Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.02.2017

04:48 Uhr

Gigantische Steigerungen für Rüstungsausgaben

Trumps Quadratur des Kreises

VonAxel Postinett

Trump muss dem Kongress erklären, warum das Militär so viel Geld bekommen soll wie nie zuvor und gleichzeitig so viele Amerikaner auf ihre Krankenversicherung verzichten müssen. Der Tag der Wahrheit für seine Wähler.

Der US-Präsident stellt am Dienstag dem US-Kongress seinen Haushalt für 2018 vor. Das Budget für Militär und Grenzschutz sollen gigantisch aufgestockt werden. AP

Donald Trump

Der US-Präsident stellt am Dienstag dem US-Kongress seinen Haushalt für 2018 vor. Das Budget für Militär und Grenzschutz sollen gigantisch aufgestockt werden.

San FranciscoEr nennt sich selbst den „größten Dealmaker aller Zeiten“ und brüstet sich damit, niemand könne so gut verhandeln wie er. Am heutigen Dienstag werden die Fähigkeiten des früheren Immobilienentwicklers und heutigen Präsidenten der USA einem Test unterzogen werden, wie nie zuvor. Er muss in seiner ersten Ansprache vor dem versammelten US-Kongress seinen Bundeshaushalt für das Jahr 2018 verkaufen. Ihm gegenüber werden keine Farmer aus North Carolina oder verrentete Trump-Fans aus Florida sitzen. Der Saal wird gefüllt sein mit Berufspolitikern, die jede Wahlkampfphrase schon hundertmal gehört oder selbst benutzt haben.

Der Satz „Glauben Sie mir“ ist ihnen egal. Sie verlangen harte Fakten und klare Ansagen, wie ein gigantischer Haushalt mit beispiellosen Ausgabensteigerungen für das Militär gegenfinanziert werden soll und was sie ihren Wählern sagen können. Trump selbst, der zu diesem historischen Termin mit verheerenden Umfragewerten für seine Amtsführung antritt, hatte noch vergangenen Freitag auf der Konferenz CPAC in Washington getönt: „Die Zeit der leeren Versprechungen ist vorbei. Es ist Zeit, zu handeln.“

So verteilen sich Atomsprengköpfe auf die Welt

Weltweit

Für das Jahr 2016 wurden weltweit insgesamt 15.395 nukleare Sprengköpfe registriert. (Quelle: Sipri Yearbook 2016)

Das größte Arsenal

Die meisten Sprengköpfe lagern in Russland. Dort soll es 7290 Stück geben.

Die Nummer zwei

Auch die USA verfügt über ein ähnlich reichhaltiges Angebot: 7000 nukleare Sprengköpfe.

Mit Abstand

Auf Platz drei der größten Atommächte folgt mit großem Abstand Frankreich. Dort sind 300 Sprengköpfe registriert.

Auf den Plätzen

Auf Frankreich folgen China (260 nukleare Sprengköpfe), Großbritannien (215), Pakistan (120) und Indien (110).

Israel und Nordkorea

Israel soll 80 Sprengköpfe besitzen, Nordkorea auf 10 Stück kommen.

Der Bundeshaushalt der USA soll 2018 mehr als eine Billion Dollar betragen. Wie hoch genau, das weiß man nicht. Was man weiß ist, dass Militär und Grenzschutz 603 Milliarden Dollar erhalten sollen. Das wären beispiellose 54 Milliarden mehr als im laufenden Jahr. Es ist die größte Haushaltssteigerung für das Militär in der Geschichte der USA, wie Mick Mulvaney vom Budget-Büro des Weißen Hauses vor Journalisten erklärt. Die Gegenfinanzierung soll durch Einsparungen in anderen Bereichen möglich gemacht werden. Aber wie? Trump sieht sich der Quadratur des Kreises gegenüber.
Streichungen von Ausgaben im Ausland, speziell für Entwicklungshilfen oder für die Vereinten Nationen waren im Wahlkampf bewährte Themen, um frenetische „USA, USA“-Sprechchöre aus tausenden Republikaner-Kehlen zu provozieren. Das ist „America first“ nach dem Sinn der Massen. Doch Entwicklungshilfe stellt gerade einmal ein Prozent des Haushalts dar, laut Reuters stehen 30 Prozent davon auf der Streichliste.

Trump attackiert die Medien: Amerikas Pressefreiheit in Gefahr

Trump attackiert die Medien

Premium Amerikas Pressefreiheit in Gefahr

US-Präsident Donald Trump attackiert die Medien. Vor allem der kritischen Presse wirft er Falschmeldungen und Parteilichkeit vor. Der Sender CNN erklärt seine Gegenstrategie. Ein Besuch in der Redaktion in Atlanta.

Weitere Einsparungsquellen sind das Umweltministerium EPA, das mit Scott Pruitt von einem ausgewiesenen Leugner des Klimawandels geführt wird und bald völlig im Energieministerium aufgehen könnte. Damit würden acht Milliarden Dollar Budget „frei“. Ziemlich sicher ist die Streichung der Mittel für Familienplanung und Abtreibungen, etwa für „Planned Parenthood“. Das ist in Prozenten der Gesamtsumme praktisch nicht messbar. Aber es beruhigt die ultra-konservativen Christen.

Kommentare (22)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

28.02.2017, 08:29 Uhr

Soweit mir bekannt geben die USA 3,6% des BIP für die Streitkräfte aus. Deutschland 1,2%. Die anderen europäischen Staaten sind nicht wesentlich aktiver. Das hat dann zur Konsequenz, dass bei russischem Säbelrasseln amerikanische Panzer nach Pommern, oder ins Baltikum rollen.

Deshalb gibt es Drohungen des US Präsidenten und die Aufforderung an die Europäer sich um ihre eigene Sicherheit zu bemühen.

Meines Erachtens zu Recht.



Unbekannt

28.02.2017, 08:30 Uhr

HB : " Das wären beispiellose 54 Milliarden mehr als im laufenden Jahr. Es ist die größte Haushaltssteigerung für das Militär in der Geschichte der USA, wie Mick Mulvaney vom Budget-Büro des Weißen Hauses vor Journalisten erklärt."
Die Gegenfinanzierung ..........?
--------------------------------------------------------------------------------
überimmt die FED und wird für die schlappen 54 Milliarden Dollar an Militärmehrkossten die Geld-Druckpresse etwas schneller laufen lassen.
Die Absicherung des Dollars als Weltwährung hat halt seinen Preis.
Im übrigen ist das Verhandlungsgeschick des Präsidenten gefragt, um Kosten zu senken bei den Ausgaben für Medikamente, für neues Kriegsspielzeug etc.etc.

Herr Holger Narrog

28.02.2017, 08:37 Uhr

Die Einführung eines sinnvollen Krankenversicherungssystems in den USA ist eine grosse Herausforderung an der sich schon einige Präsidenten die Zähne ausgebissen haben.

Der Hauptgrund liegt darin dass die Arbeitnehmer häufig weniger verdienen als in Deutschland, oder Schweiz, aber die Arzt, Medikamenten und Krankenhauskosten wesentlich höher sind.

Meines Erachtens liegt der Schlüssel zu einem sinnvollen Krankenversicherungssystems in einer Senkung der Kosten, Reduzierung der Kosten für Medikamente, Arzthonorare und Krankenhäuser.

Dann liesse sich eine Versicherung mit einem bezahlbarem Beitrag etablieren. Dabei wird es sicherlich erhebliche Selbstbehalte und wesentlich geringere Leistungen als in D geben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×