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21.11.2011

13:20 Uhr

Giftgasanschlag in Tokio

Todesstrafe für Aum-Sektenmitglied bestätigt

Japans Oberstes Gericht bestätigt mehr als 16 Jahre nach dem Giftgasanschlag in der U-Bahn von Tokio die Todesstrafe für ein Aum-Sektenmitglied. Mit dem Urteil ist das jahrelange Verfahren endlich beendet.

Feuerwehrleute am 20. März 1995 auf dem Weg zu der U-Bahnstation in Tokio, wo der heimtückische Giftgasanschlag stattfand. dpa

Feuerwehrleute am 20. März 1995 auf dem Weg zu der U-Bahnstation in Tokio, wo der heimtückische Giftgasanschlag stattfand.

TokioMehr als 16 Jahre nach dem Giftgasanschlag auf die Tokioter U-Bahn hat Japans Oberstes Gericht die Berufung eines deswegen zum Tode verurteilten Sektenmitglieds abgewiesen. Das Gericht erklärte die gegen den 51-jährigen Seiichi Endo verhängte Todesstrafe am Montag für rechtskräftig.

Der Biochemiker Seiichi Endo war 2002 für mitschuldig an zwei tödlichen Giftgasanschlägen der Aum-Endzeitsekte im Juni 1994 und März 1995 befunden worden. Bei dem Anschlag 1994 in der zentraljapanischen Stadt Matsumoto mit dem Nervengas Sarin waren acht Menschen getötet worden. Der Anschlag 1995 in Tokios U-Bahn tötete 13 Menschen, mehr als 6000 weitere wurden verletzt.

Endo war in der selbsternannten Regierung der Aum-Sekte „Gesundheits- und Sozialminister“. Der Experte für Gentechnik und Virologie spielte bei der Entwicklung von Sarin, Anthrax und anderer Gifte für die Sekte eine Schlüsselrolle. Mit dem letztinstanzlichen Urteil geht ein jahrelanges Verfahren gegen insgesamt 189 Mitglieder der Sekte zu Ende. 13 von ihnen, darunter der 56-jährige Gründer und Chef der Sekte, Shoko Asahara, wurden zum Tod verurteilt. Bislang wurde noch keines der Todesurteile vollstreckt. Drei Sektenmitglieder sind noch flüchtig.

Das Attentat in der Tokioter U-Bahn gilt als das schlimmste Verbrechen der japanischen Geschichte und weltweit als beispielhaft für die potenziell verheerenden Folgen von Terroranschlägen. Die Sekte, die sich 2000 in Aleph umbenannte, ist nicht verboten, steht aber unter Polizeiaufsicht. In Japan soll sie nach Regierungsangaben 1500 und in Russland über 200 Mitglieder haben.

Von

afp

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