gilles Jacquier in Horms durch einen Mörserangriff getötet. Seine Begleiter,staatliche Aufpasser Assad`s, konnten sein Leben nicht schützen, als er im Begriff war, ein Viertel von Anhängern Assad`s zu besuchen.
Journalisten dürfen also durchaus nach Syrien. Gleiches galt/gilt für die Beobachter der Arabischen Liga. Statt das eine faire Berichterstattung in unserem Lande statt findet, hetzt man die Menschen gegen Assad auf. Und nun frage ich Euch Reporter. Woher haben die Rebellen ihre Waffen, siehe u.a. Mörser? Wie viele Tote gehen auf das Konto der Rebellen? Warum berichtet Ihr nicht, dass Russland auch einen Waffenstillstand der Rebellen fordert und nicht nur einseitig von Assad? Warum wird der Bericht der Beobachter der AL nicht veröffentlicht? Fällt dieser evtl. negativ für die Rebellen aus?

Brigitte

Account gelöscht!

23.02.2012, 06:41 Uhr

Ein Staat, der auf die eigenen Bürger schiesst, gefällt ihnen offenbar.
Anhängerin der DDR, UDSSR? Wandern Sie nach Korea (NORD) aus, da fühlen Sie sich wohl!

Account gelöscht!

23.02.2012, 11:53 Uhr

Ahmadinedschad und Medwedew gegen ausländische Einmischung in die interne Angelegenheit Syriens

Moskau/Teheran.
23.02.2012(Stimme Russlands/IRIB)- Präsidenten der Islamischen Republik Iran und der russischen Föderation, Mahmud Ahmadinedschad und Dmitri Medwedew, haben in einem Telefonat die aktuelle Lage in Syrien erörtert.
Dabei sprachen sich die beiden Staatschefs gegen ausländische Einmischung in innere Angelegenheiten dieses Landes.
Medwedjew und Ahmadinedschad sind sich darin einig, dass in diesem Lande die Gewalt gestoppt und der konstruktive politische Dialog zwischen der Regierung und der Opposition ohne Vorbedingungen gestartet werden sollen.

http://german.irib.ir/

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